Online seit 4.03.2013 8:26
Quelle: 1815.ch / rul
Walliser im Ausland
Vanessa Michlig: «Angenehme 22 Grad – im Winter»
Die 17-jährige Vanessa Michlig verbringt ein Austauschjahr in den USA. Mit 1815.ch spricht die Gliserin über ihre spannenden Erfahrungen bei ihrer Gastfamilie, die in der Wüste von Arizona lebt.

1815.ch: In welchem Land studierst du?

Vanessa Michlig: Ich wohne seit dem 9. August 2012 in Phoenix, Arizona in den USA und bleibe bis am 24. Juni 2013

Warum bist du ausgerechnet nach Amerika gegangen?

Einer der Hauptgründe, wieso ich nach Amerika gehen wollte, war wegen der Sprache. Da ich schon einmal drei Wochen in England verbracht habe, wollte ich diesmal einen weiter entfernteren Teil der Erde entdecken. Somit habe ich mich für die USA entschieden. Die USA hat so viele Dinge zu bieten. Zudem habe ich die Gelegenheit ein typisches High School Jahr zu erleben.

Als Austauschschüler konnte ich das Land auswählen, wo ich mein Jahr verbringen wollte, allerdings nicht, in welcher Region ich leben würde. Es wäre möglich gewesen, dass ich mein Jahr vielleicht in Alaska, Hawaii, Florida, Iowa oder in irgendeinem anderen Staat verbracht hätte. Die Austauschorganisation hat dann eine passende Familie in der Wüste von Arizona in Phoenix gefunden.

Was erhoffst du dir vom Aufenthalt?

Natürlich wollte ich meine Sprachkompetenz in Englisch verbessern und auf der anderen Seite mehr über die USA und die Kultur erfahren.

Sind deine Erwartungen bisher erfüllt worden?

Ja. Mein Austauschjahr ist einfach unglaublich.

Die Familie Jacobsen hat mich hier in ihr Zuhause aufgenommen. Somit habe ich eine zweite Familie und gute Freunde am anderen Ende der Welt gefunden. Zudem habe ich natürlich mein Englisch verbessert. Mittlerweile denke und träume ich sogar in Englisch. Ich glaube auch, dass ich offener und selbstständiger geworden bin.

Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

Ich würde von Beginn an schneller auf Menschen zugehen. Anfangs war ich natürlich sehr schüchtern, da mein Englisch nicht fehlerfrei war. Ich glaube, dass dieses Austauschjahr mich zu einem offenen, selbstständigen und selbstsicheren Menschen gemacht hat.

Wem bist du in den USA zuerst begegnet?

Als ich hier in den USA angekommen bin, habe ich zuerst einen Tag mit Freiwilligenarbeitern von dem Austauschprogram «AFS» verbracht. Jene haben mich mit einigen Tipps auf das Austauschjahr vorbereitet. Anschliessend hat mich dann meine Gastfamilie abgeholt und zu meinem neuen Zuhause gebracht.

Welches Wort in der Landessprache brauchst du am meisten?

«Like» ist definitiv das Wort, das ich am meisten brauche. Es ist typisch für Teenager. Sie brauchen es in beinahe jedem Satz als Platzfüller. Daher habe ich auch mittlerweile begonnen, dieses Wort öfters zu gebrauchen.

Wie wohnst du?

Ich wohne mit meiner Gastfamilie in einem Vorort von Phoenix. Diese Region der Stadt Phoenix heisst Ahwatukee. Ich wohne in einem schönen Einfamilienhaus mit Garten und natürlich einem Pool.

Was kostet ein Kaffee in den USA?

1-4 Dollars. Es hängt davon ab wo man den Kaffee kauft.

Wie ist das Wetter momentan?

Das Wetter ist meist sehr sonnig und heiss. Im Sommer kann die Temperatur bis zu 45 Grad steigen. Doch auch hier sinken die Temperaturen im Winter - allerdings auf angenehme 22 Grad.

Kann man das Leitungswasser trinken?

Nein. Hier in der Wüste muss das Wasser gefiltert werden.

Welche Verkehrsmittel benutzt du?

Hier gibt es nicht viele öffentliche Verkehrsmittel, daher ist man primär mit dem Auto unterwegs.

