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Praplan: «Olympia-Medaille ist ein realistisches Ziel»

Der Walliser Vincent Praplan spielt mit der Eishockey-Nati an den Olympischen Spielen in Südkorea.
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Der Walliser Vincent Praplan spielt mit der Eishockey-Nati an den Olympischen Spielen in Südkorea.
Foto: EHC Kloten

Quelle: RZ 0

Der Walliser Eishockey-Profi Vincent Praplan reist mit hohen Zielen an die Olympischen Spiele. Seine einzige Sorge: das Essen in Südkorea.

Er spielte für die Junioren des HC Siders und des EHC Visp, dann zog er weiter zum EHC Kloten. Trotz einer schwierigen Saison bei den Zürchern gehört er zum Stamm der Schweizer Eishockey-Nati, die in Südkorea zu den Geheimfavoriten auf einen Medaillengewinn gehört. Vincent Praplan, Vollblut-Stürmer und Torgarant.

Vincent Praplan, Sie sind Walliser und sprechen Zürcher Dialekt. Das ist ungewöhnlich.
Ich musste ihn annehmen (lacht), Einerseits lernte ich in Zürich richtig deutsch zu sprechen und weil mich dann niemand wirklich verstand, passte ich den Dialekt einfach meinen Mitspielern an. Das hat mir vieles vereinfacht.

Für Nati-Trainer Patrick Fischer war stets klar, dass er Sie an die Olympischen Spiele nach Pye­ongchang mitnimmt. Was macht Sie derart «unverzichtbar»?
Ich denke, die vergangene Eishockey-Weltmeisterschaft in Paris und Köln hat mir den Weg zur Nati geebnet. Mir gelang ein tolles Turnier und ich konnte dem Trainer zeigen, dass ich bereit bin, wenn es drauf ankommt. Zudem habe ich an der angesprochenen WM bewiesen, dass ich mich gegen starke Verteidiger durchsetzen kann.

Sie stehen mit dem EHC Kloten zurzeit auf dem letzten Platz der laufenden Eishockey-Meisterschaft. Dient das Nati-Aufgebot dabei als Abwechslung?
Der Alltag in Kloten ist zurzeit nicht einfach. Wir erleben eine schwierige Saison. Während der Zeit in Südkorea werde ich den Klotener Alltag jedoch zurücklassen und mich voll aufs Turnier fokussieren. Die Olympischen Winterspiele sind ein grosser Event und es geht darum, für unser Land das Maximum herauszuholen.

Was bedeutet Ihnen die Teilnahme an den Olympischen Spielen?
Das bedeutet mir sehr viel. Im Jahr 2006 habe ich die Olympischen Winterspiele (in Turin, die Red.) erstmals gesehen. Seither träume ich davon, an diesen Anlass dabei zu sein. Nun wird ein Traum für mich wahr, und das macht mich sehr stolz.

Die Schweiz spielt in Südkorea gegen den Gastgeber, Kanada und Tschechien. Was liegt drin?
Für uns liegt in diesen drei Gruppenspielen einiges drin. An der WM 2017 haben wir sowohl gegen Tschechien wie auch gegen Kanada gewonnen, Südkorea kennen wir jedoch weniger gut. Doch ich denke, wir haben das Potenzial, die Gruppe zu gewinnen und dann geht es in den Viertelfinals richtig los.

Die stärkste Eishockeyliga der Welt – die NHL – wird während der Olympischen Spiele nicht unterbrochen. Deshalb fehlen die NHL-Stars am Turnier. Was bedeutet das für die Ausgangslage der Schweiz?
Natürlich ist es einerseits schade, dass die besten Spieler der Welt am Olympischen Turnier nicht dabei sind. Andererseits haben die grossen Eishockeynationen zahlreiche tolle Spieler in Europa, die ihr Land vertreten werden.

Ist der Traum von einer Eis­hockey-Medaille in Pyeongchang realistisch?
Ja, das ist realistisch. Wenn wir Spieler nicht daran glauben, dass wir eine Medaille holen können, müssen wir erst gar nicht nach Südkorea fliegen. Die Zielsetzung ist hoch, doch an einem Turnier kann während zweier Wochen viel passieren.

Wer ist Favorit für Olympia-Gold im Eishockey?
Die Russen werden wohl die stärkste Mannschaft am Turnier haben.

Vincent Praplan, was kennen Sie bereits von Südkorea?
Bisher kenne ich sehr wenig von Südkorea. Beim letzten Nati-Zusammenzug haben wir koreanisches Essen probiert, aber sonst kenne ich nicht viel von diesem Land. Ich lasse mich überraschen.

War das Essen geniessbar?
Nein, das war es nicht. Man konnte es essen, aber begeistert war ich davon nicht (lacht).

Wie lange planen Sie, in Süd­korea zu sein?
Bis am letzten Tag des Eishockeyturniers. Ich packe meine Tasche so, als ob wir in den Final kommen würden.

Gibt es Kleidervorschriften?
Ja, wir haben vor einer Woche unsere Kleider für die Olympischen Spiele gefasst. Es ist bloss die Unterwäsche, die wir selber mitnehmen.

Was darf in Ihrem Gepäck auf keinen Fall fehlen?
Es ist nicht so, dass ich einen Glücksbringer mitnehme, es sind eher kleine Snacks aus der Schweiz, die ich für die Zeit in Südkorea eingepackt habe. So was darf bei mir nicht fehlen.

Simon Kalbermatten

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