Zermatt | Baustart verzögert sich

Einsprache gegen geplanten Neubau der Rothornhütte

Die neue Rothornhütte wird unterhalb des alten Gebäudes gebaut.
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Die neue Rothornhütte wird unterhalb des alten Gebäudes gebaut.
Foto: zvg/arnold/perren/zurniwen architekten

Quelle: RZ 0

Für den geplanten Neubau der Rothornhütte lag eine gültige Baubewilligung vor, gegen welche eingesprochen wurde: vom Gesuchsteller selbst. Er akzeptiert sie wegen «nicht nachvollziehbaren Auflagen» nicht.

Die oberhalb von Zermatt auf 3200 Metern am Fuss des Zinalrothorns gelegene Rothornhütte steht auf geologisch schlechtem Grund und ist zudem ein Sanierungsfall: Der Permafrost setzt ihr zu, das Dach ist undicht, die Fassade hat Risse, es gibt keine Heizung und das Abwasser gelangt vom Plumpsklo ungereinigt in die Umwelt. Die Besitzerin, die SAC-Sektion Oberaargau, ist darum zum Handeln gezwungen. Sie will das 1948 erstellte Gebäude abreissen und etwas unterhalb des jetzigen Standorts durch einen nach neusten Anforderungen und Normen konzipierten Neubau ersetzen. Ursprünglich stand auch ein ersatzloser Abriss zur Diskussion (die RZ berichtete). Der SAC wolle aber grundsätzlich Bergsteigen ermöglichen und entsprechende Übernachtungsmöglichkeiten bieten, sagte der Sektionspräsident Erich Altermatt im besagten Artikel. Kostenpunkt inklusive Abriss: Zwischen 2,5 und drei Millionen Franken, wovon rund ein Drittel gesichert sei, sagt Altermatt. Der Rest müsse noch beschafft werden.

Die Krux mit der Bewilligung

Dafür haben bereits verschiedene Gespräche mit möglichen Geldgebern stattgefunden. «Wir haben durchaus positive Signale erhalten», sagt Altermatt. Für eine verbindliche Zusage werde aber eine gültige Baubewilligung vorausgesetzt. Und mit genau dieser Bewilligung schlägt sich die Bauherrschaft mit Präsident Altermatt herum. Denn: Eine solche lag bereits vor und mit dem Bau hätte begonnen werden können. «Wir haben aber selber gegen den an sich positiven Entscheid eingesprochen», sagt Altermatt. Der Grund liegt bei den Steinen, aus welchen die alte Hütte gebaut ist. Denn laut Baubewilligung muss sämtliches Abrissmaterial fachgerecht entsorgt werden – wozu folglich auch die Steine zählen. Der entsprechende Abtrans­port per Helikopter hätte aber für die Bauherrschaft Mehrkosten von rund einer halben Million Franken bedeutet.

Gespräch brachte Lösung

Und da es sich bei den Steinen um ein natürliches und mutmasslich örtliches Material handelt, ist diese Auflage für die Bauherrschaft ökologisch fragwürdig. «Zumal wir für die Mehrkosten keinerlei Mehrwert gehabt hätten», sagt Altermatt. Deshalb habe man mit den Behörden das Gespräch gesucht und gleichzeitig aus rechtlichen Gründen auch formal dagegen eingesprochen. «Mit der für uns nicht nachvollziehbaren Auflage liegen uns im wahrsten Sinne des Wortes Steine im Weg», sagt Altermatt. Laut Altermatt konnte aber beim Gespräch eine Lösung gefunden werden: Anstelle des Abtransports werden die Steine beim Bau der neuen Hütte für die dabei vorgesehene Terrasse oder aber den Helilandeplatz wiederverwertet. «Aufgrund der guten Gespräche sehe ich keine Anzeichen, dass wir die angepasste Baubewilligung nicht bekommen sollten», zeigt sich der SAC-Sektionspräsident zuversichtlich. Nichtsdestotrotz steht sie noch aus. Ob dies den ursprünglich geplanten Baubeginn von 2019 verzögert, ist offen. Altermatt wollte darüber nicht spekulieren.

Offenes Verfahren

Und die kantonale Baukommission als Bewilligungsbehörde lässt sich diesbezüglich nicht in die Karten blicken: Das Beschwerdeverfahren sei zurzeit noch hängig und die Instruktion des Beschwerdedossiers werde durch den Rechtsdienst der Staatskanzlei durchgeführt, teilt sie schriftlich mit. «Aufgrund des laufenden Verfahrens ist es darum nicht möglich, weitergehende Informationen, insbesondere zum weiteren Verfahrensverlauf, zu erteilen.» Nur so viel: Der seitens der kantonalen Baukommission gefällte Baubewilligungsentscheid vom letzten Herbst sei von der Gesuchstellerin mittels Beschwerde an den Staatsrat angefochten worden, so abschliessend. Somit bleibt das weitere Vorgehen zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Peter Abgottspon

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