Steg | Weil er sich am Hochwasserschutzdamm zu schaffen macht

Steger wollen Biber an den Pelz

Die Anwesenheit des Bibers am Galdikanal ist umstritten.
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Die Anwesenheit des Bibers am Galdikanal ist umstritten.
Foto: Marion Heidemann-Grimm/pixelio.de

Quelle: RZ 0

Der Biber, der sich am Galdikanal heimisch gemacht hat, muss möglicherweise gefangen werden. Der Grund: Die Steger Behörden befürchten, dass das Tier den Hochwasserschutzdamm instabil macht.

Die Steger Gemeindebehörden sind auf den Biber gekommen. Der putzige Nager bereitet dem Gemeinderat schlaflose Nächte, weil sich das Tier durch den Hochwasserschutzdamm wühlt. Dadurch, so befürchten die Behörden, könnte dieser instabil werden, bei Unwettern ausufern und im Extremfall sogar brechen. Darum hat sich der Steger Gemeinderat an die zuständige Dienststelle gewandt mit der Bitte, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Jetzt sollen sich in der nächsten Woche ein Wildbiologe und der Leiter der Biberfachstelle vor Ort ein Bild machen und entscheiden, ob das Tier womöglich wegkommt.

Interessensabwägung notwendig

«Wir sind froh, dass wir in dieser Angelegenheit vom Kanton unterstützt und beraten werden», sagt Gemeindepräsident Philipp Schnyder. Die Befürchtung, dass der Hochwasserschutzdamm durch den Biber in Mitleidenschaft gezogen werde, komme nicht von ungefähr. «Das Tier hat schon etliche Löcher in den Damm gegraben. Das könnte zur Folge haben, dass er bei Unwettern instabil wird und seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann», sagt Schnyder. Die Folge wäre verheerend. «Wenn es zu einer Überflutung der Industriezone kommt, wäre vor allem der Aluminiumverarbeitungsbetrieb Constellium davon betroffen. Der wirtschaftliche Schaden wäre immens», so Schnyder weiter. Darum will man wissen, wer bei einem Schadenereignis die Verantwortung zu tragen hat. «Wir wollen Klarheit schaffen, wer die finanziellen Konsequenzen trägt, falls tatsächlich etwas passiert.» Schnyder stellt in diesem Zusammenhang klar, dass man keine Polemik machen wolle. «Der Biber holt sich auf leisen Sohlen sein natürliches Umfeld zurück. Dazu gehört auch, dass das Tier Löcher gräbt und Bäume durchnagt. Allerdings müssen wir in diesem Fall als Gemeinwesen eine Interessenabwägung machen. Wollen wir den Biber an seinem angestammten Platz lassen oder soll man das Tier in ein Gebiet umsiedeln, wo es weniger Schaden anrichtet?», so der Steger Gemeindepräsident. Eine Ortsschau am kommenden Montag soll nun Klarheit schaffen.

Keine Umsiedlung möglich

Christof Angst, Leiter der Biberfachstelle des Bafu, kennt das Problem. «Ich werde regel­mässig mit solchen Fällen konfrontiert», so der Experte. Ob der Hochwasserschutzdamm in Steg durch die Aktivitäten des Bibers tatsächlich ausufern kann, werde sich zeigen. «Sollte das der Fall sein, dann muss geprüft werden, ob man mit einem Gitter den Biber daran hindern kann, an den betreffenden Stellen zu graben», sagt Angst. Letztlich müsse aber eine langfristige Lösung her. «Wenn der Hochwasserschutzdamm gefährdet ist und dadurch eine Gefahr für die Industriezone besteht, dann müssen wir handeln.» Das Gesetz sieht vor, dass der Biber sogar gefangen und getötet werden kann. «Es wäre jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder ein Biber hier einnisten würde. Darum müsste man allenfalls den Damm höher aufschütten, um das Problem endgültig aus der Welt zu schaffen», erklärt Angst.

Walter Bellwald

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