Online seit 26.01.2012 8:41
Quelle: 1815.ch / stz
Mentaltraining
Zur Entspannung und Stressbewältigung
Wie das Autogene Training zählt auch das Mentaltraining im weitesten Sinne zu den konzentrativen Entspannungstechniken. Beide wurden aus der Hypnose heraus entwickelt.

Das Wort «mental» sagt schon, worum es geht: Das Training findet nur auf der geistigen Ebene statt. Man visualisiert die betreffenden Bilder oder Tätigkeiten vor dem inneren Auge. Spezielle Übungen zur Aktivierung der Muskeln oder andere Bewegungen werden lediglich in Gedanken aufgeführt. Die mentale Vorstellung von Bewegungsabläufen kommt heute auch im Bereich Rehabilitation zur Anwendung, beispielsweise nach Querschnittslähmungen oder Schlaganfällen.

Tatsächlich etwas tun oder nur daran denken?

Wir das Mentaltraining dagegen gezielt zum Entspannen genutzt, ist die Schnittstelle zur Meditation und zu den Visualisierungstechniken erkennbar. Auch die Progressive Muskelentspannung kennt eine Variante für Fortgeschrittene, bei der die Übungen mental absolviert werden. Denn für unser vegetatives Nervensystem spiele es keine Rolle, ob man etwas tatsächlich tut oder nur daran denkt.

Wer beispielsweise ein Bild mit seinem Lieblingsessen betrachtet, dem läuft unweigerlich das Wasser im Munde zusammen. Im Prinzip können wir kaum eine körperliche Aktivität ausüben, ohne sie vorher auf der geistigen Ebene zu «erlernen». Umgekehrt haben Vorstellungen und Ziele, um die unser Denken kreist, das Bestreben sich zu verwirklichen.

«Die meisten Kämpfe werden im Kopf entschieden»

Anfangs kam das Mentaltraining überwiegend im Sport zum Einsatz. Dort geht es um das mentale Einüben bestimmter Bewegungsabfolgen mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit im darauffolgenden «richtigen» Training zu steigern. Zum geflügelten Wort gibt es eine alte Boxerweisheit: «Die meisten Kämpfe werden im Kopf entschieden». Angeblich gewannen Weltmeister wie Muhammad Ali und Wladimir Klitschko ihre Boxkämpfe in einer Art Trancezustand.

Natürlich spielen vor Wettkämpfen mentale Übungen eine wichtige Rolle. So stellt sich der Stabhochspringer in Gedanken vor, wie er die hoch angelegte Sprunglatte nimmt, oder die Läuferin visualisiert ihre anvisierte Bestzeit. Die sogenannte «Aufmerksamkeitsregulation» erleichtert den Athleten die Konzentration auf den entscheidenden Moment. Zumeist wird das Mentaltraining von Sportpsychologen oder Physiotherapeuten vermittelt.

Kein gesetzlich geschützter Begriff

Da der Begriff jedoch nicht gesetzlich geschützt ist, kann sich im Grunde jeder Mentaltrainer nennen. Es gibt weder eine vorgeschriebene Ausbildung noch inhaltliche Richtlinien. In Europa bietet bisher nur die Universität Salzburg einen Lehrgang «Mental Coaching» (Stand 2011) an. 

Mittlerweile bezeichnet der Oberbegriff «Mentaltraining» eine Reihe verschiedener Praktiken zur positiven Selbstbeeinflussung und Stärkung der Persönlichkeit. Die Übergänge zu anerkannten psychotherapeutischen Verfahren wie dem «Katathymen Bilderleben» oder der «Hypnotherapie» sind ebenso fliessend wie zum etwas umstrittenen «Positiven Denken». Dennoch wurde in vielen Testreihen bestätigt, was die alten Weisheitslehren stets betonten: «Der Glaube versetzt Berge». Wenn ein Sportler selbst nicht an seinen Sieg glaubt, ist das Scheitern vorprogrammiert. Wer vor dem Bewerbungsgespräch denkt «Das wird ja doch nichts, ich hab’ sowieso keine Chance», dürfte wohl kaum die nötige Selbstsicherheit ausstrahlen, um den Job zu bekommen.

 

Quelle: kur-und-gesundheitsreisen.de

 

 

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