Arbeiten der A9 eingestellt

Massive Quecksilberverschmutzung bei Visp entdeckt

Abbruchstelle der alten Brücke über den Laldnerkanal: Massive quecksilberbelastet.
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Abbruchstelle der alten Brücke über den Laldnerkanal: Massive quecksilberbelastet.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 6

Bei Bauarbeiten einer Anschlussstrasse zur Autobahn A9 zwischen Visp und Baltschieder ist man erneut auf Quecksilber belastetes Material gestossen.

Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass es sich um Aufschüttungsmaterial handeln könnte, welches für den damaligen Bau der Brücke über den Laldnerkanal benutzt wurde, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Genauere Angaben würden erst nach Abschluss der in Auftrag gegebenen Untersuchungen gegeben.

Massive Belastung

Zwischen Visp und Baltschieder wird aktuell eine neue Anschlussstrasse erstellt. Für die Realisierung dieser Arbeiten muss die alte Brücke über den Laldnerkanal dem Neubau weichen. Bei der Ausführung dieser Arbeiten ist das Amt für Nationalstrassenbau auf eine Auffüllung mit auswärtigem Material gestossen. Das bereits ausgehobene Material, rund 600 Kubikmeter, wurde ordnungsgemäss auf Schwermetalle untersucht. Eine massive Quecksilberbelastung mit Werten bis 500 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Boden wurde dabei festgestellt.

Aufgrund dieser Befunde wurden die Arbeiten im belasteten Perimeter vorübergehend eingestellt. Um die Gesundheit der Arbeiter zu schützen, wurden entsprechende Sicherheitsmassnahmen (u.a. Tragen von Schutzmasken) von der SUVA empfohlen. In Absprache mit der Dienststelle für Umweltschutz hat das Amt für Nationalstrassenbau weitere technische Untersuchungen zur Klärung des Ausmasses und des Ursprungs der Belastung in Auftrag gegeben. Die definitiven Ergebnisse der Untersuchungen stehen noch aus.

Vervollständigung der Untersuchungen

Erste Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass das Untergrundmaterial vor allem im Bereich der ehemaligen Brücke über den Laldnerkanal belastet ist. In diesem Bereich liegen die Quecksilberwerte zwischen 20 und 500 mg/kg.

Aufgrund dieser vorläufigen Ergebnisse wird angenommen, dass es sich um eine lokale Aufschüttung mit bereits belastetem Material handelt, die 1986 im Rahmen des Baus der alten Brücke über den Laldnerkanal erfolgte. Die Untersuchungen werden in den kommenden Tagen vervollständigt. 

Viel höher als befürchtet?

In Visp wurden bereits 2010 und 2011 bei Vorbereitungsarbeiten für die Autobahnbaustelle hohe Quecksilberwerte festgestellt. Der Kanton ordnete darauf Untersuchungen an. Diese zeigten, dass in der Nähe eines anderen Gewässers - dem Grossgrundkanal - das Siedlungsgebiet Turtig hohe Quecksilberwerte aufweist.

Dort waren bei 10 von 36 untersuchten Parzellen die Böden mit mehr als 5 mg/kg Quecksilber verschmutzt. Seither dürfen private Gärten und Kinderspielplätze nicht mehr genutzt werden. Bis Ende März sollen alle Parzellen im betroffenen Gebiet untersucht werden.

Das Quecksilber im Grossgrundkanal stammt von der Chemiefirma Lonza, die von 1930 bis 1976 das Schwermetall ins Gewässer ableitete. Die Lonza sicherte zu, zusammen mit Kanton und Gemeinden Lösungen für die Beseitigung der Quecksilberverschmutzung zu suchen.

Ende Januar warnte die Umweltorganisation "Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz" (AefU), dass die Quecksilber-Belastung viel höher sein könnte. Sie stützte sich auf ehemalige Mitarbeiter und interne Dokumente. Die Lonza teilte die Einschätzungen der AefU nicht.

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Kommentare

  • Parteiloser Kritiker - 00

    Die Lonza Manager aus dem fernen Basel haben à l'époque wohl das halbe Oberwallis als Deponie benutzt....und der liebe Staat im fernen Sion hat alles toleriert? So etwas gibts eigentlich nur in Osteuropa und Süditalien. Derliebe Staatsrat in Sion hat kein einziges Dossier im Griff gleich welcher politischer Couleur. Liebe Politiker ihr seid drauf und dran das Wichtigste zu verlieren,das Vertrauen!

  • Äwä - 00

    Bi dene bilder fräg ich mich wies de ross geit, wa 10 meter näbs der bustell läbu miessund, will der staat meint er miesse z cavallo bis ufe letschti meter beklauwu! zumindest en alternativa bietu dasch neus weideland berschämund....

  • zapfurägi - 00

    Himmultrürig so epis!!!!

  • AefU - 00

    Tageslicht gelangen konnte. Anscheinend konnte man mit den kantonalen Behörden noch alles unter den Teppich wischen....
    Mal schauen was die Dienststelle für Umweltschutz dazu sagen wird....
    Denn eigentlich hätte man dies bereits 1986 entdecken sollen, oder?

  • Dody Sch - 00

    Gut Wohne ich in der Region Brig und arbeite nur in Visp.

  • mmx - 00

    Frage mich, wo sonst noch "fremdes" Aushubmaterial gefunden wird in Zukunft? Langsam wird's echt merkwürdig, vor allem, dass niemand den Mut hat, die Schuldigen in die Verantwortung zu nehmen.

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