Entscheidend für die Qualität des Weins ist neben einer guten Blüteperiode auch ein feuchte Wachstumsperiode im Sommer und eine warme, sonnige Reifeperiode im Herbst, wie der Geschäftsführer der Johanniterkellerei in Salgesch, Thomas Grichting, erklärt. «Die Blüteperiode war schlecht. Zudem machen den Trauben auch Krankheiten wie der Mehltau zu schaffen.» Dieses Problem bestehe vor allem im Unterwallis. Das liege auch daran, dass es im Unterwallis mehr Niederschlag gebe als im Oberwallis.
«Schwein gehabt»
Grichting rechnet im besten Fall mit Ertragsausfällen von zehn bis 20 Prozent. «Wegen dem guten Wetter müssen wir uns aber um die Qualität der Weine keine Sorgen machen. Im Jahr 2003 sah das noch ganz anders aus.» Vor sieben Jahren machte das heisse Wetter den Trauben schwer zu schaffen. «Bei der Sorte Chardonnay musste ich in dieser Saison rund 15 Prozent wegscheinden, da die Trauben ungesund waren.» Innerhalb von zwei Tagen würden Trauben wegen dem warmen Regen und der Sonneneinstrahlung faulen. «Alles in allem haben wir aber Schwein gehabt und erwarten eine qualitativ sehr gute Ernte.
«Vergleichbar mit 2008»
Der Önologe der St. Jodernkellerei in Visperterminen, Alain Helmrich, möchte noch keine genau Bilanz ziehen. «Es ist noch zu früh um etwaige Prognosen betreffen der Ernte zu machen«, erklärt er gegenüber 1815.ch. «Ich rechne aber damit, dass der Ernteertrag und die Qualität der Weine vergleichbar gut wie im Jahr 2008 sein wird.» Helmrich gibt zu, dass es auch für die Trauben in Visperterminen ein schwieriges Jahr war. «Die Kälte und der Regen boten idealen Nährboden für verschiedene Krankheitserreger.» Eine genaue Bilanz betreffend den Erträgen könne er aber erst Ende September ziehen.
«Gute Wetterlage»
Josef-Marie Chanton, der Verwaltungsratspräsident und Inhaber der Kellerei Chanton in Visp spricht von guten Aussichten, obwohl auch er vor verfrühten Prognosen warnt. «Unsere Trauben sind gesund. Bei Sorten wie Chasselas, Humagne Rouge oder auch Cornalin rechnen wir mit einer sehr guten Ernte.» Lediglich beim Pinot müsse man mit weniger Erträgen rechnen. «Die derzeitige Wetterlage bietet gute Entwicklunsgmöglichkeiten für die Trauben», ist er überzeugt. «Unsere Trauben blieben, im Gegensatz zu jenen im Unterwallis und teilweise in Teilen von Visperterminen, verschont von Krankheiten.»



