Der Ton ist absolut entsetzlich: Eine Mischung aus Fiepen, Quaken, Krächzen – anschwellend von leise über penetrant bis total hysterisch. Im Endstadium rast das Ding förmlich. Was noch schlimmer ist: Das Geräusch entspricht durchaus dem Zweck, den es erfüllt: Schluss mit Träumen! Aufstehen, aber subito! Den verbiesterten Kerl, der mir mit verwuselten Haaren und schweinschlitzäugig aus dem Spiegel entgegenstarrt, zuerst rasieren, dann seine Beisserchen putzen, ihn unter die Dusche stellen, schliesslich ankleiden und zu guter Letzt Kaffee hineinschütten.
Eigentlich wollte ich mich meinem Wecker immer wieder in einem symbolischen Akt der Auflehnung gegen die Folter des Weckvorganges oder im Zuge eines Protestes für das Menschenrecht des Ausschlafens abfackeln, ins WC schmeissen, in die Luft sprengen, mit dem Hammer draufschlagen oder mit dem Schrotgewehr draufhalten.
Aber irgendwie schrecke ich davor zurück. Was kann es dafür, das arme Gerät, dass es mich wecken muss? Und andere Mitmenschen bringen ja ihre keifenden, geifernden, jammernden und oft schon im Morgengrauen unaufhörlich quasselnden Partner auch nicht gleich um…
