Kommentar | SBB testet rauchfreie Bahnhöfe

Der rauchfreie Bahnhof aus gesundheitlicher Sicht ist eine Farce

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In sechs Schweizer Bahnhöfen darf seit einer Woche nicht mehr geraucht werden. Vorerst zumindest, doch die Annahme, dass die SBB das Verbot nach der geplanten sechsmonatigen Testphase wieder aufheben wird, dürfte sich wohl als ziemlich naiv erweisen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der rauchfreie Bahnhof landesweit eingeführt wird. Zu gross dürften die Vorteile der neuen Regelung für die Bahn sein. Denn obwohl es der SBB, wie sie nicht müde wird zu betonen, hauptsächlich darum geht, die Gesundheit von Nichtrauchern zu schützen beziehungsweise die Geruchsbelästigung zu minimieren, erhofft sich das Bahnunternehmen auch Kosteneinsparungen in Millionenhöhe, da sich die Sauberkeit in den Bahnhofshallen und auf den Perrons verbessern dürfte. Doch darum geht es der SBB im Endeffekt, um die wirtschaftlichen Aspekte. Das zeigt sich erstens daran, dass die SBB nicht von einem Verbot, sondern von einer «erweiterten rauchfreien Zone» spricht. Das heisst in Tat und Wahrheit nichts anderes, als dass die Raucher ihre Zigaretten bitte auf öffentlichem Grund rauchen und entsorgen sollen, denn Bussen für die Missachtung des Rauchverbots sind keine vorgesehen. Die entstehenden Kosten sollen doch bitte die Kommunen tragen. Dass die Volksgesundheit dem Bahnunternehmen nur sekundär am Herzen liegt, zeigt sich zweitens daran, dass das Unternehmen zwar keine Raucher in seinen Bahnhöfen und Zügen möchte, die nicht gerade geringen Umsätze, die die Kioske mit dem Zigarettenverkauf machen, aber sicher nicht beschneiden will. Von einem Verkaufsverbot von Zigaretten in Bahnhöfen redet nämlich niemand. Im Endeffekt ist das Rauchverbot somit nichts anderes als die Strategie eines Unternehmens, seine Kosten zu senken und den Gewinn zu steigern, denn trotz Rauchverbot werden die meisten Raucher auch weiterhin den Zug nutzen (müssen). Das Rauchverbot in den Bahnhöfen als Massnahme zur Gesundheitsförderung zu verkaufen, ist daher nichts anderes als eine Farce.

Martin Meul

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