Tierhandel | Unseriöse Inserate auf Oberwalliser Internetplattformen geschaltet

Illegaler Welpenhandel im Oberwallis aufgeflogen

Solche Inserate schaltet die Welpenmafia im Internet auf.
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Solche Inserate schaltet die Welpenmafia im Internet auf.
Foto: zvg

Quelle: RZ 1

Im Oberwallis ist ein Fall von illegalem Welpenhandel auf regionalen Inserateplattformen aufgeflogen. Gegen mehrere Personen wurde Straf­anzeige erstattet.

Schon seit längerer Zeit registrierte der Tierschutz Oberwallis, dass auf regionalen Verkaufsplattformen wie O-Bei.ch oder RhoneMarkt.ch suspekte Inserate aufgeschaltet werden, in denen Hundewelpen zum Verkauf angeboten werden. «Auffällig an diesen unseriösen Inseraten ist, dass sich die Texte der Inserate kaum voneinander unterscheiden und die Bilder der angebotenen Hunden praktisch allesamt aus dem Internet kopiert werden», sagt der Präsident des Tierschutzes Oberwallis, Daniel Pfaffen. «Zudem werden sehr viele verschiedene Hunderassen angeboten, was natürlich ebenfalls sehr verdächtig ist, da seriöse Züchter meistens nur auf eine Rasse spezialisiert sind.»

Hunde aus Italien eingeführt

Meldete sich ein potenzieller Käufer auf ein solches Inserat, so wurde von den Welpenhändlern in den Fällen der Inserate auf O-Bei.ch versucht, von Italien aus einen ähnlichen Hund zu organisieren und diesen mittels gefälschten Papieren zu importieren. «Dieses Vorhaben hat denn auch leider auch mehrmals funktioniert», sagt Pfaffen. Nachdem der Tierschutz Oberwallis auf die Inserate aufmerksam wurde, dokumentierte der Verein die Aktivitäten der Welpenhändler im Netz. «Als wir genügend Indizien gesammelt hatten, haben wir die betroffenen Portale mit einem Schreiben auf die Missstände hingewiesen, worauf O-Bei.ch die entsprechenden Inserate unverzüglich gelöscht hat», sagt Pfaffen. Auch RhoneMarkt.ch entfernte die Inserate, allerdings sind einige ­davon auf der Facebookseite der Plattform weiterhin sichtbar. «Leider haben sich die Plattformen nicht persönlich mit uns in Verbindung gesetzt», sagt Pfaffen weiter. «Wir bedauern das, weil wir die Plattformen gerne darauf hingewiesen hätten, dass es sich bei Tierinseraten um das Anbieten von Lebewesen handelt. Somit sollten auch sie von sich aus entsprechende Massnahmen treffen, um Missständen entgegenzuwirken.» Denn auch die Verkaufsplattformen würden sich mitschuldig machen, wenn sie ihre Verantwortung nicht wahrnehmen würden.

Behörden eingeschaltet

Der Tierschutz Oberwallis informierte auch das kantonale Veterinäramt über die Vorfälle. «Die zuständige Behörde hat anschliessend weitere Indizien gesammelt und ein Strafverfahren gegen mehrere Personen aus dem Oberwallis eingeleitet», sagt Pfaffen. «Es stellte sich heraus, dass gegen eine der beschuldigten Personen bereits aufgrund eines früheren Vorfalls ein Tierhalteverbot ausgesprochen worden war.»

Probleme auch für Halter

Der aktuelle Fall zeigt auch, dass der Kauf von Welpen von unse­­riösen Händlern auch für die Halter Konsequenzen haben kann. «Vielfach sind solche Hunde aufgrund der miserablen Aufzuchtbedingungen schwer krank und verursachen entweder sehr hohe Tierarztkosten oder sterben nach kurzer Zeit», sagt Daniel Pfaffen. «Im konkreten Fall ist einer der importierten Hunde leider verendet, ein anderer ist mittlerweile seit längerer Zeit in einem Tierheim.» Neben den gesundheitlichen Risiken gelte es auch zu bedenken, dass die süssen Welpen meist aus Massenproduktionen stammen würden. «Die Hunde werden unter schlimmsten Bedingungen ‹produziert› und anschliessend viel zu früh von der Mutter getrennt, um sie danach in Kofferräumen quer durch Europa zu transportieren», ärgert sich Pfaffen. «Langfristig wirklich etwas dagegen tun kann man nur, wenn solche Hunde nicht mehr gekauft werden und sich dieses traurige Geschäft für die Welpenmafia nicht mehr lohnt.»

Martin Meul

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Kommentare

  • Markus Imbodu, Visp - 97

    Bei allem Respekt liebe RZ und Mitleser: Das Thema ist nicht neu und gab es schon vor dem Internet. Da haben gewisse Verlage und Medien kräftig mitverdient und gerne weggeschaut! Jetzt mit dem Pranger gegen Obei und co anzukommen... Die Dame erwähnt es ja selber, solange es geizige Mitmenschen gibt, wird es leider immer solche Angebot geben.

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