In einem Rollkragenpullover ist kein «Elite Model Look»-Contest zu gewinnen. Das ist klar. Die internationale Jury des bedeutendsten Modelwettbewerbs kauft keine Katze im Sack. Wer den Titel gewinnen will, muss Haut zeigen. Aber so viel? Gegen einen Durchlauf in Bikinis hätte wohl niemand etwas einzuwenden. Die Beschaffenheit der jugendlichen Frauenkörper liesse sich auch während einer Show-Sequenz in Badeanzügen beurteilen.
Strings und Straps
Der Veranstalter setzte aber beim «Elite Model Look»-Finale am Donnerstag, 26. August 2010, auf eine Präsentation in aufreizender, sexy Lingerie mit Strings und Straps. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es sich bei einem Viertel der Finalistinnen um 15-jährige Mädchen handelt, wie zum Beispiel Laura Zurbriggen aus Zermatt oder Leijla Hodzic, Siegerin des Contest.
Kinderschutzgruppe Oberwallis nimmt Stellung
Herbert Roten, Präsident der Kinderschutzgruppe Oberwallis, betrachtet diese Bilder von 15-Jährigen als problematisch. Seines erachtens geht es da um zwei Aspekte: erstens die Frage nach sexueller Ausbeutung der Jugendlichen durch die Veranstalter und zweitens die Frage nach der Verantwortlichkeit der Eltern der Mädchen.
Von Glamour übertünkt
Tauchen solche Bilder auf Facebook oder anderswo im Internet auf, geht ein Aufschrei durch die Medien. Bei einem renomierten Model-Wettbewerb übertünkt der Glanz und Glamour der Veranstaltung die Frage, nach der Ausbeutung von Minderjährigen. Für einen Teil der Teilnehmerinnen werden solche Präsentationen zum künftigen Berufsalltag gehören. Der andere Teil sitzt wieder in den Schulbänken der Orientierungsschulen und muss sich wohl auf Kommentare von Gleichaltrigen gefasst machen.
Diskutieren Sie mit. Ist es unbedenklich, 15-Jährige in aufreizender Unterwäsche zu präsentieren?




