Armee | Einstieg in die Armee soll "sanfter" werden

Der Armeechef will den Jungen den Einstieg in die Armee erleichtern

"Auf die Jungen ist Verlass": Philippe Rebord, Chef der Schweizer Armee. (Archiv)
1/1

"Auf die Jungen ist Verlass": Philippe Rebord, Chef der Schweizer Armee. (Archiv)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Die Schere zwischen dem zivilen und dem militärischen Leben ist laut Armeechef Philippe Rebord zu gross geworden. Er will den Jungen den Einstieg in die Armee erleichtern - und ihnen zum Beispiel eine Viertelstunde am Tag das Surfen im Internet erlauben.

Rebord, der seit Anfang Jahr im Amt ist, betrachtet laut eigenen Aussagen mit Sorge, dass sich immer mehr junge Männer statt für die Armee für den Zivildienst entscheiden. "Wenn sich der Zivildienst so weiterentwickelt, bekommen Armee und Zivilschutz ein Problem", sagte der Armeechef in einem Interview der Tageszeitungen "Tages-Anzeiger" und "Bund" vom Montag.

Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung im Jahr 2008 hätten sich die Zivildienst-Gesuche vervierfacht, stellt der Walliser besorgt fest. Mit ein Grund sei die Attraktivität des Zivildienstes, die viel höher sei als jene der Armee. Die Zivildienstler könnten etwa selbst entscheiden, wann, wo und wie sie den Dienst absolvieren möchten.

Wenn hier keine Lösung gefunden werde, würden der Armee bald 10'000 Männer oder Frauen fehlen, sagte Rebord in weiteren Interviews mit den Westschweizer Zeitungen "Le Nouvelliste", "La Liberté" und "L'Express/L'Impartial", die ebenfalls am Montag erschienen.

System muss angepasst werden

Er ortet das Rekrutierungsproblem allerdings nicht bei den Jungen, sondern beim System, das angepasst werden müsse. "Auf die Jungen ist Verlass", ist der 60-jährige Armeechef überzeugt.

Um weniger potenzielle Soldaten an den Zivildienst zu verlieren, will er einerseits die differenzierte Diensttauglichkeit wiedereinführen, um die Tauglichkeitsquote bei 66 Prozent stabilisieren zu können. Andererseits will er den Einstieg in die Armee etwas sanfter gestalten.

Es geht ihm jedoch nicht in erster Linie darum, den Dienst attraktiver zu gestalten. Die Wehrpflicht sei "zuerst einmal eine Pflicht, ein Zwang". Bei minus 35 Grad in Davos das WEF bewachen zu müssen, sei sicherlich nicht attraktiv - aber es sei nötig.

Eine Systemanpassung könne aber auch kleinere Änderungen beinhalten. Er zieht beispielsweise in Betracht, den Rekruten tagsüber "Internet-Viertelstunden" zu gewähren, also Zeitfenster, in denen sie im Internet surfen können. Dann müssten sie das nicht mehr auf die Nacht verschieben, wie das derzeit der Fall sei. "Wenn der Rekrut während der Nacht surft, hat er nach zwei Tagen ein Problem."

Frauen sehr willkommen

Rebord zeigt sich auch an einem höheren Frauenanteil sehr interessiert. Von der Einführung eines obligatorischen Orientierungstags für Frauen verspricht er sich eine Verdreifachung des Frauenanteils, der derzeit weniger als 1 Prozent beträgt.

Aber es existiere kein Geheimplan, um die Wehrpflicht für Frauen einzuführen, hält Rebord fest. Die Anpassung des Wehrmodells sei eine Aufgabe der Politik.

Rebord ist seit dem 1. Januar 2017 Chef der Armee. Er übernahm das Amt von André Blattmann. Als grösste Herausforderung bezeichnete Rebord bei seiner Ernennung die Umsetzung der Armeereform WEA, die Anfang 2018 beginnt. Blattmann trat vorzeitig zurück, um seinem Nachfolger nicht ein angefangenes Umsetzungsprojekt zu überlassen.

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Artikel

Empfehlungen

So tönt das Herz der Schweiz

Jodelmagazin 2017

Heute im WB

Walliser Bote - Newsletter

Wettbewerb | Hit-Musical als...

2 x 2 Tickets für «Cats» am Thunersee zu gewinnen

«Cats» an den Thunerseespielen

1815.ch | Seit 14 Jahren präsentieren die Thunerseespiele jeden Sommer vor der UNESCO-geschützten Bergwelt [...]

In der aktuellen RZ

Oberwalliser Baby-Galerie

Lionel PfaffenEva Louisa BumannJelena Tipura
zur Baby-Galerie

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Schicken Sie uns Ihr Video oder Foto

Leserreporter

Aktuell auf 1815.tv

WB-Stammtisch mit Roger Michlig

WB-Stammtisch mit Roger Michlig

zum Video

Ventil | der Walliser Blog

Jodelt ihr schon?

1815.ch | Brig ist diese Tage der «Place to be» im ganzen Wallis – ja was schreib ich denn da, in der ganzen [...]

Stelleninserat: Kundenberater/in

Rotten Verlag News
1815Club Banner

Sitemap

Impressum