Kirche | Pink Cross will Huonder anzeigen

Schwulenverband zeigt Bischof Huonder an

Gerät wegen Aussagen über Homosexualität immer stärker unter Druck: der Churer Bischof Vitus Huonder.
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Gerät wegen Aussagen über Homosexualität immer stärker unter Druck: der Churer Bischof Vitus Huonder.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 12

Der Streit um Vitus Huonders Aussagen über Homosexualität geht in die nächste Runde: Der Schwulenverband Pink Cross will Strafanzeige gegen den Bischof von Chur einreichen. Gerade unter Priestern finden sich zahlreiche Homosexuelle. Gesicherte Zahlen gibt es nicht.

Die Strafanzeige gegen Huonder soll am (morgigen) Montag bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eingereicht werden, wie Pink Cross am Sonntag mitteilte. Sie werde von der Lesbenorganisation LOS unterstützt. Das Bistum Chur hat für die kommende Woche eine weitere Stellungnahme des Bischofs in Aussicht gestellt.

Pink Cross und LOS werfen Huonder vor, öffentlich zu Verbrechen aufzurufen. Der Bischof hatte vor Wochenfrist in einem Vortrag in Deutschland zwei Stellen aus dem Buch Levitikus zitiert - darunter folgenden Vers: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft."

Später relativierte Huonder seine Aussagen. Es handle sich um ein Missverständnis, das er bedaure. Er habe in keiner Weise homosexuelle Menschen herabsetzen wollen. Für Pink Cross hingegen spornt Huonder mit solchen Aussagen die Gläubigen indirekt dazu an, nach den Bibeltexten zu handeln.

Hoher Anteil an schwulen Priestern

Von Huonders Aussagen distanziert hat sich der St. Galler Bischof Markus Büchel. In einem Brief an die Seelsorgenden in seinem Bistum schreibt er, Menschen und ihre Beziehungen dürften nicht auf die Sexualität reduziert werden. Und er setzt die umstrittenen Bibelzitate in einen geschichtlichen Zusammenhang: "Unser heutiges Wissen um die Homosexualität als Anlage und nicht frei gewählte sexuelle Orientierung war zur Zeit der Bibel gar nicht bekannt."

Zum Anteil homosexueller Amtsträger in der katholischen Kirche gibt es keine gesicherten Zahlen. Inoffizielle Schätzungen von Theologen gehen von einem Anteil von 20 bis 60 Prozent an Schwulen im Priesteramt aus. Der strittige Pfarrer von Röschenz BL, Franz Sabo, schätzt den Anteil auf rund 40 Prozent. "Ich bin seit über dreissig Jahren Priester, und da erhält man einen gewissen Einblick", sagte gegenüber der "Schweiz am Sonntag".

Den Grund für den mutmasslich hohen Anteil sieht er darin, dass die Kirche früher vielen Schwulen Schutz geboten habe - im Gegensatz zur protestantischen Kirche, wo faktisch eine Heiratsverpflichtung herrschte. "Zudem haben schwule Männer eine besondere Affinität zu Kunst, Ritualen und Ästhetik", sagte Sabo. In diesen Bereichen biete die katholische Kirche viel.

Franz Sabo hatte sich vor zehn Jahren mit dem Bistum Basel angelegt, worauf ihm der damalige Bischof Kurt Koch die Missio Canonica entzog.

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Kommentare

  • Boris Smutov - 19

    Soweit ist es schon gekommen, dass sich ein Schwulenverband aus der Deckung traut.

  • Bernd - 36

    Die Haube des werten Bischofs ist ja auch deutlich Pink? Vielleicht meint er ja auch nicht alles so, wie er es sagt!?!?!

  • Wismer Daniel - 510

    Schaut euch mal diesen Bischof Huonder genau an : wenn der "sauber" ist, bin ich der Niklaus von der ( Roten ) Flüe.

    • smiler - 50

      Nun, Herr Heinzmann, ein einziger Blick reicht bei mir grundsätzlich auch nicht aus, um sich über jemanden eine "gewisse Meinung" zu bilden. Dafür braucht es mehr.

      Aber ich gebe Herrn Wismer recht, dass Bischof Huonder "speziell" aufgefallen ist. Wie kann es sein, dass die Kirche Nächstenliebe und dergleichen predigt, und im gleichen Atemzug dann solche Sachen rauslässt? Es gibt da noch andere Bereiche / Themen, wie Frauen im Priesteramt und dergleichen, Aber dies gehört nicht hierher.

