Ein Felsabbruch beschädigte in der Nacht vom 21. auf den 22. September die Hängebrücke des Europawegs. Beschädigt wurde zudem die Stromleitung zur Europahütte. Der Europaweg und die Europahütte sind ab sofort geschlossen. Gemäss Aussagen von Leo Jörger, Gemeindepräsident Randa, ereignete sich der Felsabbruch nicht im heiklen «Grabengufer», dass als Steinschlaggebiet bekannt ist, sonder viel weiter oben. «Der Abbruch kam völlig unerwartet. Es gab keine starken Niederschläge und keine extremen Temperaturschwankungen», sagt Leo Jörger. Nach einem ersten Augenschein seien die Gitterroste der Hängebrücke heruntergerissen und Bügel verbogen. Ob die Achsenaufhängungen ebenfalls durch die Felsbrocken beschädigt wurden, werde man untersuchen. «Ein Schaden von mehreren Zehntausend Franken ist bestimmt entstanden», führt Leo Jörger weiter aus. Die Europahütte und der Europaweg hätten noch eine Woche geöffnet bleiben sollen. Nach dem Felsabbruch werden sie sofort geschlossen.
Heikles Gebiet
Der Europaweg führt von Saas-Fee nach Zermatt. Vor fünf Jahren musste der künstliche Durchgang beim «Grabengufer» oberhalb Randa gesperrt werden; er hielt den Kräften des Bergdrucks nicht stand. Der Bau der Hängebrücke ermöglichte, dass der Europaweg wieder auf seiner ursprünglichen Route durchgehend begehbar war. Nachdem in den letzten Jahren viel Geld in den Unterhalt des Europaweges investiert werden musste, standen die fünf Europaweggemeinden Zermatt, Täsch, Randa, St. Niklaus und Grächen, im Herbst 2009 vor der schwierigen Entscheidung, ob der attraktive Gebirgsweg geschlossen oder nach einer Lösung gesucht werden sollte. Die sehr heikle Stelle beim «Grabengufer» musste nachhaltig instand gestellt werden. Die einzig mögliche Lösung – eine Hängebrücke – bedeutete jedoch wiederum einen grossen finanziellen Aufwand. Die beteiligten Gemeinden entschieden sich trotzdem für diese Lösung und stellten das Projekt «Hängebrücke Europaweg» innert kurzer Zeit gemeinsam auf die Beine. Dank grosszügiger Unterstützung verschiedener Sponsoren u.a. auch Zermatt Tourismus konnten die fünf Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Kanton die Königsetappe der Tour Monte Rosa retten. Der Europaweg war seit dem 4. Juli 2010 ohne Umleitung geöffnet.
Die Hängebrücke liegt auf einer Höhe von 2200 m ü. M. und ist mit ihren 230 Meter eine der längsten Hängebrücken der Schweiz. Am 7. Juni 2010 wurde mit dem Bau begonnen und bereits Ende Juni wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Kosten für den Bau der Brücke beliefen sich auf rund 350 000 Franken.





