Saas-Grund | Melanie Burgener will Jägerin des Jahres werden

«Ich bin sehr ehrgeizig»

Waidmannsheil: Melanie Burgener präsentiert stolz das erlegte Wild.
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Waidmannsheil: Melanie Burgener präsentiert stolz das erlegte Wild.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Melanie Burgener ist Kandidatin zur Schweizer Jägerin 2018–2020. Die sympathische Gastronomin über ihre Teilnahme an der Wahl und warum sie gerne auf die Jagd geht.

Wer Melanie Burgener zum ersten Mal sieht, erkennt in ihr nicht auf Anhieb die leidenschaftliche Jägerin. Schlanke Taille, rot lackierte Fingernägel, leise Stimme. Auch auf den zweiten Blick passt Melanie Burgener so gar nicht in die raue Jägerwelt. Doch weit gefehlt. Die 36-Jährige hat schon früh gelernt, sich durchzusetzen und ihren Weg zu gehen. Schon als kleines Mädchen fährt sie Skirennen mit dem grossen Ziel, später einmal im Skiweltcup mitzufahren. Aus gesundheitlichen Gründen muss sie aber kürzertreten und konzentriert sich fortan aufs Carven. Mit Erfolg: 2011 wird sie Weltmeisterin im Speed Carving.

Beste Jungjägerin

Nach der kaufmännischen Ausbildung und zwei Sprachaufenthalten in Neuseeland und in der Westschweiz lernt sie ihren heutigen Lebenspartner Peter Anthamatten kennen. Mit ihm zusammen führt sie 13 Jahre lang das Hotel/Restaurant Bergheimat. «Weil Peter ein begeisterter Jäger ist, wurde ich in dieser Zeit auch immer mehr mit der Jagd vertraut», verrät Burgener. So kommt es, dass sie zusammen mit ihrem Partner und ihren Jagdhunden auf die Pirsch geht. «Ich war vom ersten Augenblick an hell begeistert. Die Natur, die Stille und die Tierwelt haben mich sofort in den Bann gezogen», schwärmt Burgener. Sie beschliesst, das Jagdpatent zu machen. Mit Erfolg. Als beste Jungjägerin des Jahrgangs 2017 schliesst sie die Jagdprüfung ab. «Das hat mich sehr gefreut. Vor allem auch, weil ich nicht nur die Theorie, sondern auch die Schiessprüfung mit Bravour bestanden habe.»

Ausgleich zum Alltag

Wenn Melanie Burgener auf der Jagd ist, dann ist sie in ihrem Element. «Die Jagd ist ein sehr guter Ausgleich zu meinem Alltag», sagt die Gastronomin, die mit ihrem Partner den «Platzhirsch», eine Bar im Herzen von Saas-Grund, führt. «Während es hier immer sehr laut und hektisch zu und her geht, begleitet mich auf der Jagd die Ruhe und Stille. Das schätze ich sehr.» Dabei zeigt sich Burgener, wenn es sein muss, auch wetterresistent. «Ich geniesse es auch, wenn zwischendurch mal die ‹Guxa› geht. Dann ziehe ich die Kapuze noch tiefer ins Gesicht und stapfe vorwärts.» Das Vorurteil, wonach Frauen sich in der Männerdomäne der Jagd nicht behaupten können, lässt sie nicht gelten. «Auch wir Frauen stehen unseren Mann, wenns drauf ankommt. Zudem bin ich sehr ehrgeizig. Auch auf der Jagd. Ich will nicht einfach nur als Begleiterin wahrgenommen werden, sondern will auch mal zum Blattschuss ansetzen», sagt Burgener.

Rehbock erlegt

Erst vor wenigen Monaten hat die passionierte Jägerin, die bei den Jagdbläsern Saas mitspielt, ihr erstes Tier geschossen. «Ein Kollege aus Deutschland hat meinen Partner und mich in sein Jagdrevier eingeladen.» Dabei erlegt Burgener ihren ersten Rehbock. «Es war ein kleiner Bock, ein sogenannter Spiesser, der mir im Morgengrauen vor die Büchse gelaufen ist.» Auch als Jägerin hat Melanie Burgener einen grossen Respekt vor den Tieren. «Mir ist es wichtig, dass ich das Tier ansprechen kann und mit einem sauberen Blattschuss erlege.» Allen Kritiken zum Trotz sieht sie die Jagd nicht als dumpfe Knallerei, sondern als wichtigen Bestandteil, um die Natur im Gleichgewicht zu halten. «Die Jäger sorgen dafür, dass die Wildpopulation nicht zu gross wird und sich keine Krankheiten einnisten können. Zudem gibt es dadurch weniger Wildschäden im Wald und bei der Landwirtschaft, und das ökologische Gleichgewicht bleibt erhalten.»

Voting bis am 6. Januar 2018

Auf ihre Kandidatur als Schweizer Jägerin angesprochen, gibt sich Melanie Burgener zuversichtlich. «Es wäre mir eine grosse Ehre, als Botschafterin der Jagd einzustehen und die Aufgabe der Jäger der Bevölkerung näherzubringen», sagt Burgener. Dass mit Kerstin Kummer schon einmal eine Oberwalliserin zur Schweizer Jägerin gekürt wurde, sei eine zusätzliche Motivation, mache die erneute Wahl einer Walliserin jedoch nicht einfach. «Ich würde mich freuen, wenn ich dieses Amt ausführen könnte. Nicht zuletzt deshalb hoffe ich auf viele Stimmen aus dem Oberwallis», sagt Burgener. Zusammen mit neun weiteren Kandidatinnen buhlt sie um die Krone der «Schweizer Jägerin 2018–2020». Auf der Online-Plattform www.schweizerjaeger.ch kann bis am 6. Januar 2018 abgestimmt werden. Es darf mehrmals gevotet werden. Drei Finalistinnen werden von einer Fachjury ausgewählt. Die vierte Finalistin wird mittels Online-Voting ermittelt. Aus den vier Finalistinnen kürt die Jury mittels eines Live-Interviews dann die Schweizer Jägerin 2018–2020.

Walter Bellwald

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