Chor-Konzerttournee mit Halt in Brig

Bo Katzman: «Mag die Walliser Bodenständigkeit»

Bo Katzman
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Bo Katzman
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch /rul 0

Seit 24 Jahren ist der Musiker und Sänger Bo Katzman mit seinem Gospelchor unterwegs, der im Januar 2015 einen Auftritt in der Briger Simplonhalle hat. Im Interview erzählt der 62-jährige Basler, warum ihm sein Job Spass macht und warum ihm vieles immer noch sehr nahe gehen kann.

Am Sonntag, 11. Januar 2015 führt Bo Katzman seine Chor-Konzerttournee auch nach Brig in die Simplonhalle. Seit jeher verbindet ihn mit dem Kanton Wallis eine Freundschaft mit vielen guten Erinnerungen, wie er im Gespräch mit 1815.ch erzählt.

1815.ch: Herr Katzman, Sie treten Anfang nächstes Jahr in Brig auf - was verbindet Sie mit dem Kanton Wallis?

Bo Katzman: Sehr viel! Ich liebe die hiesige Landschaft und ich finde den Oberwalliser Dialekt sehr melodiös - nicht alle Basler können das von sich behaupten (lacht). Ich mag auch die Bodenständigkeit der Leute hier.

Zudem bin ich ein ausgesprochener Wanderfreund und fahre gerne Ski. Im Wallis gibt es viele schöne Ecken in den hinteren Tälern, doch am liebsten bin ich in Zermatt, egal ob im Sommer oder im Winter.

Ihr Chor besteht aus gecasteten Sängern im Alter von 17 bis 35 Jahren; nur die besten schafften es in die aktuelle Formation. Was halten Sie von Castings als Show-Format?

Nicht viel! In diesen Sendungen geht es gar nicht um die Förderung von jungen Talenten. Diese werden da eher verheizt, um Quote zu machen.

Als das Sendeformat aufkam, habe ich hin und wieder eine solche Sendung geschaut; ich finde es aber bedauerlich, dass den Teilnehmern Illusionen vorgegaukelt werden, die mit der Realität kaum etwas gemein haben.

Und wie stehen Sie zu Social Media: Twittern Sie, sind Sie auf Facebook aktiv, findet man Ihre Musik auch auf Streaming-Portalen?

Ich bewirtschafte meine beiden Facebook-Konten mit fast zehntausend 'Freunden'. Aber Twitter und Streaming-Portale interessieren mich nicht und deshalb beschäftige ich mich auch nicht damit.

Mein Interesse gilt nur der Musik und den Songs. Wie diese Musik verbreitet wird, überlasse ich den Fachleuten.

Sie werden auf Ihrer Tournee das neue Album «Stars of heaven» vorstellen - mittlerweile Ihr 32. Album. Gibt es denn noch Steigerungspotenzial in Ihrer musikalischen Karriere?

Es gibt immer Steigerungspotenzial. Jede neue CD, die ich herausbringe, ist wie ein Baby. Ich kann also dementsprechend auch nicht sagen, welche Platte meine liebste ist, denn jede hat ihren eigenen unverwechselbaren Charakter. Man liebt schliesslich alle seine Kinder!

Sämtliche Songs auf dem Album wurden von mir neu komponiert oder arrangiert, keines der Alben war leichte Arbeit. Auf der aktuellen CD gefällt mir vor allem das selbstkomponierte 'Your heart don't tell you lies' besonders gut. Mit dem Lied möchte ich den Leuten nahelegen, mehr auf ihr Herz zu hören.

Auch wenn man auf sein Herz hört, kann Routine aufkommen...

Zusammen mit dem Bo Katzman Chor möchte ich den Konzertbesuchern ein schönes und gefühlsbetontes Erlebnis bieten. Da bin ich als Komponist, Arrangeur, Bandleader und Chorleiter jedes Jahr von Neuen ganz schön gefordert.

Schliesslich muss ja jede Note für die Musiker und Sänger geschrieben werden, und das ist ziemlich harte Arbeit. Routine kann dabei nicht aufkommen, und Müdigkeit schon gar nicht! Wenn wir auf der Bühne stehen und das glückliche Publikum vor uns sehen, sind alle Mühen der monatelangen Vorbereitungszeit vergessen.

Sie sind ein religiöser Mensch...

Ja. Wer Gospelmusik macht, muss sich für religiöse Themen interessieren, sonst ist er nicht glaubwürdig.

Deshalb finde ich es auch traurig, dass der Weihnachtszeit die besinnliche Note abhanden gekommen ist und der kommerzielle Aspekt so Überhand genommen hat.

Sind Sie engagiert im Spenden?

Ja, ich spende sehr oft. Ich bin Mitglied im Rotary-Club, und da unterstützen wir zahlreiche spezielle Projekte, die hilfebedürftigen Menschen zu Gute kommen - etwa Brunnenbauten, Schulen und Spitäler in Afrika oder Kinder-Projekte in Chile und vieles mehr.

Darum fülle ich keine Einzahlungsscheine von Institutionen aus. Zudem gebe ich mit meinem Chor oft unentgeltliche Benefizkonzerte in Kirchen, deren freiwillige Spenden dann ausgewählten Projekten zugute kommen.

Sie haben eine grosse Fangemeinschaft. Gibt es da auch Probleme mit Stalkern?

Ja, es gab schon Zwischenfälle. Da muss man einfach auf der Hut sein.

Extremfälle, wie sie aktuell die Runde machen - etwa wie bei dem deutschen Komiker Karl Dall, der wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht gestanden hat?

Nein, glücklicherweise nicht! Problematisch ist aber, dass auch die Schweizer Medienlandschaft immer weniger Hemmungen hat, Leute, die im Rampenlicht stehen, dem Skandal-Blitzlichtgewitter auszusetzen - auch wenn keine Handhabe besteht. Als ich Anfang Jahr bekannt gab, dass ich den Chor erneuere, nährte dies die seltsamsten Aussagen in den Medien.

Ich musste viele bösartige und auch verlogene Artikel über mich lesen, das schmerzte mich zugegebenermaßen sehr. Die Aussage einer Person, die fälschlicherweise vorgab, Mitglied meines Chors zu sein, erhielt auf einer ganzen Titelseite die Möglichkeit, mich anzuschwärzen, obwohl sie alle Vorwürfe frei erfunden hatte.

Es ist dann schwierig, sich als Privatperson gegen solche Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen. Aber in der Zwischenzeit hat sich die Aufregung gelegt und die neue Generation des Bo Katzman Chors wird an den Konzerten vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Wir freuen uns jetzt schon darauf, mit unserer neuen Bühnenshow auch das Walliser Publikum zu begeistern!

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