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Brigerberg: Biker leben gefährlich

Neben gespannten Drähten wird auch mit aufgestellten Ästen die Durchfahrt erschwert.
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Neben gespannten Drähten wird auch mit aufgestellten Ästen die Durchfahrt erschwert.
Foto: zvg

Solche «Fallen» wurden schon entdeckt.
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Solche «Fallen» wurden schon entdeckt.
Foto: zvg

Quelle: RZ 18

Gespannte Drähte und aufgestellte Äste. Damit wird Velofahrern am Brigerberg die Durchfahrt versperrt. «Jemand will, dass wir uns verletzen», sagen Velofahrer. Die Gemeinde weiss nichts davon.

«Jemand will uns damit das Velofahren vermiesen», sagt M. D.* aus Ried-Brig. Er ist leidenschaftlicher Velofahrer und bereits seit mehreren Jahren oft auf dem Mountainbike rund um Ried-Brig anzutreffen. Doch seit diesem Jahr ist alles anders. M. D. ist Anfang Sommer mit seinem Velo auf dem Höhenweg zwischen dem «Burgspitz» und dem «Stockalperweg» unterwegs. Plötzlich in einer Kurve während einer rasanten Abfahrt an einer unübersichtlichen Stelle passierts. «In etwa 15 Zentimetern Höhe entdeckte ich einen quer zum Weg gespannten Draht», erklärt er. Da M. D. ein geübter Mountainbiker ist, kann er im letzten Moment ausweichen. «Es ist nichts passiert. Darum habe ich mir dabei nichts gedacht.»

Weiteres Ungemach

M. D. unternimmt eine weitere Ausfahrt. Dieses Mal im Gebiet von Termen. Und wieder auf einer Abfahrt an einer unübersichtlichen Stelle: «Dieses Mal war der Weg mit dünnen Baumstämmen verbarrikadiert.» M. D. bremst, steigt vom Velo und entfernt diese, um überhaupt weiterfahren zu können. «Nach diesem Vorfall war mir klar, was es damals mit dem Draht auf sich hatte», sagt er. «Da will uns jemand das Velofahrer-Leben schwer machen.» Das von M. D. Erlebte ist kein Einzelfall. Die RZ weiss: Es gibt noch weitere Velofahrer, welche Ähnliches erlebt haben.

Rechtlich nicht unproblematisch

M. D. erstattet daraufhin keine Anzeige. «Es ist ja kein Unfall passiert.» Dennoch: Rechtlich ist das Aufstellen von solchen «Fallen» nicht unproblematisch, erklärt Rechtsanwalt Alexander Köppel: «Wenn im Falle eines Sturzes mit Verletzungen nachgewiesen werden kann, dass sich der Sturz aufgrund der ‹gestellten Falle› ereignet hat und der Täter die Verletzung des Opfers für möglich halten musste und in Kauf genommen hat, so ist eine strafrechtliche Verurteilung nicht auszuschliessen.» Je nach Grad der erlittenen Verletzungen könne der Straftatbestand der Tätlichkeit, der einfachen oder gar der schweren Körperverletzung erfüllt sein. Das werde mit Busse, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft. «Zudem hat der Verletzte auf zivilrechtlichem Wege die Möglichkeit, vom Täter Schadenersatz für den erlittenen Schaden zu verlangen», so Köppel abschliessend.

Gemeinde weiss nichts

Kann es denn sein, dass Velofahren auf den Wegen von Ried-Brig verboten ist? «Nein», antwortet Gemeindepräsident Urban Eyer. «Ein Veloverbot gibt es bei uns nicht. Zumal die Rosswaldbahnen Velos transportieren. Dann kann nicht gleichzeitig ein Fahrverbot erlassen werden.» Hat er denn von den «Fallen» schon mal etwas gehört? Eyer: «Davon habe ich keine Kenntnis.» Es komme aber immer wieder vor, dass es zu unangenehmen Begegnungen zwischen Wanderern und Velofahrern kommen könne. «Weil die entsprechenden Interessen unterschiedlich sind, appellieren wir darum immer wieder an den gegenseitigen Respekt und die Fairness von Wanderern und Velofahrern untereinander», so Eyer.
*Name der Redaktion bekannt.

