Ernen | Die Arbeiten werden nach Ostern 2018 wieder aufgenommen

Kirchenrenovation in Ernen: Erste Teiletappe geschafft

Nach der Sanierung der Aussenfassade erstrahlt die 500 Jahre alte Pfarrkirche Ernen in neuem Glanz.
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Nach der Sanierung der Aussenfassade erstrahlt die 500 Jahre alte Pfarrkirche Ernen in neuem Glanz.
Foto: Pfarrei Ernen

Quelle: RZ 0

Nachdem heuer vor allem die Aussenhülle der Erner Kirche instand gesetzt wurde, sollen 2018 die Innenarbeiten folgen. Bei der Finanzierung fehlen allerdings noch mehr als eine halbe Million Franken.

Das Gerüst an der Pfarrkirche Ernen ist abmontiert, die erste Teil­etappe der Renovation geschafft. Nach Auskunft des verantwortlichen Architekten Pascal Abgottspon habe man sich in der ersten Phase 2017 auf die Sanierung der Aussenhülle konzentriert, in der nächsten Phase widme man sich dem Innenbereich.

Erste Renovation seit 50 Jahren

Die in den Jahren 1510 bis 1518 vom berühmten Baumeister Ulrich Ruffiner erbaute Kirche wurde letztmals vor 50 Jahren renoviert. Jetzt machten unter anderem undichte Stellen im Dach eine Sanierung dieses denkmalgeschützten Bauwerks unumgänglich. Dabei werden die alten Tannenholzschindeln durch langlebigere Schindeln aus einheimischem Lärchenholz ersetzt. Für die 1000 Quadratmeter Dachfläche werden rund 240 000 Schindeln benötigt, die ein Gewicht von etwa 21 Tonnen auf die Waage bringen. Die Arbeiten im Bereich des Kirchenschiffs sind abgeschlossen. Im nächsten Jahr will man gemäss Abgottspon dann noch den Chorbereich in Angriff nehmen. Nicht gewechselt werden die Schindeln des Kirchturms, die in den 1980er-Jahren nach einem Blitzeinschlag vollständig erneuert wurden und sich noch in einem recht guten Zustand befinden. Neben dem Ersatz der Dachschindeln wurde der Dachbereich auch besser isoliert. Parallel zur Dachsanierung wurde 2017 die Kirchenfassade saniert und der Blitzschutz verbessert. Insgesamt sind rund 125 Laufmeter an Rissen mit einem Kalk-Zement-Mörtel ausgebessert worden.

Neue Heizung

Mit der zweiten Sanierungsetappe will man laut Abgottspon nach Ostern 2018 beginnen. Dabei werden vereinzelte Schäden an den Innenmauern ausgebessert und die Kirchenbänke sanft aufgefrischt. Ein Ersatz ist nicht vorgesehen. Ebenso werden im Kirchenmuseum lediglich kleinere Unterhaltsarbeiten durchgeführt. Ansonsten bleibt das Kirchenmuseum entgegen anders lautender Gerüchte in der Kirche. Eine spürbare Verbesserung für die Gottesdienstbesucher soll durch die Erneuerung der Heizung erreicht werden. Diese beinhaltet neben des Ersatzes der Steuerung auch den Wechsel von elektrischer Wärmeerzeugung zur Nutzung der Fernwärme. Daneben soll das in die Jahre gekommene Elektrotableau ebenso ersetzt werden wie die Beleuchtung sowie die Alarmanlage. Die seit Jahren nicht abgestaubten Altäre und Statuen müssen gereinigt werden. Der Staub kann aber nicht einfach mit einem Staubwedel oder Tuch entfernt werden, da dies die Kunstwerke sonst beschädigen könnte. Deshalb muss eine Restauratorin diese Arbeiten fachgerecht ausführen.

Restauration der alten Turmuhr

Eine besondere Bedeutung hat die 1532 vom Zürcher Uhrmacher Hans Luter hergestellte alte Turm­uhr, die 400 Jahre lang ihren Dienst leistete und erst 1931 durch die jetzige Turmuhr ersetzt wurde. Die nicht mehr benötigte alte Turmuhr wurde fast entsorgt, dann aber doch gerettet und wieder gangbar gemacht. Im Zuge der jetzigen Kirchenrenovation wurde sie begutachtet und als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft. Deshalb soll sie 2018 auch restauriert und danach wieder im Kirchturm aufgestellt werden und so einem interessierten Publikum wieder zugänglich gemacht werden.

Ersatzlösung für Gottesdienste

Wegen der Sanierungsarbeiten bleibt die Kirche 2018 nach Ostern bis voraussichtlich Ende Mai geschlossen. Eine weitere mögliche Schliessungsperiode startet nach den Musikwochen Ende August und dauert bis November 2018. In dieser Zeit muss ein anderer Ort für die Gottesdienste gesucht werden. «Bei der letzten Renovation, die von 1964 bis 1968 dauerte, wurde im Kirchgarten extra eine provisorische Notkirche erstellt», erzählt der Erner Pfarrer Raphael Kronig. Für die Werktagsmessen sieht Kronig den Tellensaal, das Vereinslokal im alten Schulhaus oder der Pfarreisaal als mögliche Varianten. Die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen, die mehr Platz benötigen, könnten in der Mehrzweckhalle durchgeführt werden. «Wir müssen diese möglichen Lösungen noch mit der Gemeinde besprechen», so Kronig.

Auf mehr Spenden angewiesen

Die Gesamtkosten der Renovation schätzt Kronig auf circa 2,1 Millionen Franken. Bis jetzt sind Beiträge der Loterie Romand, von Kanton und Bund (Denkmalpflege), von der Gemeinde Ernen und von der Inländischen Mission gesprochen worden. Zusammen mit Spenden von Firmen, Stiftungen sowie Privatpersonen sind bis dato 1,4 Millionen Franken gesichert. Den Rest will man durch Spendenaktionen wie etwa Beileidskarten oder durch weitere Beiträge von Institutionen generieren. Kronig hofft, dass pünktlich zum 500-Jahr-Jubiläum der Kirche Ernen im November 2018 die Renovationsarbeiten abgeschlossen sind.

Frank O. Salzgeber

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