Aussergewöhnliches Hobby | Das Ehepaar Heynen schiesst mit Modellkanonen

Die Kanoniere aus dem Suonendorf

Margrith und Edgar Heynen mit ihren Kanonen in Ausserberg.
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Margrith und Edgar Heynen mit ihren Kanonen in Ausserberg.
Foto: RZ

Edgar Heynen mit seiner 51 Millimeter Feldkanone bei einem Schiessen.
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Edgar Heynen mit seiner 51 Millimeter Feldkanone bei einem Schiessen.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Edgar und Margrith Heynen aus Ausserberg sind leidenschaftliche Feldkanonenschützen. Während er der Tüftler ist, gilt sie in der Szene als Meisterschützin.

Geschützfeuer, gebrüllte Kommandos und der Geruch von Schwarzpulver in der Luft – das ist die Welt von Margrith und Edgar Heynen aus Ausserberg. Die beiden sind leidenschaftliche Feldkanonenschützen. Regelmässig laden sie ihre 51-Millimeter-Feldkanone, um sich bei Meisterschaften mit anderen Kanonenschützen zu messen.

Die Kellnerin erschrickt

Seine Leidenschaft für Kanonen entdeckt Edgar Heynen kurz nach seiner Lehre als Automechaniker. «Ich erinnere mich an einen Abend, den ich mit einem Kollegen im Restaurant Bahnhof verbrachte», sagt er und lacht. «Die Kellnerin hatte die Polizeistunde ausgerufen, mein Freund und ich wollten jedoch noch etwas trinken.» Die beiden holen kurzerhand ihr selbst gebautes Kanonenrohr, machen es am Terrassengeländer des Restaurants fest, laden es mit Schwarzpulver und jagen der Kellnerin einen gehörigen Schreck ein. «Ein Bier gab es dann aber doch noch», erinnert sich Edgar Heynen. Vor 20 Jahren dann stellt er sich eine Drehbank in den Hobbyraum und die Faszination für Kanonen erwacht. «Ich erhielt Pläne und baute meine erste richtige Feldkanone in Modellgrösse», sagt der begeisterte Hobbytüftler.

Von der Schweiz nach Deutschland

Edgar und Margrith Heynen beginnen an Modellkanonenschiessen in der Schweiz teilzunehmen. Er präsidiert auch einige Jahre den Verband. «Zu den Schiessen kamen auch immer Kanonenfans aus Deutschland», sagt Eggy. «Es entstanden Freundschaften, und so kam es, dass meine Frau und ich in den deutschen Verband eintraten.» Mit der Verlagerung der Aktivitäten nach Deutschland werden auch die Kanonen grösser. Um diese bedienen zu können, müssen die Heynens einen Schwarzpulverkurs absolvieren. «Während in der Schweiz Modellkanonen-Kaliber bis 20 Millimeter erlaubt sind, darf man bei unseren nördlichen Nachbarn bis
90 Millimeter Kaliber bei der leichten Feldartillerie verwenden», erklärt der Kanonenfachmann. «Mit einem befreundeten Paar (Uwe Setzer und Silvia Allgäuer) haben wir deshalb eine Kanone mit einem Kaliber von 51 Millimetern nach dem Vorbild des preussischen Geschützes von 1830 gebaut.» Mit dieser Kanone schiessen sie seitdem drei Mal pro Jahr in Deutschland. «Auf einem Waffenplatz der deutschen Bundewehr in Thüringen können wir unserem Hobby in vollen Zügen nachgehen», sagt Edgar Heynen. Das Geschütz, das rund 400 Kilogramm wiegt, bleibt dabei immer in Deutschland. «Einmal wollten wir mit einer kleinen Kanone offiziell nach Deutschland einreisen», erinnert sich Heynen und schmunzelt. «An der Grenze gab es jedoch massive Schwierigkeiten, die Ausfuhr von Kriegsmaterial stand plötzlich im Raum. Also haben wir entschieden, solchen Stress in Zukunft zu vermeiden und benutzen die gemeinsame Kanone nur in Deutschland.»

Margrith Heynen – die Meisterschützin

So gross Heynens Begeisterung für den Bau und das Abfeuern von Feldkanonen sein mag, was Zielgenauigkeit angeht, ist allerdings seine Frau Margrith das Mass der Dinge. Zwei Mal in Folge holt sie an der Europameisterschaft die Silbermedaille. Am Neujahrsempfang der Gemeinde Ausserberg wird sie dieses Jahr dafür geehrt. «Für mich steht beim Kanonenschiessen jedoch nicht das Gewinnen im Vordergrund», sagt Margrith. «Ich geniesse vor allem die Geselligkeit an den Schiessen. Die Stimmung in der Frauengruppe ist immer toll. Wenn man dann noch Medaillen holt, ist das sozusagen einfach ein Bonus.» Anzuerkennen, dass seine Frau die bessere Schützin ist, bereitet Magriths Mann Edgar keine Mühe. «So ist das halt», sagt er und lächelt. Tüftler Heynen konzentriert sich deshalb mehr auf die detailgetreue Herstellung der Kanonen.

Martin Meul

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