      Was ist denn die Wahrheit, Herr Heinzmann? Was ist für Sie die Wahrheit? Wie stehen Sie persönlich zu Mitmenschen, die homosexuell sind?

    • Wismer Daniel - 46

      nochmals Herr "Heinzmann": ich verurteile und richte nicht! Sie unterstellen mir das einfach in unfairer art und weise.
      Bischof Huonder ist in der letzten Zeit ja einige male "speziell" aufgefallen. Bevor die Kirchenmänner auf andere zeigen, sollten sie bei sich selber zuerst anfangen "aufzuräumen". Stichwort: Wasser predigen und Wein trinken....

    • Arthur Heinzmann - 64

      Denken Sie Herr Wismer, wenn ich 20 Jahre in der Halbwildnis verbringen würde, würde ich auch verurteilen und richten lernen? ;-)

      Ich habe auch in 6 Jahren, einige Erfahrungen in der Wildnis (nicht Halb..) gemacht aber da habe ich in keinster Weise gelernt, wie ich mit einem einzigen Blick auf ein Bild/Foto, von dem abgebildeten Menschen schon alles wissen kann. ;-)

    • Wismer Daniel - 46

      Nein, nein Herr "Heinzmann": beurteilt ja - verurteilt und gerichtet nein. Das überlasse ich einer höheren Gewalt.Vielleicht würde Ihnen 20 Jahre in der Halbwildnis auch mal gut tun...

    • Arthur Heinzmann - 104

      Jaja, mal wieder der Wismer Daniel

      Ein einziger Blick auf ein Foto genügt und schon ist ein Mensch beurteilt, verurteilt und gerichtet! Und das nur weil dieser Mensch zu einem bestimmten Thema die Wahrheit zitiert. Schade, dass heutzutage nur noch die wenigsten die Wahrheit vertragen.

  • Robi - 125

    Der Bischof hat nur einen Text aus dem Testament zitiert. Also was da geschrieben ist, sind Fakten. Und das ist sicher nicht strafbar.
    Die Schwulen sollen aufhören immer alles zu normalisieren!

    • Kurt - 40

      Nein, guter Mann, Herr Huonder hat nicht "nur" die Bibelstelle zitiert. Lesen sie mal den Bericht auf der Web Seite von Pink Cross, was er darum herum noch gesagt hat. Unter anderem sprach er von "göttlicher Ordnung" und "Angriff auf die Schöpfung". Gehen wir mal weg vom Glauben zu den Fakten: Säugetiere, aber auch andere (Schwäne!) zeigen gleichgeschlechtliches Verpaaren. Und das schon bevor der erste Mensch sich angemasst hatte, den Willen Gottes genau zu kennen und seine Interpretation den Menschen mit Kriegsmacht als Morallehre aufzuzwingen. Vor 2000 Jahren hat dann einer Gegensteuer gegeben und den Begriff der Nächstenliebe eingeführt. Die ist seither leider immer wieder und heute vermehrt wieder auf der Strecke geblieben.

  • Quincy - 2517

    Die überempfindlichen Damen und Herren von Pink Cross und LOS sollten besagten Vers erst noch einmal richtig lesen und zu verstehen versuchen, bevor sie Bischof Huonder wegen Aufruf zu Verbrechen anzeigen wollen. Das von Ihm gesagte ist lediglich im Buch Leviticus geschrieben und somit offizielle Lehre des Christen- und Judentums. Und ob man das glauben will, ist ebenso jedem selbst überlassen wie auch die Behauptung des angeblich so hohen Anteils von schwulen Priestern! Von Aufruf zur Gewalt gegen Schwule und Lesben kann hier keine Rede sein !!!

    • smiler - 50

      Quincy: Da Sie das Buch Leviticus erwähnen, möchte ich Sie etwas fragen: Dieses Buch ist ja bekannterweise aus dem Alten Testament. Sicher gibt es die offizielle Lehre. Aber es gibt doch auch der Wandel der Zeit. Oder werden heutzutage bei uns noch solche Praktiken umgesetzt?

      Darf ich Sie um Ihre persönliche Meinung betreffs der Homosexualität fragen?

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