Gamsen | Ärger wegen Bushaltestelle

Gefährlicher Weg zum Kindergarten

Die Kindergärtner müssen praktisch auf der Strasse auf das PostAuto warten.
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Die Kindergärtner müssen praktisch auf der Strasse auf das PostAuto warten.
Foto: RZ

Quelle: RZ 4

Zwei Haltestellen in Gamsen sorgen für Gesprächsstoff. Der Grund: Die Kindergärtner stehen praktisch auf der Strasse und warten aufs Postauto. Jetzt wehren sich die Eltern.

«Wenn ich einen Kindergärtner allein bei der Haltestelle sehe, habe ich immer ein ungutes Gefühl», sagt Peter Hefti von der IG Gamsen. Der Mann weiss, wovon er spricht. Seine sechsjährige Tochter Tatjana musste im letzten Schuljahr ebenfalls mit dem Postauto von Gamsen nach Brigerbad in den Kindergarten fahren. «Dass die Kinder an der Haltestelle praktisch auf der Strasse stehen, ist schon sehr bedenklich», sagt Hefti.

«Gefährliche Situation»

Im Zentrum der Kritik stehen die beiden Haltestellen «Gamsen Dorf» und «Landmauer». «Beide Haltestellen sind nicht überdacht und bei der ‹Landmauer› besteht keine Sitzgelegenheit. Zudem liegen die Haltestellen direkt an der Strasse, sodass die vorbeifahrenden Fahrzeuge eine Gefahr für die Kinder sind», klagt Hefti. Erschwerend komme hinzu, dass durch die Schneeräumungsarbeiten im Winter ein Schneewall entstehe, den die Kleinen fast nicht überwinden könnten. «Dadurch sind sie gezwungen, mitten auf der Strasse auf das Postauto zu warten.» Für die ­Eltern der Kinder und die IG Gamsen eine «höchst unglückliche und gefährliche Situation», wie Peter Hefti betont.

Rechtskräftiges Urteil

Nach Rücksprache mit der Gemeinde und mit PostAuto Oberwallis wurde aus besagten Gründen im letzten Sommer eine Haltestelle verlegt. Nur: Die Situation hat sich nur unwesentlich verbessert. «Um die Haltestelle ‹auf der Landmauer› zu erreichen, müssen die Kinder eine Strasse ohne Fussgängerstreifen queren. Das ist kein ungefährliches Unterfangen», hält Hefti fest. In diesem Zusammenhang weist der vierfache Familienvater auf ein Urteil des bernischen Verwaltungsgerichts von 2012 hin, in dem festgehalten wird, «dass die unbegleitete Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel vier- bis sechsjährigen Kindern nicht zugemutet werden kann». Für Hefti ist es darum wichtig, dass sich die verantwortlichen Stellen mit dem Thema auseinandersetzen. «Die bisherige Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde war sehr konstruktiv. Darum hoffen wir, dass die Behörden auch weiterhin ein offenes Ohr für unser Anliegen haben», sagt Hefti.

Eltern in der Verantwortung

Auf Nachfrage bei der Gemeinde zeigt sich Kurt Bumann, Abteilungschef öffentliche Sicherheit der Stadtgemeinde Brig-Glis, etwas irritiert. Einerseits sei die umstrittene Haltestelle verlegt worden und andererseits gebe es bereits eine überdachte Haltestelle in Gamsen. «Diese befindet sich praktisch vis-à-vis dem Halteplatz in Richtung Brigerbad», sagt Bumann. «Wenn das Postauto kommt, das die Kindergärtner nach Brigerbad fährt, müssen sie nur die Strasse überqueren, um einzusteigen.» Dass dadurch ein zusätzliches Gefahrenpotential besteht, kann Bumann zwar nachvollziehen. Trotzdem sieht er auch die Eltern in der Verantwortung: «Gamsen ist sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und wir haben mehrere Haltestellen im Dorf. Wie wäre es, wenn die Eltern ihre Kinder zur Haltestelle begleiten würden?», fragt Bumann rhetorisch, um dann doch noch versöhnlich anzufügen: «Wir schauen die Sache gerne an.»

Walter Bellwald

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Kommentare

  • Kein Gamsner - 12

    Kinder allein mit dem Postbus loszuschicken ist nicht so ohne Risiken. Da ist die Haltestelle am Straßenrand nur eine Gefahr von vielen, ob auf dem Weg innerhalb des Busses, oder auch am Ziel beim Aussteigen und queren der Gasse.
    Eltern haben die Verantwortung abzuschätzen, ob ihre Kinder den Gefahren gewachsen sind, Notfalls müssen die Kids eben von ihnen begleitet werden.
    Immer sofort nach der Mithilfe von Gesellschaft, Staat und Kirche zu verlangen, finde ich ein wenig maßlos.

  • Gamsner sid 13jahr - 412

    Ich finde es echt unnötig da so ein Tamtam zu machen.!
    Wir Gamsner sind dies gewohnt seid vielen Jahren das die Haltestellen auf der Strasse liegen.
    Es sind nur die neuen Anwohnern in Gamsen die hinzugezogen sind die Probleme damit haben.
    Sorry aber wenns einem nicht passt braucht man nicht nach Gamsen ziehen.

    • Gamsner - 130

      Hm, so lange können Sie ja wohl nicht in Gamsen wohnen! Denn dann wüssten sie, dass die Schüler früher mit einem Bus gefahren wurden! Ihre Aussage ist falsch und zeigt, dass sie überhaupt keine Ahnung von der Thematik haben.
      Einfach so die neuen Anwohner von Gamsen zu beleidigen, finde ich ziemlich arrogant und wir anderen Gamsner sind froh, wenn neue Familien nach Gamsen kommen. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser schweigen.

  • Gamser - 230

    «Diese befindet sich praktisch vis-à-vis dem Halteplatz in Richtung Brigerbad», sagt Bumann. «Wenn das Postauto kommt, das die Kindergärtner nach Brigerbad fährt, müssen sie nur die Strasse überqueren, um einzusteigen.»

    Also sollen die noch zum Teil 4-Jährigen bei Regen und Schneefall vor einen fahrenden Bus springen, über einen Schneewall klettern und hoffen diesen zu erwischen (wenn der Bus dann mal pünktlich kommen sollte).
    Weiter kann ich mich daran erinnern, dass gemäss BRIGGA, für ein Kind wichtig sei, denn Schulweg alleine zu bestreiten (Kinder sollen Erfahrungen sammeln). Ich habe bereits mehrmals bemerkt, dass Eltern bei den besagten Haltestellen nach ihren Kindern schauen. Meiner Meinung nach erfüllen die Eltern ihre Aufgabe. Mehr tun, könnte die Gemeinde, indem sie für die Kleinsten einen sicheren Halteraum erstellen würde.

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