Online seit 31.08.2010 7:15
Quelle: 1815.ch / rul
Task Force für den Hungerberg
«Nicht sterben lassen»
Der Gemeinderat Obergoms hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, nach Alternativen für die touristische Nutzung des Hungerbergs und die allgemeine touristische Entwicklung aufzuzeigen. Der Gemeinderat möchte mit dieser Task Force den Hungerberg als Ausflugsgebiet neu beleben.

Wie der Gemeinderat Obergoms in einem Rundschreiben schreibt, sei die Förderung der touristischen Entwicklung jedoch nicht allein Aufgabe der Gemeinde, sondern auch jene der touristischen Leistungsträger und der Bevölkerung. Wie der Unternehmensberater und ehemalige Präsident der Obergoms Bahnen, Klaus Zurschmitten, gegenüber 1815.ch erklärt, stellt sich die Arbeitsgruppe unter anderem aus Oberwaldner Gemeinderäten und je einem Vertreter aus dem Gewerbe, der Gastronomie und des Vereins Hungerberg zusammen.

Neues Leben

«Unser Ziel ist es, den Hungerberg nicht sterben zu lassen. Das Fehlen der Bergbahn macht sich zurzeit sehr bemerkbar», erklärt Zurschmitten. Als langfristiges Ziel will die Arbeitsgruppe dem Hungerberg mit einfachen, aber konkreten Massnahmen neues Leben einhauchen. «Wir könnten uns vorstellen, dass das Gebiet für Schneeschuhläufer oder Wanderer attraktiv gemacht wird. Auch das Gastronomieangebot besprechen wir derzeit im Plenum.»

Ausschlaggebend für die Durchführung der geplanten Massnahmen seien die Kosten. «Der Gemeinderat Obergoms wird bereits in den nächsten Wochen über die Durchführbarkeit der Vorschläge beraten und entscheiden.» Auch das Restaurant auf dem Hungerberg soll vorläufig nicht abgerissen werden, sondern neu genutzt werden. «Das erklärte Ziel der Arbeitsgruppe ist es, aus dem bisherigen Skigebiet Hungerberg ein Ausflugsgebiet zu machen», so Zurschmitten weiter.

Verzögerungen

Im Mai 2008 hat die Mountain Luxury Resort GmbH im Auftrag einer ausländischen Investorengruppe der Gemeinde Oberwald ein Projekt für ein Luxus Hotel Resort auf dem Hungerberg vorgelegt. Während anderthalb Jahren wurden von der Gemeinde und den Investoren intensive Abklärungen getroffen und Verträge vorbereitet. Die Finanzkrise 2008 und die erschwerten Bedingungen im Zusammenhang mit dem Geldtransfer vom Ausland auf Schweizer Banken haben das Projekt verzögert.

Nachdem mehrere Termine für die Unterzeichnung der Vorverträge und den Finanzierungsnachweis abgelaufen waren, hat der Gemeinderat Obergoms im Juni 2010 beschlossen, die Verhandlungen mit der Mountain Luxury Resort GmbH nicht mehr weiterzuführen und sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Bereits im Sommer 2009 musste der Betrieb der Sesselbahn auf den Hungerberg eingestellt werden, weil die finanziellen Mittel für die Erneuerung der Betriebsbewilligung und die Verlängerung der Konzession nicht aufgebracht werden konnten. Zurzeit läuft die Liquidation der Bergbahnen Obergoms AG.

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