Das Delinat-Institut für Agroökologie und Klimafarming in Arbaz in der Nähe von Sitten, lädt die Gärtner dazu ein, pro Quadratmeter Boden etwa ein Kilogramm Kohle, vermengt mit Kompost, in einen Teil ihrer Beete mischen. 150 Kleingärtner nehmen bereits teil, über 200 weitere sind interessiert. Insgesamt 500 sollen es bis Ende 2011 sein. Die Gärtner notieren auf vorgefertigten Versuchsprotokollen unter anderem, ob ihre Pflanzen auf den behandelten Böden besser wachsen als auf den Vergleichsparzellen, ob ihre Blüten anders duften und die Früchte anders schmecken. Das Ziel sei, praktische Erfahrungen zum Einsatz von Biokohle in unterschiedlichen Böden und Kulturen zu gewinnen und diese Erfahrungen dann statistisch auszuwerten, erklärt der Umweltnaturwissenschafter Stephan Gutzwiller vom Delinat-Institut gegenüber der «NZZ».
Umstritten
So genannte Biokohle wird unter anderem aus organischen Abfällen wie Erdnussschalen oder Hühnermist gewonnen. In Böden eingearbeitet soll sie karges Land fruchtbar machen und somit helfen, den Welthunger zu stillen. Der Einsatz von Biokohle wird in den USA, Australien, Neuseeland und seit kurzem auch in Europa schon länger diskutiert. Doch Biokohle ist umstritten. Wie die «NZZ» weiter schreibt warnt David Wardle von der Agrarwissenschaftlichen Universität im schwedischen Umeå davor, dass die Kohle die Lebensbedingungen für Bodenbakterien und -pilze verbessert und damit den mikrobiellen Abbau von Huminstoffen beschleunigen könnte. Dabei werde Kohlendioxid frei und die Humusschicht dünner. Das habe hinsichtlich der Erderwärmung und Bodenqualität eine fatale Wirkung. Andere Forscher berichten, dass Kohle die Wasserspeicherkapazität nicht immer erhöhe, sondern in lehmigen Böden sogar verringern würde.



