Online seit 10.12.2010 7:02
Quelle: 1815.ch / pd/rul
Hundekauf
Die richtige Zucht soll es sein
Auch in der Schweiz werden immer mehr Hundewelpen zum Kauf angeboten, die aus unseriösen Zuchten und Haltungen stammen. Muttertier und Welpen werden aus reiner Profitgier unter schlechten Bedingungen gehalten, potenzielle Käufer werden gezielt in die Irre geführt. Am Ende warten auf die neuen Hundehalter hohe Kosten und ein möglicherweise verhaltensgestörtes Tier.

Ein reinrassiger Hundewelpe mit einem Stammbaum kostet im Normalfall zwischen 1000 und 2000 Franken. In letzter Zeit werden jedoch immer mehr Tiere zu Dumpingpreisen angeboten. Besonders zur Weihnachtszeit - wenn der kleine Hund nicht das einzige Geschenk ist, das man zu besorgen hat - ist die Versuchung gross auch beim Hundekauf das günstigste Angebot zu wählen. Allerdings kann der billig gekaufte Hund schon bald zur Kostenfalle werden. Die Welpen sind, wegen mieser Haltungsbedingungen, gesundheitlich oft in einem schlechten Zustand. Vorgeschriebene Impfungen und Entwurmungen werden aus Kostengründen nicht durchgeführt. Die Kosten für eine spätere Behandlung beim Tierarzt müssen dann die künftigen Halter tragen.

Indikatoren für schlechte Zuchten

Auch mögliche Verhaltensauffälligkeiten, ebenfalls Folgen der schlechten Haltung, bleiben am Halter hängen und können schnell die Freude am neuen Familienmitglied trüben, wie die diplomierte Tierpsychologin VDTT/ATN, Sylvia Nanzer, erklärt.

Schlechte Haltungsbedingungen können von potentiellen Hundekäufern leicht und schnell erkannt werden. Einerseits ist es schon am Preis ersichtlich, dass etwas nicht stimmen kann, wenn ein Tier bei einem anderen Züchter das Fünf- bis Zehnfache kostet. Zudem sollte man die Hundezucht auf jeden Fall persönlich besuchen. «Bietet der Züchter an den Hund nach Hause oder in Ihre Nähe zu liefern, ist dies ein Indiz für einen unseriösen Züchter», so Nanzer weiter. Werden in einer Zucht mehrere verschiedene Hunderassen gehalten, sollte man ebenfalls unbedingt genauer hinschauen.

«Lassen Sie sich in jedem Fall das Muttertier zeigen und akzeptieren Sie keine Ausreden, wie die Hündin sei gerade beim Arzt oder beim Spazieren. Lassen Sie sich weiter von Ihrem gesunden Menschenverstand leiten. Was für einen generellen Eindruck machen die Welpen und das Muttertier, verhalten sie sich seltsam oder wirken sie krank? Bedenken Sie zudem, dass ein Hund keine Ware sondern ein Lebewesen ist.» Grundsätzlich sollte man sich kein Tier aufschwatzen lassen und sich genau über die Haltung der speziellen Rasse informieren. «Lassen Sie sich nicht von Informationen und Fotos im Internet täuschen – Websites sind geduldig und können leicht gefälscht werden», rät Nanzer potenziellen Hundekäufern.

Checkliste vor dem Hundekauf

Bevor man sich um die Seriosität der Zucht kümmert, sollte sich der Käufer fragen, ob er bereit für ein neues Familienmitglied ist. Zunächst sollte man abklären, welche Hunderasse zu einem passt. Angezüchtete Eigenschaften können durch Erziehung zwar etwas abgeschwächt werden, kommen allerdings immer wieder durch. Diese Eigenschaften müssen akzeptiert und toleriert werden können. «Weiter sollten Sie klären, ob Sie eine durchgehende Betreuung des Hundes gewährleisten können. Ein Hund sollte nie länger als vier bis fünf Stunden allein sein, Welpen überhaupt nicht. Fragen Sie sich, wer sich in den Ferien oder bei Notfällen um Ihren Hund kümmert.»

Vor dem Hundekauf muss auch geklärt werden, ob alle Familienmitglieder mit einem Hund einverstanden sind und ob eventuelle Allergien vorliegen. «Hunde bellen manchmal, dies kann zu Problemen mit den Nachbarn führen. Planen Sie auch die Kosten, die durch einen Hund entstehen, in Ihr Budget mit ein. Haltung, Futter und Impfungen kosten Geld. Zudem können unvorhergesehen Kosten durch Tierarztrechnungen auf Sie zukommen.»

Auch die obligatorischen Kurse sind nicht umsonst. Beim Hundekauf sollte bedahct werden, dass man die nächsten zehn bis 16 Jahre die Verantwortung für ein Tier zu tragen hat. «Nehmen Sie den Hundekauf darum nicht auf die leichte Schulter. Hunde sind kein Spielzeug und lassen Sie sich nicht zu vorschnellen Entscheidungen hinreissen», rät Nanzer.

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