Online seit 15.07.2013 7:00
Quelle: 1815.ch / map
Die Macht der «Likes»
Edith Zweifel: «Social Media stärkt die Marke»
Social Media sind aus dem Marketing-Bereich nicht mehr wegzudenken. Auch die meisten Oberwalliser Betriebe bedienen sich sozialer Netzwerke. Dabei geht es in den allermeisten Fällen darum, die Marke einem breiten Publikum bekannt zu machen, wie die befragten Unternehmungen bestätigen.

#DOSSIER#Besonders Facebook stellt den Nutzern eine dankbare Plattform für das eigene Unternehmen zur Verfügung und schafft erst noch eine Win-Win-Situation: Einerseits kann sich das Unternehmen von seiner besten Seite präsentieren, anderseits erhalten die jeweiligen «Fans» Informationen aus erster Hand.

Tausende «Likes» fürs Matterhorn

Über 32'000 Fans und jeden Tag vergrössert sich die Fangemeinde: Das Facebookprofil von «Zermatt Matterhorn» findet grossen Anklang. Seit mehr als drei Jahren ist die Profilseite nun online und ordnet sich schweizweit unter den Destinationen mit den höchsten «Like»-Zahlen ein.

Um das Profil sowie die anderen Social-Media-Kanäle kümmern sich ein Team von sechs Personen, wie Edith Zweifel, Medienverantwortliche von Zermatt Tourismus, auf Anfrage erklärt.

Es gebe eine Social-Media-Strategie, die laufend angepasst werde: Drei bis vier Posts pro Woche lautet in Zermatt die Devise, ansonsten bestünde die Gefahr einer Übersättigung. «Mit guten Bildern arbeiten ist wichtig, denn das Matterhorn ist ein Symbol für die ganze Schweiz. Bei Fotos des Matterhorns bekommen wir innert kurzer Zeit Tausende von 'Likes'.»

Die Werbung, die via Facebook gemacht werde, gehe keineswegs zu Ungunsten anderer Werbeformen, wie etwa Plakate, so Zweifel. «Social Media, vor allem Facebook, ist einfach noch ein zusätzliches Tool, das hat mit klassischer Werbung nicht viel zu tun. Es stärkt die Marke. Werbekampagnen machen wir aber trotzdem.»

Die konkrete Wirkung, die Netzwerke wie Facebook haben, ist natürlich schwierig zu messen, so auch die Einschätzung Zweifels. Sie ist allerdings überzeugt, dass Tourismus vor allem das Gefühl anspreche, darauf ziele ihrer Meinung nach auch Social Media ab und liefert gleich noch ein Beispiel nach: Als die Standseilbahn Sunnegga abgebaut wurde, wurden via Facebook Bilder davon gepostet. «Es kam eine Nostalgiewelle auf und wir erhielten Reaktionen aus der ganzen Welt.»

Trotzdem, räumte die Zermatter Medienverantwortliche ein, ersetze das Netzwerkeln im Internet nicht den persönlichen Kontakt zu den Gästen, der in Zermatt rege gepflegt werde.

Botschafter fürs Wallis

Auch Valais Wallis Promotion ist bei der Facebook-Community beliebt: Über 22'000 Fans zählt die Profilseite, die seit bald zwei Jahren online ist und nach Angaben von Community Manager Pascal Gertschen von zwei Personen betreut wird.

Die Walliser Tourismusorganisation setzt stark auf die Interaktion mit den «Fans», sogenanntes Mitmach-Marketing. «Für uns sind diese Dialoge wichtig und so wird auch jeder Fan mit einem 'Like' oder einem Kommentar wieder selber zum Botschafter fürs Wallis.»

In den vergangenen zwei Jahren konnte Valais Wallis eine grosse Community aufbauen. Zudem wurde stets eine gute Interaktionsrate mit den Fans verbucht. Darin sieht Gertschen die erfreulichsten Ergebnisse der Marketingarbeit via Social Media. «Statistiken und 'Likes' sagen aber leider nicht viel darüber aus, wer nun aufgrund eines Facebook-Posts eine Reise ins Wallis unternommen hat.»

Doch bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten und so ist es naheliegend, auch auf die Nachteile von Marketing via Social Media zu sprechen zu kommen. «Über unsere Social-Media-Kanäle erfahren wir direkter und schneller wo bei einer Kampagne der Schuh drückt.»

In diesem Zusammenhang verweist Gertschen auf die letzte Winterkampagne, in der Valais Wallis via Facebook darauf hingewiesen wurde, dass in einem Banner unbeabsichtigt das Landwasserviadukt aus dem Graubünden gezeigt wurde. «Als negative Erfahrungen würde ich dies aber nicht bezeichnen, denn die Social Media haben es uns wiederum auch erlaubt einen Entschuldigungsbrief zu publizieren, der Anklang fand und sich so wieder schnell verbreitete.»

Die negativsten Erfahrungen mache man wohl mit den Seitenbetreibern selber, da diese ihre Richtlinien und Praktiken jederzeit ändern könnten und den Nutzer so vor neue Herausforderungen stelle, fügt Gertschen an.

Kontakt zu Gästen pflegen

Die Facebookseite von Bellwald Tourismus hat über 700 Fans und ist seit mehr als zwei Jahren online. Das Profil wird von einer Person betreut. Thorsten Grand, stellvertretender Geschäftsführer, schätzt den Zeitaufwand dabei auf 30 Minuten am Tag und streicht die Vorzüge des sozialen Netzwerkes heraus: «Facebook gehört mittlerweile zu den grösseren Zulieferern von Homepage-Besuchern.»

Im vergangen Winter lancierte Bellwald Tourismus den «Snowcial Day». Dieser war für alle aktiven Social-Media-Nutzer von Bellwald Tourismus gedacht. Wer sich über Facebook beim Event anmeldete, konnte von verschiedenen Angeboten profitieren. «Mit dem Snowcial Day konnten wir zufrieden sein. 50 Personen haben von der Aktion profitiert. Immerhin waren dies damals 10 Prozent unserer Fans auf Facebook.»

Auch in Bellwald geht Social-Media-Marketing nicht zu Lasten von Inseraten oder Plakaten, da direkt ja kein Geld investiert werde. Was auch hier viel wichtiger erscheint: «Die Social-Media-Kanäle sind eine gute Möglichkeit und Chance, um den Kontakt zu den Gästen zu pflegen.»

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