Politik | Physiotherapie-Schule vor dem Aus?

Darbellay hält sich bedeckt

«Es gibt keinen neuen Standpunkt des Staatsrates in Sachen Leukerbad», so Christophe Darbellay.
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«Es gibt keinen neuen Standpunkt des Staatsrates in Sachen Leukerbad», so Christophe Darbellay.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch /wek 0

Die Oberwalliser Parlamentarier befürchten, dass die Physiotherpieschule in Leukerbad einem Zentralisierungsprozess zum Opfer fällt, der im Rahmen des Ausbaus des Campus Energypolis angestossen wird.

Der Staatsrat will das bisherige Druckereizentrum Ronquoz des Nouvelliste für 20 Millionen Franken kaufen, um dort einen Teil des Campus Energypolis anzusiedeln. Künftig soll dort das Forschungszentrum für alpine und extreme Umgebungen entstehen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 20 Millionen Franken. Nach Abzug der Beteiligung der Stadtgemeinde Sitten in der Höhe von 3,502 Millionen Franken gehen 16,498 Millionen Franken zulasten des Kantons. Die finanziellen Mittel für den Anteil des Kantons sollen dem Fonds für die Infrastrukturgrossprojekte des 21. Jahrhunderts entnommen werden.

Zügelt die Physiotherapie nach Sitten?
Der Kaufpreis war in keiner Fraktion bestritten. Immerhin liegt der seriöse Schätzwert der Liegenschaft weit höher bei 28,45 Millionen Franken. Auch der Ausbau des Campus Energypolis wirft keine hohen Wellen. Serge Rey von der SVPU forderte aber, dass das Gebäude erst auf Asbest untersucht werden soll, damit dem Kanton keine aufwändigen Sanierungen ins Haus stehen. Délphine Michaud von der CVPU befürchtet, dass ein Zusatzkredit notwendig werden könnte. Aus den Reihen der Oberwalliser wurde mehrmals die Befürchtung laut, der Kauf werde Auswirkungen auf die Physiotherapieschule in Leukerbad haben, weil der Staatsrat dort eventuell die Schule im neuen Campus integrieren will. «Das würde das Aus für Leukerbad bedeuten. Die Physioschule in Leukerbad wird dadurch in Frage gestellt», sagte Michel Schnyder von der CSPO. Ins gleiche Horn blies Rainer Studer von der CVPO: «Die Dienste Medizin dürfen nicht zentralisiert werden, Leukerbad nicht übergangen werden.» Auch die SVPO will die Schule in Leukerbad behalten: «Wir werden dem Geschäft erst zustimmen, wenn wir vom Staatsrat eine klare und deutliche Antwort haben, dass die Physiotherapie nicht in Sitten angeseidelt werden soll», sagte Michael Graber von der SVPO.


Staatsrat Christophe Darbellay wich der Frage aus: «Es wird heute keinen neuen Standpunkt des Staatsrates in Sachen Leukerbad geben.» Ein klares Bekenntnis zur dortigen Physiotherapieschule sieht freilich anders aus. Anstelle eines solchen hob Darbellay hervor, dass die Investitionen der Lonza nicht nur das Oberwallis, sondern die ganze Schweiz interessiere. Im Falle des Campus lägen die Dinge ähnlich: «Sitten ist nur 35 Minuten von Brig entfernt. Wir investieren in die Zukunft der Walliser Jugend, für ein Wallis des 21. Jahrhunderts». Deshalb wolle der Staatsrat entgegen der Walliser Tendenz, jedem etwas abzugeben, den Campus stärken, um eine kritische Masse zu erreichen, damit eine gewisse internationale Ausstrahlung entstehen könne.

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