Amphoren-Ausgrabung zur Mondwende

Mathier: «Naturwein ist im Trend»

Der grosse Moment: Kellermeister Fadri Kuonen, Thomas und Amédée Mathier (von links) öffnen eine in die Erde eingelassene Amphore.
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Der grosse Moment: Kellermeister Fadri Kuonen, Thomas und Amédée Mathier (von links) öffnen eine in die Erde eingelassene Amphore.
Foto: zvg

Die Traubenschalen und -kerne werden beim Umfüllen entfernt.
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Die Traubenschalen und -kerne werden beim Umfüllen entfernt.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch /zen 0

Weinproduzent Amédée Mathier aus Salgesch produziert Amphorenwein. Die Ausgrabung aus der Erde und Öffnung der tönernen Gefässe stellt jeweils einen speziellen Moment dar.

Die Spannung war gross am Donnerstagmorgen in der Weinkellerei Albert Mathier und Söhne in Salgesch: Pünktlich zur Mondwende wurden die Amphoren, die vor der Kellerei in die Erde eingelassen sind, geöffnet. Dabei ist der Wein in Fässer umgefüllt und von den Traubenschalen und -kernen getrennt worden. «Der erste Eindruck verspricht einiges», ist Amédée Mathier nach kurzer Degustation zufrieden. Nun macht der Wein einen natürlichen Klärungsprozess durch. In etwa einem Jahr wird das Naturprodukt dann in Flaschen abgefüllt und in den Verkauf gebracht.

Amédée Mathier, welche Schritte in der Weinproduktion hat der Amphorenwein hinter sich? 

«Im Herbst 2013 sind in die Kvevris, wie die Amphoren genannt werden, rund 4000 Kilogramm Trauben der Sorten Gamaret, Cabernet Franc, Resi und Humagne blanc eingefüllt worden. Nach der spontanen Gärung ohne Zugabe von Hefen, Schwefel oder Bakterien durchliefen sie nun in den letzten neun Monaten, eingegraben in die Erde, sich selbst überlassen einen Reifungsprozess.»

Sie produzieren seit 2008 in ihrer Walliser Traditionskellerei auch Wein in Kvevris. Woher stammt die Motivation?

«Es ist der Drang zurück zur Natur. Etwas zu produzieren, was andere nicht tun. Auch wenn der Trend in der Schweiz noch nicht ganz angekommen ist: Naturwein ist in Europa angesagt.» 

Woher beziehen Sie die Amphoren?

«Diese bestellen wir direkt von Lieferanten aus Georgien, wo diese Art der Weinproduktion seit Jahrtausenden praktiziert wird. Wir konnten in den vergangenen fünf Jahren ein gutes Beziehungsnetz zu Kvevri-Produzenten in Georgien aufbauen. Die Kvevris gelangen auf dem See- und Landweg nach Salgesch.»

Wie hoch ist der Produktionsaufwand von Amphorenwein im Vergleich zur konventionellen Weinbereitung?

«Der Aufwand ist massiv grösser, da wir praktisch ohne Einsatz von Technik arbeiten. Jeder Arbeitsgang wird von Hand ausgeführt.»

Welche Walliser Weinsorten eignen sich zur Produktion?

«Mit der Vorlage der Gletscherweine haben wir die bewährten, alten Walliser Weinspezialitäten wie etwa Resi und Hermitage. Dazu kommen sicher auch Syrah, Gamaret oder Cabernet Franc. Grundvoraussetzung ist allerdings kerngesundes Traubengut für den oxidativen Ausbau.»

Würde sich das Verfahren auch für eine Massenproduktion eignen?

«Nichts ist nicht machbar. Allerdings müsste man derart viele Amphoren in die Erde einlassen, sodass der Aufwand doch viel zu gross würde im Vergleich zur Produktion von herkömmlichen Weinen.»

Amphorenwein ist ein Nischenprodukt. Wie viele Flaschen Wein produzieren Sie jährlich?

«Wir haben ein Produktionspotenzial von rund 10 000 Flaschen. Der Absatz der ersten Jahre ist viel versprechend und wir können die Produktion und den Verkauf jährlich steigern. Aus diesem Grund bauen wir zurzeit in die bestehende Kellerei einen weiteren Amphoren-Keller ein, wo wir die Weine in zwölf weiteren in den Kellerboden einglassenen Amphoren lagern.»

Wer kauft Amphorenwein?

«Es sind Weinliebhaber auf der ganzen Welt, die diesen typischen und einzigartigen Geschmack natürlicher Weine lieben.»

 

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