Region | Neue Forderung des Vereins Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere

Ist das die Lösung in der Wolfsdebatte?

Wölfe nähern sich Siedlungsgebieten.
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Wölfe nähern sich Siedlungsgebieten.
Foto: Peter Reinäcker/pixelio.de

Quelle: RZ 0

Der Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere fordert klare Massnahmen im Umgang mit dem Wolf.

«Der Kanton muss beim Thema Wolf vermehrt Verantwortung übernehmen», fordert Georges Schnydrig, Präsident des Vereins Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere. Für ihn ist klar: «Es gibt ausser dem Bund niemanden, der sich zurzeit verantwortlich fühlt.» Die Leidtragenden dieser «Verantwortungslosigkeit» sind die Schäfer und Ziegenzüchter, die sich im Stich gelassen fühlen. Das soll die Umweltkommission des Ständerats (Urek) ändern.

Nulltoleranz im Wohngebiet
Ein erster Schritt dazu ist bereits getan: Die Urek heisst den Vorschlag des Bundesrats gut, gewisse Lockerungen bei der Bestandesregulierung von Grossraubtieren zuzulassen. Dies ist vor einigen Wochen geschehen. Damit erfüllt die Kommission einen Teil der Forderungen, welche der Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere stellt. Schnydrig ist jedoch nicht gänzlich zufrieden: «Wir fordern zusätzlich eine Null Toleranz für Wölfe in Wohngebieten», sagt er. Heisst konkret: Sobald sich ein Wolf in einem Siedlungsgebiet aufhält, hat der Kanton das Recht, den Wolf aus dem Gebiet zu entfernen. Der Vorstand des Vereins Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere ist überzeugt, dass die Sicherheit der Bevölkerung vor Übergriffen aufgrund der raschen Populationszunahme nicht garantiert ist. Selbst wenn Wölfe in den vergangenen 50 Jahren nachweislich in Europa neun Menschen getötet haben und die Wahrscheinlichkeit deshalb wesentlich höher ist, von einem Blitz getroffen als von einem Wolf getötet zu werden, ist für Schnydrig klar: «Wenn wir die Wolfsproblematik nicht lösen, werden die Probleme in den nächsten Jahren in diesem Bereich weiter anwachsen.»

Wo ist das Augstbordrudel?
Die Wolfsproblematik zu lösen, ist jedoch nicht einfach. Auch für Schnydrig stellt sich die Frage, wie weit ein Wolfsabschuss hilft. Er weiss: Der nächste Wolf wird bestimmt wieder kommen. Doch er ist überzeugt: «Die Wölfe sind schlaue Tiere und meiden womöglich Gebiete, in denen andere Wölfe eliminiert wurden.» Er nennt dazu ein Beispiel: «Seit in der Augstbordregion ein Jungwolf geschossen wurde, gab es immer weniger nachgewiesene Spuren des dort ansässigen Wolfsrudels.» Demnach glaubt er, dass der Wolf seinen Instinkt über all die Jahre bewahrt hat und sagt: «Ich weiss nicht, wo sich das Augstbordrudel befindet, doch ich kann mir vorstellen, dass sich das Rudel nach dem Abschuss des erwähnten Wolfs einen anderen Lebensraum gesucht oder sich womöglich aufgelöst hat.» Trotzdem ist für Schnydrig klar, dass es weitere Wölfe in der Region gibt und er hofft nun auf den Support des Kantons. «Der Kanton darf die heisse Kartoffel nicht länger herschieben und muss auf der Basis des neuen Jagdgesetzes Verantwortung übernehmen.»

Simon Kalbermatten

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