Bellwald | Ruedi Lehmann gewinnt Schweizer Solarpreis

Der Solarpionier aus Bellwald

Ruedi Lehmann vor einem Haus in Bellwald, mit im Balkongeländer integrierten Photovoltaikpanels.
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Ruedi Lehmann vor einem Haus in Bellwald, mit im Balkongeländer integrierten Photovoltaikpanels.
Foto: RZ

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Seit Jahren engagiert sich Ruedi Lehmann für die Solarenergie. In Bellwald rüstete er sogar Lawinenverbauungen mit Solarpanels aus.Jetzt wurde der 65-Jährige mit dem Schweizer Solarpreis in der Kategorie Persönlichkeiten ausgezeichnet.

«Der Gewinn des Solarpreises ist eine grosse Ehre für mich und eine Anerkennung für mein Engagement», sagt Ruedi Lehmann. Der 65-Jährige setzt sich seit vielen Jahren auf beruflicher, politischer und persönlicher Ebene für die Nutzung der Solarenergie in der Schweiz ein. Begonnen hat Lehmanns Begeisterung für die Solarenergie vor über drei Jahrzehnten. «Ich war gegen die Kernkraftwerke und suchte nach Alternativen zum Atomstrom.»

Vom Schlosser zum Solarpionier

Lehmann absolvierte zuerst eine Lehre als Metallbauschlosser. Als er sich später auf die Meisterprüfung vorbereitete, weckte ein Zeitungsartikel über Sonnenkollektoren sein Interesse. «Damals wurde ich noch als Spinner belächelt und fühlte mich als einsamer Rufer in der Wüste», erzählt Lehmann. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, sich weiter für die Nutzung der Sonnen­energie einzusetzen. Als Planer und Hersteller von Wintergärten faszinierte Lehmann die passive Nutzung der Sonnenenergie. Von 2008 bis 2012 sensibilisierte er an «seiner» Metallbautechnikerschule in Basel Studenten für das Thema Solarenergie. Seit zehn Jahren lebt Lehmann nun in Bellwald. «Meine Schwiegereltern besassen hier ein Ferienhäuschen. Mir hat es so gut gefallen, dass ich mich schliesslich ganz in Bellwald niederliess.»

Lawinenverbauungen mit Solarpanels

Aufsehen erregte Lehmann 2012 mit seinem Projekt, auf Lawinenverbauungen oberhalb von Bellwald Photovoltaikanlagen (PV) zu installieren. Dabei kann der Tüftler den Neigungswinkel der Solarpanels justieren und optimal an den Einstrahlwinkel der Sonne anpassen. Auch vom wirtschaftlichen Nutzen seiner Anlage ist er überzeugt: «Wenn wir die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) erhalten, sollte unsere Anlage in 15 Jahren amortisiert sein.» Auf die Idee, Lawinenverbauungen zur Stromproduktion zu nutzen, kam Lehmann auf einer Wanderung. «Ich suchte in Bellwald einen Stall oder sonst ein Gebäude, auf dem ich Solar­panels installieren konnte. Auf einem Spaziergang sah ich die Lawinenverbauungen. Da hat es klick gemacht.» Auch sein eigenes, 550 Jahre altes Wohnhaus in Bellwald hat er mit einer im Dach integrierten PV-Anlage ausgerüstet. In Bellwald herrschen laut Lehmann ideale Bedingungen für die Produktion von Solarstrom: «Die Sonnenscheindauer ist länger und die Sonnenscheinintensität höher als im Mittelland. Auch die sauberere Luft und die im Winter tieferen Temperaturen wirken sich positiv auf die Produktivität aus. Nicht zu vergessen die Reflexion durch den Schnee.» So erzeugen in Bellwald Solarpanels 35 Prozent mehr Strom als im ­Mittelland.

Strom produzieren im Balkongeländer

Eine andere Spezialität von Lehmann sind in Balkongeländer integrierte Solarpanels. «Gerade im Winter eignen sich diese hervorragend für die Stromproduktion.» Seit 2014 hat er im Oberwallis schon zwölf Häuser mit Solarbalkongeländern ausgerüstet. Der Trend geht immer mehr dahin, die Solarpanels direkt ins Dach oder in die Fassade zu integrieren. Grosses Potenzial für die Zukunft sieht Lehmann in den sogenannten Hybridkollektoren. Diese bestehen aus einer Kombination von Sonnenkollektoren und Photovoltaikmodulen. In Bellwald fühlt sich Lehmann gut aufgenommen. Er kann sich noch gut an die Reaktion von Gemeindepräsident Martin Bittel erinnern, als er erstmals im Gemeindebüro seine Ideen vorstellte: «Endlich jemand, der was macht.» Kürzlich half Lehmann die Plattform solar-Metallbau.ch ins Leben zu rufen. Darin will er sein Fachwissen zur Verfügung stellen, um die PV-Nutzung auf Geländern, Vordächern und Autounterständen sowie in Fassaden zu ­f­ördern.

Frank O. Salzgeber

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