Lonza relativiert Aussagen über höhere Quecksilbermengen

«Können Einschätzungen nicht teilen»

Grossgrundkanal westlich von Visp auf der Höhe der Grosseye.
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Grossgrundkanal westlich von Visp auf der Höhe der Grosseye.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 4

In einer Medienmitteilung vom 29. Januar 2014 haben die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Mengen bei der Quecksilberkontaminierung zwischen Visp und Niedergesteln um ein Vielfaches höher seien als bisher angenommen. Die Lonza beharrt jedoch auf den kommunizierten Mengenangaben.

Wie Renzo Cicillini, Kommunikationsverantwortlicher der Lonza in Visp, auf Anfrage des «Walliser Boten» mitteilt, kann die Lonza «die Einschätzung der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz aufgrund des heutigen Kenntnisstands nicht teilen.» Die historische Untersuchung im Jahr 2011 habe ergeben, dass von 1917 bis zum Bau der ARA Mitte der Siebziger Jahre insgesamt 28 Tonnen Quecksilber in den Grossgrundkanal geleitet worden seien.

AefU geht von der bis zu neunfachen Menge aus

Die Ärztinnen und Ärzte für die Umwelt (AefU) hingegen gingen in einer Medienmitteilung vom 29. Januar von 200 bis 250 Tonnen Quecksilber aus, welche die Lonza in der entsprechenden Zeitspanne in den Kanal geleitet haben soll. Bei dieser Annahme stützt sich die AefU auf Einschätzungen eines ehemaligen Mitarbeiters sowie unveröffentlichte interne Dokumente. Die freigesetzte Menge wäre damit rund sieben bis neuen Mal grösser als von der Dienststelle für Umweltschutz des Kantons Wallis (DUS) angenommen.

Die AefU sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert die Lonza deshalb auf, alle Unterlagen über die Acetaldehyd-Produktion sowie andere Produktionen mit Quecksilber-Verwendung offenzulegen und die bisherigen Berichte zur Quecksilberproblematik vollständig zu veröffentlichen. Die Lonza wird zudem angehalten für die Kosten einer vollständigen Reinigung aufzukommen und unabhängige Studien zu finanzieren.

Lonza verspricht konstruktive Lösungen

Wie die Lonza informiert, hätten die im vergangenen Jahr durchgeführten technischen Untersuchungen gezeigt, dass sich heute rund 4.5 Tonnen Quecksilber im Lonza-Areal, im Grossgrundkanal und den angrenzenden Flächen befinden. «Der Schwerpunkt liegt derzeit bei der Sanierung der stark belasteten Parzellen bei Turtig, welche wir freiwillig vorfinanzieren.» Man werde gemeinsam mit dem Kanton und den Gemeinden für «die Probleme im Zusammenhang mit der Quecksilberverschmutzung nach konstruktiven Lösungen suchen».

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Kommentare

  • Albrecht Marco - 00

    So, im Genfersee lagern über 100 Tonnen.Also deutlich über dem Grenzwert! Messungen im Rottu haben gezeigt, dass das Quecksilber vom Wallis kommt. Die Rücklagen der Lonza in dieser Angelegenheit beträgt 40 Milionen Frängli.Das reicht gerade mal für ein Micki Maus Film mit kostruktiven Rahmenbedingungen.-Politikerdeutsch-.Wo sind unsere Politiker,Staatsanwälte usw.Am Golfen, Karibik am Wegelagern?

  • Fritzli - 00

    Wallis erwache! Wann wehrt Ihr Euch? Lass doch euren Lebensraum nicht zerstören. Braucht es noch mehr? Ferien im Wallis: nur oberhalb 1500m. Unten im Tal gibt es sowieso nur Garagen und Einkaufsläden, und eben die "heilige Kuh."

  • Quecksilber - 00

    Einfach nur peinlich, was dieser Betrieb hier aufführt.

    • Mr.HG - 00

      einfach nur peinlich was AefU hier aufführt. Diese Papiere sagen nur dass man ein halbes Kilo Quecksilber braucht um das Produkt herzustellen...das heisst nicht dass das ganze Quecksilber einfach so den Bach runtergelassen wird... auch unsere Vorfahren kannten schon recycling... Und Freude habe ich an Mitarbeitern die selber mitgearbeitet haben, aber jetzt plötzlich das schlechte Gewissen spielen.

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