Was unterscheidet die Amerikaner von den Wallisern?

Ich sehe keine wesentlichen Unterschiede zwischen Wallisern und Amerikanern. Letztere sind definitiv laute, freundliche Menschen, die auch ihre Meinung vertreten. Sie feiern viele verschiedene Feiertage, wie St. Patrick’s day, Cinco de Mayo etc.

Zudem sind sie sehr offen und interessiert an anderen Kulturen. Sport wird hier sehr ernst genommen, daher haben Schüler an der High School fünf Tage die Woche Training.

Hast du Heimweh?

Ich vermisse meine Familie sehr, besonders Weihnachten ist eine schwierige Zeit gewesen. Andererseits liebe ich meine Gastfamilie. Zudem erlebe ich hier so viele aufregende Dinge und habe schon viele gute Erfahrungen gesammelt.

Daher geniesse ich meine Zeit hier in den USA, freue mich aber auch darauf meine Eltern und meine Schwester wiederzusehen.

Was vermisst du am meisten aus der Schweiz?

Ich vermisse die Möglichkeit irgendwo hinzugehen, wann immer ich es möchte. Da es hier nicht viele öffentliche Verkehrsmittel gibt, ist man ständig auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen.

Was sollten dir Besucher aus der Schweiz unbedingt mitbringen?

Besucher aus der Schweiz sollten mir definitiv Brot, Käse, Trockenfleisch und natürlich Schokolade mitbringen. Ich vermisse richtiges Brot, da die Amerikaner hauptsächlich Toast essen.

Welches Essen der Amerikaner magst du nicht?

Da ich im Südwesten der USA wohne, gibt es hier sehr viele scharfe Gerichte. Diese mag ich nicht besonders.

Gibts viele Einkaufsmöglichkeiten in deiner Nähe?

Ja, es gibt sehr viele Einkaufsmöglichkeiten. Man findet einige grosse Einkaufszentren und natürlich auch unzählige Nahrungsmittelläden.

Kennen deine Bekannten in den USA die Schweiz?

Ja. Viele Leute kennen die Schweiz und haben mir gegenüber erwähnt, dass sie die Schweiz schon besucht haben. Es gibt aber auch sehr viele Leute, die die Schweiz mit Schweden verwechseln.

Hat dich dein Aufenthalt verändert?

Mein Austauschjahr hat mich definitiv verändert. Ich bin offener gegenüber anderen Kulturen und auch selbstständiger und selbstsicherer geworden.

Ist das Leben in den USA gefährlich?

Ich wohne in einem Vorort von Phoenix, wo es nicht so gefährlich ist.

Natürlich gibt es Stadtteile, denen man besser fernbleibt. Ein grosser Schock war der Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule. High Schools allerdings sind hier aber sehr sicher. Wir haben mehrere Security Guards an unserer Schule und auch «Lock Downs» werden geübt.

Kommst du gern in die Schweiz zurück?

Ich freue mich darauf zurück in die Schweiz zu kommen, aber ich werde bestimmt meine Freunde und meine Gastfamilie sehr vermissen.

 

AFS ist die grösste und älteste Non-Profit Organisation für interkulturellen Austausch in der Schweiz. Weltweit kooperiert das Programm mit über 50 AFS Partnerländern als gleichberechtigte Länderorganisation des internationalen AFS Netzwerkes und blickt auf ein 60-jähriges Bestehen und stetiges Weiterentwickeln zurück.  Im Jahr 2008 ist AFS als erste Austausch-Organisation in der Schweiz mit dem SQS-Intermundo Qualitätszertifikat ausgezeichnet worden. Mit Sitz in Zürich ist AFS Schweiz in der ganzen Deutschschweiz, der Romandie und auch im Tessin tätig. Das breite AFS Angebot wird von der Geschäftsstelle gemeinsam mit schweizweit über 1000 AFS-Freiwilligen in den Regionen ermöglicht und umgesetzt. Ist dein Interesse geweckt*? Dann gibt es hier weitere Infos!

*Grundsätzlich sind die Jugendlichen zwischen 16-18 Jahren alt. In seltenen Fällen können sie 19-jährig sein, aber auf keinen Fall älter.

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