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Den Olympia-Grössenwahn stoppen

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Das Wallis im Olympiafieber? Mitnichten. Noch ist hierzulande wenig vom olympischen Geist zu spüren. Aber es bleibt ja noch Zeit bis zur Abstimmung im Juni 2018. Ein Jahr später wird dann das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Austragungsort für die Winterspiele 2026 bekannt geben.
Dass der Bund eine Milliarde für die Spiele zahlen will, gibt den Promotoren zwar gehörig Rückenwind. Ob die Spiele aber dereinst tatsächlich in unseren Breitengraden ausgetragen werden, ist mehr als fraglich. Viele Walliserinnen und Walliser stehen Olympischen Spielen denn auch eher skeptisch gegenüber. Und das zu Recht.
Der Mythos, dass die Ausrichtung von Olympischen Spielen einen wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg bedeutet, sieht in der Realität anders aus. «Olympia in Sion – die Angst vor dem Milliardengrab» titelte die «Handelszeitung» vor Wochenfrist und verweist darauf, dass das Errichten der Anlagen und die steigenden Sicherheitsvorkehrungen ein finanzielles Risiko darstellen. Dass die Finanzen auch andernorts die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu einem Nein für Olympia bewogen haben, zeigt das Abstimmungsresultat aus Tirol. Auch in Hamburg (2015) votierten die Bürger gegen eine Olympiakandidatur für die Sommerspiele 2024 und vor einem Jahr zog auch Rom die Bewerbung zurück. Die regierende Bürgermeisterin Virginia Raggi hatte sich vehement gegen eine Austragung der Spiele ausgesprochen – die Übernahme der Kosten hielt sie für unverantwortlich.
Auch wenn das Nein aus Tirol auf den ersten Blick für die Promotoren der Winterspiele «Sion 2026» als gutes Omen zu werten ist – Staatsrat Christophe Darbellay schrieb auf Twitter: «Bald ist der Weg frei» – könnte das Tiroler-Nein auch (ungewollten) Vorbildcharakter haben. Dann nämlich, wenn sich die Walliserinnen und Walliser dem Votum der Tiroler anschliessen und den Olympia-Grössenwahn stoppen.

Walter Bellwald

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