Ständeratswahlen | Mathias Reynard, SP, der talentierte Netzwerker, der die Herausforderung sucht

Der junge, alte Fuchs

Mathias Reynard. Macht sich keine Gedanken über Allianzen für einen 2. Wahlgang.
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Mathias Reynard. Macht sich keine Gedanken über Allianzen für einen 2. Wahlgang.
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch /meb 0

Die letzten Nationalratswahlen haben es gezeigt: Mit diesem Mann muss man rechnen. Der 32-jährige SP-Nationalrat Mathias Reynard will jetzt in den Ständerat. «Mir geht es nicht darum, die Dominanz der CVP zu brechen», stellt er klar.

Als Politiker noch wenig erfahren, hielt Reynard als jüngster gewählter Nationalrat 2011 die Eröffnungsrede vor der neuen Bundesversammlung. «Ich war sehr nervös, dennoch war es eine unvergessliche Erfahrung. Und es blieb der einzige Moment, bei dem mir alle Parlamentarier zugehört haben», erinnert sich Reynard. Inzwischen ist er ein erfahrener Politiker, der gelernt hat, dass man in Bundesbern vor allem eines braucht: Geduld. «Die Schweiz zu verändern, etwas zu verbessern braucht Zeit, aber es lohnt sich.»

Bestes Resultat in Sicht

Reynard gilt als politisches Talent. Bei den Wahlen 2015 sorgte der Sozialdemokrat für eine Überraschung. Er holte 33469 Stimmen. Das zweitbeste Resultat aller Walliser Nationalräte. Er lag damit deutlich vor der im Dezember in den Bundesrat gewählten Viola Amherd mit 29256 und Philippe Nantermod mit 30253 Stimmen, seinem Konkurrenten von der FDP im Rennen um den Ständeratssitz. Es gibt Beobachter, die glauben, Reynard werde am kommenden 20. Oktober das beste Resultat von allen machen – und jetzt kandidiert er für den Ständerat. «Ich arbeite nie gegen eine Person oder eine Partei. Meine Kandidatur ist keine Kampfansage an die CVP», sagt er. Die grosse Mehrheit seiner Familie und auch Wahlkampfhelfer seien CVPMitglieder, Viola Amherd seine Lieblingsbundesrätin und mit CVP-Ständerat Beat Rieder arbeite er sehr gut zusammen.

CVP Unterwallis im Visier

Dennoch sagt Reynard: «Ich bin überzeugt davon, dass es für unseren Kanton besser wäre, wenn zwei verschiedene Parteien und damit zwei Fraktionen im Ständerat vertreten sind. Aber im Gegensatz zu Philippe Nantermod bin ich der Meinung, dass dem Oberwallis ein Sitz gehört.» Also schielt man eher auf den Sitz der CVP Unterwallis? Reynard nickt. Im Ständerat brauche es Leute, die den Betrieb in Bundesbern bereits kennen würden, auf ein breites Netz zurückgreifen könnten und vor allem offen seien. Es brauche mehr Vielfalt. «Das Wallis hat sich enorm verändert, die Gesellschaft ist viel offener geworden.» Seine Mitstreiterin Brigitte Wolf kennt der junge Lehrer bereits länger, sie arbeiten zusammen im Vorstand der Alpeninitiative – man mag sich. Und der SP-Politiker ist überzeugt von ihrem Ticket. Ein Unterwalliser Mann, eine Oberwalliser Frau – SP und Grüne – besser gehe es kaum. «Die SP und die Grünen werden gestärkt aus den kommenden Wahlen gehen. Klimaschutz war seit jeher eines unserer wichtigsten Themen und nicht einfach nur ein Wahlslogan. Man lebt das, und dies wird jetzt Früchte tragen.» Ein zweiter Sitz im Nationalrat sei den Linken so gut wie sicher.

Über Allianzen für einen möglichen zweiten Wahlgang will und macht sich der Sozialdemokrat keine Gedanken. «Das ist Sache der Parteileitung – die Strategie ist nicht meine Aufgabe.» Im Wahlkampf ist der Unterwalliser sehr aktiv – auf allen Kanälen. Und sein Programm ist straff – er hat sich viel vorgenommen und ist jeden Tag unterwegs.

Reynard ist zweifelsohne beliebt und hat sich seine Sporen in Bundesbern definitiv abverdient. Dennoch dürfte er aber einigen zu links sein, um ins Stöckli einzuziehen. «Das weiss ich», sagt er. Die Parteileitung dürfte mit dem Jungtalent auch noch andere Pläne verfolgen. Reynard wird als heisser Kandidat für die Staatsratswahlen im kommenden Jahr gehandelt. Er soll den Platz von SP-Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten einnehmen. «Wenn ich in den Ständerat gewählt werde, hat sich diese Diskussion erledigt.»

Melanie Biaggi

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