Justiz | Kunstfehlerprozess verschoben

Arzt entfernte Patientin irrtümlich beide Brüste

Blick in den Gerichtssaal des Strafgerichts Lugano: Die Verteidigung forderte zu Verhandlungsbeginn einen Aufschub des Prozesses.
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Blick in den Gerichtssaal des Strafgerichts Lugano: Die Verteidigung forderte zu Verhandlungsbeginn einen Aufschub des Prozesses.
Foto: Archivbild Keystone

Quelle: SDA 0

Der Kunstfehlerprozess vor dem Luganeser Strafgericht gegen einen Arzt aus der Klinik Sant`Anna in Sorengo bei Lugano ist auf den 20. September 2018 verschoben worden. Die Verteidigung konnte belegen, dass direkte Zeugen des Geschehens im Operationssaal nicht einvernommen worden waren.

Die Verteidigung wies nach, dass zum Zeitpunkt der fatalen Operation, bei der einer Patientin irrtümlich beide Brüste entfernt wurden, insgesamt drei Ärzte im Operationssaal anwesend waren. Der Prozess wäre aber nun nur gegen einen einzigen Chirurgen geführt worden.

Ausserdem müssen gemäss Verteidigung etwa ein Dutzend im Umfeld involvierte Personen angehört werden - darunter auch die Klinikleitung, die aus Spargründen keine Assistenzärzte mehr in den Operationssaal geschickt habe.

Wie Verteidiger Tuto Rossi gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, müssten nun alle in diesen Fall involvierten Personen angehört werden. Nicht nur die operierenden Ärzte und das Pflegepersonal, sondern auch die Klinikleitung. "Man kann diesen Fehler nicht nur einem einzigen Menschen anlasten."

Die Anklage warf dem Chirurgen schwere fahrlässige Körperverletzung und Dokumentenfälschung vor. Er habe sich vor dem Eingriff nicht - wie es seine Pflicht gewesen sei - versichert, welche Patientin er tatsächlich vor sich habe, und sei von einem anderen Fall ausgegangen. Dadurch habe er der betroffenen Patientin beide Brüste amputiert, obwohl sie nur an einem kleinen Tumor an einer Brustwarze hätte operiert werden sollen. Zusätzlich habe er versucht , nachträglich in den Operationsprotokollen den Eingriff zu rechtfertigen.

Der Prozess hatte in den Medien viel Aufsehen erzeugt. Nicht zuletzt deshalb , weil die Journalisten, die den Fall aufdeckten, hinterher von der Klinik wegen Geschäftsschädigung angezeigt und erst in zweiter Instanz freigesprochen worden waren.

Das Tessiner Sozialdepartement sagte am Dienstag nach dem Prozessaufschub, man werde ausschliesslich vor dem Strafrichter, nicht vor den Medien Stellung nehmen.

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