Peter Abgottspon

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Kommentare

  • walliser - 29

    hoffe das man noch mehr drähte und zweige hinstellt
    diese rücksichtslosen velofahrer sollte man schon lange stellen

  • Biker - 91

    In was für einer Welt leben wir eigendlich? Keine Toleranz, Geschweige Anstand. Ich hoffe nur, dass keiner zu Leide kommt, auch nicht ein Nahestehender des " Verursachers". Wissen die Eigendlich was sie da machen, und wir Diskutieren über Sinnlose Kriege.

  • Bruno - 1215

    Ich fahre seit über zehn Jahren ca. 2x in der Woche (Mountain Bike) und hatte noch nie eine negative Begegnung mit Wanderern / anderen Trail Benutzern.

  • Karl - 3032

    Biker haben auf den Wanderwege nichts zu suchen.

  • Eliane - 3317

    Auch Anwohner und Spaziergänger leben gefährlich wegen rasant fahrenden und rücksichtslosen Bikern.

    • Hans - 137

      Immer alle gleich in einen Topf werfen....

  • Stefan - 3420

    Soviel ich weiss, muss man ein Fahrzeug immer vor jedem Hindernis zum Stillstand bringen können. Ansonsten heisst es: nicht beherrschen des Fahrzeuges

    • Jan - 46

      Sehr intelligente Aussage!
      Innerorts wird auch meistens 50 gefahren obwohl in manchen Ortsteilen Schritttempo angebracht wäre.
      Es ist einfach nur falsch Fallen aufzustellen, warum auch immer!
      Um ein Raubtier abzuschiessen braucht es X Schafsrisse und noch dann gibts ein riesen Theater. Hier nur auch ein Argument für Fallen niederzuschreiben ist einfach nur daneben!

    • Olli - 2312

      einen gespannten Draht erkennt man x Metern Entfernung ;-)

  • dave - 2920

    Schade das der "Tourismuskanton Wallis" das Zusammenspielen zwischen Bikern und Wanderen nicht auf die Reihe kriegt. Östereich, das Südtirol und die Graubündner zeigen wie es gehen würde......

    • rollover - 323

      haben unsere so genannten Tourismusfachleute schon mal was schlaues auf die Beine gebracht? Das einzige was man sieht, ist das ewige gezanke wer nun mit wem und wer nicht. Das ist nur Geldverschwendung die niemandem was bringt. Tourismusförderung sieht für mich irgendwie anders aus, so wie eben in Österreich oder anderswo. Die Hände in den Schoss legen und warten bis das Manna vom Himmel fällt ist die falsche Strategie.

  • Hans - 4527

    Es gibt genügend Gebiete im Oberwallis mit Topinfrastruktur und Trails welche nur für Biker erstellt wurden z.B Bellwald, Eischoll usw.

    In Regionen mit hoher Fussgängerdichte sind Biker fehl am Platz.

    • Hans - 96

      Wenn man keine Ahnung hat sollte man besser keine Kommentare schreiben. "Oberwallis mit Topinfrastruktur"?! Ich fahre sicher nicht mit dem Auto nach Bellwald oder Eischoll zum biken. Ausserdem ist Bellwald ausschliesslich für Downhiller (Eischoll war ich noch nie).

    • Dan - 322

      Ich möchte hier noch kurz was klarstellen;
      Es gibt Biker und dann gibst noch Downhiller! Beides sieht ähnlich aus, ist es aber nicht!
      Bellwald, Eischoll usw. ist für Downhiller die rasen möchten!
      Wir Biker sind aber eher die Bergauffahrer und müssen am ende einer Bergtour auch noch nach unten Fahren und dies halt oft auch auf Wanderwegen.
      Deshalb sind wir doch nicht gleich Raser oder Verbrecher!?
      @Bruno auch ich hatte bis jetzt noch keine negative Begegnungen mit Wanderer, da sich mein Bergabtempo immer im Rahmen gehalten hat und ich auch Rücksicht auf andere genommen hatte.
      Fazit:
      Ich denke ein gutes Miteinander wäre doch die beste Lösung, anstatt Fallen und rücksichtslose Raserei!?

  • lothi - 6413

    [Zitat]...Plötzlich in einer Kurve während einer rasanten Abfahrt an einer unübersichtlichen Stelle passierts.[/Zitat]
    Und wenn eine Person da gestanden hätte?
    Barrikaden erstellen geht nicht, aber auf öffentlichen Wanderwegen rasen geht halt auch nicht.

    Gruss Lothi

    • Miche - 262

      Und dann steht plötzlich im Blick: Wolf von Biker überfahren! So macht biken Spass!

  • Biker - 3223

    Eine echte Sauerei ist das!!!

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