Der Verwaltungsratspräsident der MGBahn, Jean-Pierre Schmid, sagte vor den zahlreichen Medienvertretern: «Ich werde nie genügend betonen können, dass die MGBahn, vom Verwaltungsrat bis hin zum letzten Mitarbeiter, vom Hinschied der japanischen Passagierin tief betroffen ist.» Ebenso seien alle MGBahn-Mitarbeiter erschüttert über die grosse Anzahl der Verletzten. «Wir bitten Sie hier noch einmal offiziell um Entschuldigung.» Jean-Pierre Schmid führt weiter aus, er und Direktor Hans-Rudolf Mooser hätten sich am Dienstag mit den Angehörigen der Verstorbenen getroffen und ihnen ihr tiefstes Mitgefühl ausgesprochen. «Ich glaube, ich habe noch nie bei einer so tief geschmerzten Familie so viel Würde und Adel des Herzens angetroffen.»
Lokführer unter Schock und in Betreuung
Der betroffene Lokführer ist laut Hans-Rudolf Mooser, Direktor der MGBahn, seit acht Jahren in den Diensten der MGBahn. In dieser Zeit sei er in keinerlei Unfälle verwickelt gewesen. «Die Lokführer der MGB dürfen unter keinen Umständen die vorgegebenen Geschwindigkeiten überschreiten.» Was nun weiter mit dem Mann geschehe, sei Sache der Strafuntersuchungsbehörden. «Die MGBahn steht aber trotz des grossen Fehlers, den er begangen hat, weiterhin hinter unserem Mitarbeiter.»
Befragt zu den Vorwürfen einzelner Lokführer in der Lokalpresse in den vergangenen Tagen (1815.ch berichtete), wonach die Lokführer der MGBahn unter grossem Druck stünden, die Fahrpläne einzuhalten, antwortete der Direktor: «Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Da gibt es nichts zu interpretieren. Das ist auch Ehrensache und das weiss jeder Lokführer.» Die Fahrpläne seien sicher seit der Neat-Eröffnung enger geworden. Sie seien aber fahrbar. «Wir haben mit externen Firmen diese Fahrpläne im Jahr 2008 geprüft und optimiert.» Seither liefen sie einwandfrei. «Wir weisen diese Vorwürfe zurück.» Ausserdem sehe die Leitung der MGBahn keinen Grund, diese Fahrpläne heute anzupassen.
Keine Angaben, wieso er zu schnell fuhr
Der Lokführer, der nach dem Ergebnis der Untersuchungen den Unfall mit einem Todesopfer und 40 zum Teil schwer Verletzten, verschuldet hat, befinde sich immer noch in Schockzustand. Er werde seit dem Unglück von Psychologen betreut. Als er von den Untersuchungsbeamten befragt wurde, konnte er keine Angaben dazu machen, ob er vor oder nach dem 55-km/h-Schild beschleunigt habe. Er konnte auch sonst überhaupt keinen Grund für die verfrühte Beschleunigung nennen.








