Bürchen | Zweitwohnungsbesitzer sind misstrauisch

Neues Kurtaxenreglement für Bürchen bereits jetzt umstritten

Die Zweitwohnungsbesitzer in Bürchen stehen dem Entwurf der Gemeinde für ein neues Kurtaxenreglement misstrauisch gegenüber.
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Die Zweitwohnungsbesitzer in Bürchen stehen dem Entwurf der Gemeinde für ein neues Kurtaxenreglement misstrauisch gegenüber.
Foto: RZ

Quelle: RZ 1

Im Juni will die Gemeinde Bürchen der Urversammlung ein neues Kurtaxenreglement vorlegen. Die Zweitwohnungsbesitzer kritisieren den Entwurf und fordern Korrekturen.

Der Gemeinde schwebt vor, die Pauschalen für die Zweitwohnungen künftig so zu berechnen, dass für eine 5-Zimmerwohnung 1176 Franken pro Jahr zu bezahlen sind. Als Berechnungsgrundlage dient eine Pauschale von vier Franken pro Bett für 49 Tage.

Mitglieder befragt

Der Präsident der Allianz der Zweitwohnungseigentümer in Bürchen (AZEB), Dieter Iselin, lancierte auf die Ankündigung der Gemeinde hin eine Online-Umfrage, um herauszufinden, was die Mitglieder der AZEB von den avisierten Pauschalen halten. Die Zwischenresultate dieser Umfrage liegen nun vor. «Eine Mehrheit findet vier Franken pro Nacht zu viel», sagt Iselin. «Zudem halten die meisten Befragten die Berechnung mit 49 Nächten für viel zu hoch angesetzt.» Die AZEB bemängle zudem, dass bei Familienchalets oft zwei bis vier Betten mit Kindern belegt seien, die Berechnungen jedoch für sechs Erwachsene gemacht würden. «Die fixe Zuteilung von zwei Betten pro Zimmer für Erwachsene ist daher nicht zulässig», erklärt Iselin weiter. So würden die Kinder im Hotel weniger bezahlen als im Elternchalet.

Misstrauische AZEB

«Nach dem missglückten Start mit einer ‹Lenkungsabgabe› im Jahr 2013 ist das Misstrauen gegenüber dem Gemeinderat und Tourismus sehr gross», sagt Dieter Iselin. «Wir empfehlen daher einen Einstieg mit diesem tieferen Ansatz und einen Beweis, dass dieses Geld auch sinnvoll eingesetzt wird. Sollte dann dieser Beweis erbracht sein, kann der Ansatz immer noch erhöht werden.»

Einsprachen vorprogrammiert?

Muss sich die Gemeinde Bürchen also bereits jetzt auf Einsprachen einstellen? «Primär müssen wir im jetzigen Zeitpunkt Einsprachen vermeiden», erklärt Iselin. «Allerdings wäre es unserer Ansicht nach von Vorteil, wenn die Gemeinde zunächst den Bundesgerichtsentscheid zum Reglement in Leukerbad abwartet.» Eine Kampfansage in Richtung Gemeinde macht Iselin dann aber doch. «Als Verein haben wir zwar kein Einspracherecht», sagt der AZEB-Präsident. «Wir werden aber, falls die Berechnung nicht reduziert wird, unsere Mitglieder bei Einsprachen unterstützen und auch unseren Anwalt einschalten.» Leben könnte die AZEB mit dem Ansatz aus Törbel. Hier wird für die Pauschalen mit drei Franken pro Bett und Nacht für 35 Nächte gerechnet.

Unverständnis bei Gemeinde

Für die Gemeinde Bürchen sind die Forderungen der AZEB vor allem Ausdruck eines Dilemmas. «Einerseits will man nicht mehr für ein besseres Angebot und neue Projekte bezahlen», sagt Gemeindepräsident Philipp Zenhäusern. «Andererseits wird verlangt, dass der Tourismus die Destination attraktiver macht und so auch zum Werterhalt der Chalets beiträgt.» Man sei intensiv mit der Ausarbeitung eines Konzepts für die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur beschäftigt. «Am 13. Mai werden wir dieses den Zweitwohnungsbesitzern präsentieren, und damit die Hintergründe der Erhöhung der Kurtaxen erklären», so Zenhäusern.

Martin Meul

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Kommentare

  • Markus Imbodu, Visp - 1029

    Man mich stört an dieser gespielten Empörung: Ein Grossteil der Zweitwohnungen Besitzer bezahlt solche Gebühren locker aus der Portokasse. Im Vergleich zu anderen Kantonen und gar Länder sind die Preise hier in der Region immer noch human...

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