Region | Wallis

Käsestreit um Walliser Raclette

Walliser Raclette-Käse ist aus Rohmilch hergestellt, doch vielerorts wird Industrie-Käse als Walliser Raclette verkauft.
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Walliser Raclette-Käse ist aus Rohmilch hergestellt, doch vielerorts wird Industrie-Käse als Walliser Raclette verkauft.
Foto: RZ

Quelle: RZ 3

Der Sortenorganisa-tion Walliser Raclette stösst es sauer auf, wenn Wirte Walliser Raclette-Abende verkaufen, dabei aber französischen Käse streichen.

Ausser Emmentaler wurde wohl kaum eine andere Käsesorte so oft kopiert wie Raclette. Nur für Walliser Raclette konnte aber die selbst in der EU gültige geschützte Ursprungsbezeichnung AOP eingetragen werden. Es ist aber auch fast der einzige Raclette-Käse, der aus Rohmilch hergestellt wird. «Der vollfette Walliser Raclettekäse aus Rohmilch ist viel intensiver im Geschmack als industriell hergestellter Käse», weiss Urs Guntern, Geschäftsführer der Sortenorganisation Walliser Raclette AOP. Allerdings sind auch die Anforderungen höher, namentlich an die Hygiene beim Melken der Kühe. Dadurch rechtfertige sich auch der höhere Preis, verglichen mit Industrie-Raclette, zumal auch die Bauern als Milchproduzenten ihren Kühen nur Heu oder Gras verfüttern dürfen mit etwas Kraftfutter und die Milch täglich an die Käserei abliefern müssen.

Die Konkurrenz deklariert falsch
Obschon durch Appenzeller Raclette ein neuer Mitbewerber auf dem Markt tätig ist, freut sich Urs Guntern darüber, dass sich selbst eine so grosse Marke wie Appenzeller am Wallis orientiert. Appenzeller Raclette ist für ihn aber nicht die grösste Konkurrenz, zumal sich Appenzeller im gehobeneren Preissegment positioniert. Guntern ärgert sich: «Gas-tronomen, die Walliser Raclette-Abende organisieren, aber französischen Käse streichen, weil dieser billiger ist, bereiten mir Mühe, denn sie gaukeln Gästen etwas vor, das nicht stimmt.» Selbst wenn nicht alle Wirte AOP-zertifizierten Käse verwenden, solle doch zumindest Käse aus dem Wallis gestrichen werden. Gemeint ist etwa aus thermisierter Milch hergestellter Aletsch-Raclette der Walker AG in Bitsch oder Marenda-Raclette, der von der Cremo AG in Siders hergestellt wird. Auch bei diesen profitieren letztlich Milchbauern im Wallis, sodass laut Guntern «die AOP-Zertifizierung einen doppelten Zweck erfüllt, wenn die Werbung für Walliser Raclette auch andere Raclette-Sorten aus dem Wallis mitzieht.»

Christian Zufferey

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Kommentare

  • Daniel - 26

    @Petsch: Vielleicht lässt man nicht alle mit einem Schülerausweis in der Growa einkaufen, aber auch in der Growa gibts Raclette-Käse auf Rohmilch.

  • Petsch - 216

    Man ist, was man isst...
    Viele Leute auch im Wallis wissen nicht mehr was Gutes und Gesundes essen ist. Raclette und auch Käse aus Pasteurisierte und auch thermisierter Milch schmeckt in der Regel wirklicht nach nichts. Darum konsumiere ich auch Auswärts in der kein Regel nichts mehr, der überteurte und industrielle Einheitsfood oft aus dem Grosshandel (Growa etc...) können andere essen.

    • Ivan - 324

      Der Raclette von der Growa schmeckt sehr gut.

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