Kurz vor Weihnachten 2011 hat die Kellerei Albert Mathier und Söhne in der Walliser Rotwein-Hochburg Salgesch ihren ersten Kvevri-Weisswein in den Handel gebracht. Hergestellt nach einem jahrtausendealten Verfahren, das auf eine vollkommen natürliche Weinherstellung ohne moderne Weintechnologie setzt.
#DOSSIER#Vergoren in eigens aus Georgien importierten Amphoren, die vor der Traditionskellerei in Salgesch in die Erde eingelassen sind, ist die weisse Assemblage aus Rèze und Ermitage der Ernte 2009 im Herbst 2010 für ein weiteres Jahr in Fässer aus Kirsch- und Akazienholz umgelagert worden. Die Abfüllung auf die Flasche erfolgte vor Weihnachten 2011. Jetzt ist der Wein zum Preis von 64 Franken pro Flasche im Handel.
Wein, der entdeckt werden muss
«Degustationsgurus und medaillengeblendete Weingeniesser schafften es nicht, diesen oxidativ ausgebauten Wein einzuordnen», sagt Amédée Mathier. Ein Wein für die Kulinarik sei es. Serviert zu Walliser Alp-Käse und Roggenbrot, soll die weisse Assemblage wahrliche Genussfreuden bereiten. «Die Assemblage aus Rèze und Ermitage ist kein Aperitifwein, sie ist lebendig, gehaltvoll und durch die gute Struktur sehr süffig», charakterisiert der innovative Weinproduzent sein neues Produkt.
«Erste Erfahrungen bei Degustationen zeigen, dass der Kvevri-Wein nach mehr verlangt. Zu Beginn ist man eher zurückhaltend und ohne dass man etwas merkt ist die Flasche leer. Nebenbei ist er noch sehr gut verträglich.» Hier spricht der Weinproduzent aus eigener Erfahrung.
Minimale Schwefelung
1000 Flaschen wurden bei der Erstproduktion vor Weihnachten 2011 abgefüllt. Erst vor der Abfüllung wurde eine minimale Menge Schwefel beigefügt, bis dahin wurde der Wein vollkommen in seiner Natürlichkeit belassen. «Es ist so oder so ein spezielles Projekt. Ob eine minimale Sicherheitsschwefelung vorgenommen wurde oder nicht, ist Nebensache. Es ist nicht unser Ziel, päpstlicher als der Papst zu sein.» Und schon reifen die Jahrgänge 2010 und 2011 der Weine in Ton-Gefässen heran. «Im Herbst 2012 kommt der Jahrgang 2010 in die Flasche. Erstmals ein rotes Gewächs», freut sich Mathier.
Fester Bestandteil des Produktsortiments
Der Wein mit antiker Vergärung wird ein fester Bestandteil des Produktsortiments des Salgescher Familienunternehmens. Dieser Tage werden sechs weitere Amphoren aus Georgien angeliefert. Die Kellerei hat dann die Kapazität, rund 10 000 Flaschen des eigenwilligen Amphorenweins zu produzieren...



