Quecksilber-Affäre

Quecksilber auf Goler-Deponie?

Die Deponie neben der Arena im Goler (Archivbild).
1/1

Die Deponie neben der Arena im Goler (Archivbild).
Foto: 1815.ch

Quelle: 1815.ch 0

Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (Aefu) und der WWF befürchten, dass im Goler beträchtliche Mengen Quecksilber auf eine Deponie für sauberes Aushubmaterial gelangt sind. Der Kanton will der Sache nachgehen und falls nötig Massnahmen ergreifen.

Laut den Aefu und dem WWF Oberwallis transportierten 2013 Lastwagen während neun Monaten mehrere tausend Tonnen Aushubmaterial von der Autobahn-A9-Baustelle Baltschieder bei Visp auf die Deponie Goler bei Raron. Und dies sei ohne vorgängige Kontrolle auf Quecksilber geschehen, das später auf dieser Baustelle in extremen Konzentrationen ans Licht gekommen sei, kritisieren die beiden Organisationen am Dienstag in einer Mitteilung. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass beträchtliche Mengen des giftigen Schwermetalls auf der Deponie gelandet seien.

Behörden sollen Material kontrollieren

Dies gefährde nicht nur die Arbeiter auf den Baustellen, sondern auch das Personal auf den Deponien und die Anwohner. Auf der Deponie Goler, die für den Ausbruch des Lötschbergtunnels der «Neuen Eisenbahn Alpentransversale» (NEAT) gebaut wurde, dürfte laut Aefu und WWF nur sauberes Aushubmaterial abgelagert werden. Aefu und der WWF Oberwallis verlangen nun vom Kanton Wallis, dass das dort abgelagerte Material kontrolliert und bei einer Quecksilber-Kontamination wieder entfernt wird.

Das Walliser Amt für Umweltschutz bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass 2013 Transporte stattgefunden hätten, ohne allerdings die genaue Menge an Aushubmaterial beziffern zu können, die zur Deponie gebracht wurde. Eine Verschmutzung der Deponie sei «nicht komplett ausgeschlossen», räumte das Amt ein.

Untersuchung im Gang

Ende Januar 2014 hatte der Kanton Wallis rund um die Baustelle Baltschieder Boden-Proben genommen. Dabei hatte sich gezeigt, dass sich der Quecksilber-Gehalt zwischen 380 bis 3070 Milligramm pro Kilogramm Erde bewegte. Seither sei das ausgehobene Material systematisch analysiert und beseitigt worden, betont das Amt für Umweltschutz. Was die Forderung der Aefu und des WWF nach einer Kontrolle bei der Deponie Goler betreffe, sei bereits eine Untersuchung im Gang, hiess es weiter. Sollte sich herausstellen, dass dort verschmutztes Material gelagert worden sei, werde der Kanton die nötigen Massnahmen treffen.

Der Basler Chemiekonzern Lonza verwendete in seinem Werk Visp während Jahrzehnten Quecksilber zur Herstellung von Acetaldehyd, Vinylchlorid und Chlorgas. Es wird geschätzt, dass die Lonza zwischen 1930 und 1970 Dutzende von Tonnen des giftigen Schwermetalls mit dem Abwasser via Grossgrundkanal in die Rhone und in den Genfersee leitete. Die Verschmutzung betrifft auch die Landwirtschaft und die bewohnten Zonen in der Umgebung von Visp.

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Artikel

Empfehlungen

Heute im WB

1815Club Banner

Wettbewerb | Das grösste Spieleparadies...

20 Tickets für die Swiss Toy zu gewinnen

Time to play! An der Suisse Toy warten während vier Tagen unzählige Spiele-Neuheiten,
unterhaltsame Bühnenshows, Workshops für Gross und Klein sowie spannende Turniere.

1815.ch | Brettspiele, Bastelzubehör, Games und vieles mehr: Vom 12. bis 15. Oktober 2017 heisst es auf dem [...]

In der aktuellen RZ

Oberwalliser Baby-Galerie

Jaelle MetryMia PfammatterAlice Grichting
zur Baby-Galerie

Aktuell auf 1815.tv

WB-Stammtisch mit Barbara Anthamatten und Martin Zerzuben

zum Video
Rotten Verlag News

Ventil | der Walliser Blog

CC’s Taktik geht auf

1815.ch | Der FC Sitten erbringt im Moment nicht gerade Höchstleistung. Doch das ist nicht so schlimm, denn [...]

Sitemap

Impressum