Ständeratswahlen | Michael Kreuzer, SVP, hat ein klares Ziel. Und tanzt hierfür auf zwei Hochzeiten

Kreuzer und quer

Michael Kreuzer. Will mit seiner Ständeratskandidatur Stimmen für den Nationalrat holen.
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Michael Kreuzer. Will mit seiner Ständeratskandidatur Stimmen für den Nationalrat holen.
Foto: WB / Alain Amherd

Quelle: 1815.ch /dab 0

Michael Kreuzer kandidiert für den Ständerat, will aber bei den Nationalratswahlen unbedingt auf Platz 2 der SVPO-Liste hinter Franz Ruppen. «Sonst würde ich ja den ganzen Aufwand nicht betreiben.»

Michael Kreuzer gibt sich zurückhaltend. Medien misstraut er. Vielleicht ändert sich das in diesem Herbst. Die Kandidaten eilen derzeit von einem Medientermin zur nächsten Debatte. Kreuzer hat unlängst ein Video-Interview bei «Le Nouvelliste» abgesagt. Es wäre zu viel Aufwand gewesen, um mehr schlecht denn recht über die Sprachhürde zu kraxeln. Er will sich auf das Oberwallis konzentrieren. Von hier aus soll er die Stimmen bringen auch für Cyrill Fauchère, seinen Unterwalliser Listenpartner für diese Ständeratswahlen.

Direkt-Duell gegen Graber?

Michael Kreuzer ist nicht der einzige Kandidat, der in diesem Wahlherbst auf zwei Hochzeiten tanzt, sowohl für den Ständerat als auch für den Nationalrat kandidiert. Brigitte Wolf von den Grünen sowie die bisherigen Nationalräte Philippe Nantermod, FDP, und Mathias Reynard, SP, tun es ihm gleich. Kreuzer ist aber der einzige, mit einer «umgekehrten» Strategie.

Er weiss zwar, dass er gegen den CVP-Ständerat Beat Rieder keine Chance hat. Will aber die zusätzliche (Medien-)Präsenz nutzen für seine Kandidatur bei den Nationalratswahlen. Und hier will er unbedingt Zweiter werden auf der SVPOListe hinter Franz Ruppen. Dieser hat den Seinen klargemacht, dass er 2021 für den Staatsrat kandidieren will. Wenn Nationalrat Ruppen nach Sitten zügelt, würde sein Platz in Bern frei werden für den Kandidaten, der am 20. Oktober das zweitbeste Resultat macht. Immer vorausgesetzt: Ruppen verteidigt seinen Nationalratssitz.

Kreuzer war der einzige Vertreter der SVPO, der auf das Ständeratsticket mit Fauchère wollte. Obwohl man ihm auch davon abgeraten hatte. «Es kann ja sein, dass man mich bei den Ständeratswahlen zwar unterstützt, im Gegenzug aber jemand anders nachschreibt auf der Nationalratsliste.» Solche Erwägungen waren dem Visper Gemeinderat dann aber doch zu viel der Taktiererei. Er beschloss, mit der Doppelkandidatur aufs Ganze zu gehen. Kommt es jetzt zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Michael Graber um Platz zwei? «Egal wer gewinnt: Wir werden gute Kollegen bleiben», sagt Kreuzer.

Allianz mit FDP?

Dass der 30-Jährige heute so selbstbewusst auftritt, hat auch mit den letzten Wochen zu tun. Mit seiner aufwendigen Kampagne hat er es geschafft, in vieler Munde zu sein. Nach dem Motto: Egal ob Kritik oder Beifall – Hauptsache, man ist im Gespräch. «Das Ziel ist es, einen Wahlkampf mit echten Themen aus dem Alltag zu machen. Nicht mit abgedroschenen Sprüchen.» Die lancierte Initiative etwa, wo er den Walliser Wählern Steuersenkungen verspricht, werde er durchziehen – «egal, was am 20. Oktober herausschaut für mich». Gleichzeitig schielt er hoffnungsvoll nach Bern. «Wenn ich nicht daran glaubte, würde ich ja denn ganzen Aufwand nicht betreiben.»

Während er auf das Resultat der Nationalratswahlen hinfiebert, blickt er gelassen auf das Rennen um die beiden Ständeratssitze. Je nach Konstellation könne er sich durchaus vorstellen, eine Allianz zwischen seinem Parteikollegen Fauchère und dem FDP-Kandidaten Nantermod zu unterstützen. In vielen wirtschaftspolitischen Punkten sei Nantermod deckungsgleich mit den Positionen der SVP. Und das EURahmenabkommen? «Nantermod ist zwar dafür. Aber sind wir ehrlich: Die CVP wird dem Abkommen kaum die Stirn bieten, wenn es wirklich darauf ankommt.» Ob CVP oder FDP, ist Kreuzer derzeit egal. Im Moment zählt für ihn nur die SVP. Und vor allem seine Doppelkandidatur.

David Biner

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