Grossraubtiere | Schadensbilanz der Wolfspräsenz im Wallis

Wölfe haben 187 Nutztiere getötet

Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen der Dienststelle für Landwirtschaft haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen.
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Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen der Dienststelle für Landwirtschaft haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 14

Vom 1. Januar bis 31. Oktober 2016 wurden im Wallis neun Wölfe, darunter mindestens drei Jungtiere gezählt. Gleichzeitig wurden 187 Nutztiere gerissen. Der Schaden beläuft sich auf 83'680 Franken. In der Augstbordregion ist zudem die Präsenz eines Rudels bestätigt.

Im Oberwallis wurden im genannten Zeitraum 149 Nutztiere (136 Schafe und 13 Ziegen) getötet. Zusätzlich wurden bei den Angriffen 22 Nutztiere verletzt und mussten gepflegt werden. Lediglich neun der Risse erfolgten während der Sömmerungszeit im Alpgebiet. Am stärksten betroffen war die Augstbordregion, in der alleine zwischen Ergisch und Törbel 138 Nutztiere den Wölfen zum Opfer fielen. Dies zeigt eine Schadensbilanz der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere zur Wolfspräsenz im Wallis.

Im Mittelwallis wurden im gleichen Zeitraum 38 Schafe gerissen. Diese Risse erfolgten zwischen dem Val d’Anniviers und dem Eringtal. 14 dieser Risse erfolgten während der Sömmerungszeit auf den dortigen Alpen. Von den 187 getöteten Nutztieren wurden 34 Tiere in Situationen gerissen, die gemäss den vom Kanton gemachten Vorgaben als genügend geschützt gelten. Im Alpgebiet wurden zudem 14 Tiere auf nicht schützbaren Alpen gerissen.

Der Schaden aller Risse beläuft sich auf eine Gesamtsumme von 83‘680 Franken. 74‘950 Franken entfallen auf die Schäden im Oberwallis und 8730 Franken auf jene im Mittelwallis. Für die Schadensaufnahme und das Entschädigungsverfahren wendeten die hierfür zuständigen Mitarbeiter der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere zirka 500 Arbeitsstunden auf.

Voraussetzungen für eine Wolfsregulation erfüllt

In der Augstbordregion hat sich im Verlauf des Jahres ein Wolfsrudel gebildet. Aufgrund der momentan zur Verfügung stehenden Informationen geht die Dienststelle von mindestens drei Jungtieren aus. Insgesamt wurden 2016 im Wallis sechs Wölfe und ein Jungtier identifiziert. Dazu kommen noch zwei weitere Jungtiere in der Augstbordregion, die dort gesichtet aber noch nicht formell identifiziert worden sind.

In der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober wurden in der Augstbordregion gemäss dem Bericht der zuständigen Fachbehörde 17 Nutztiere in geschützten Situationen gerissen. Die Voraussetzungen für einen Regulationsantrag beim BAFU sind somit erfüllt. Ein solcher Antrag ist möglich, wenn innert einer Frist von vier Monaten mindestens 15 Nutztiere im Streifgebiet eines Wolfrudels, das sich fortgepflanzt hat, und in geschützten Situationen gerissen wurden. Der Kanton benötigt die Zustimmung des BAFU für eine Wolfsregulation. Er muss anschliessend die Bewilligung bis spätestens Jahresende erteilen und die Regulation kann danach bis Ende März erfolgen.

Verbesserter Herdenschutz

Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen der Dienststelle für Landwirtschaft haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen. Betreffend Herdenschutz hat die Dienststelle für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der mandatierten Herdenschutz GmbH angepasstes Zaunmaterial (150 Weidezaunnetze) angeboten und vertrieben. Die technische Beratung umfasste die Hilfestellung vor Ort und die lösungsorientierte Einführung von zumutbaren Massnahmen auf den jeweiligen Landwirtschafts- und Alpbetrieben.

Diese Massnahmen umfassen Zaunmaterial, Weideführung, Herdenschutzhunde und den mobilen Herdenschutz mit Herdenschutzhunden. Insgesamt hat die Dienststelle für Landwirtschaft mehr als 750 Stunden für die Umsetzung der kantonalen Herdenschutzpolitik aufgewendet. Dieses Engagement wurde diesen Herbst durch die interne Restrukturierung, welche die Ernennung eines Herdenschutzverantwortlichens für den ganzen Kanton ermöglichte, verstärkt. Die kantonalen zumutbaren Herdenschutzmassnahmen werden weiter ausgearbeitet und mit den neuen technischen Richtlinien der Agridea vom Herbst 2016 angepasst.

pd/map

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Kommentare

  • lynx - 1230

    Weshalb sind wohl am 30. August urplötzlich Fotos von Wolfswelpen in der Augustbordregion aufgetaucht ?
    Das BAFU hat (gezwungenermassen) das Jagdinspektorat (Scheibler) und Staatsrat Melly mittels zugesandten Unterlagen auf die Anwesenheit eines Rudel in der Augustbordregion hingewiesen, um einer nochmaligen "Abschussbewilligung" vorzugreifen, nachdem die Erste ohne Erfolg verstrichen war....
    Denn ab diesem Zeitpunkt war es keine "Kantonsangelegenheit" mehr....sondern nun war der Bund zuständig.
    Denn es ist bis heute noch der Rekurs des BAFU gegen die Abschussbewilligungen 2015 (zum Glück erfolglosen) vor Kantonsgericht ausstehend....so arbeiten unsere Instanzen.....
    Der Bund erledigt seine Arbeit, wenn dies der Kanton nicht selbst macht.....doch ich bin gespannt, wem diese Kosten In Rechnung gestellt werden......hoffentlich dem Kt. Wallis....

    • Tom - 59

      Genau. So arbeiten unsere Instanzen im Wallis. Schliesslich ist ja das Wallis die kleine Schwester Siziliens. Missgunst, Neid und Vetternwirtschaft. Aber sich als Katholiken bezeichnen. Welch Tugenden.

  • lynx - 1035

    Bevor überhaupt von einem Antrag an das BAFU zur Erteilung der Bewilligung zu einem "Regulationsabschuss" durch das BAFU gestellt werden kann, muss zuerst der einwandfreie Nachweis aller zur zeit "anwesenden Wölfe (inklusive Welpen)" durch den Kanton erbracht werden.
    Doch wo ist dieser...???
    Ist dies der nächste Schildbürgerstreich des "Vereins Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere"...???....
    Forderungen aufstellen kann jeder, doch die Instanzen in ihrer Arbeit behindern halt auch.....dies war der erste Schildbürgerstreich.....
    Oder habt ihr das Gefühl, dass der Bund seine eigenen Nachforschungen einfach so auf den Tisch legt.....franko gratis...????....Ihr träumt wohl....

  • Tom - 630

    @Oberländer: Stimmt es sind sogar 4000.

    • Tom - 1842

      @Bauer: lies mal bei den Ämtern nach. Kannst auch noch lesen wieviele Tonnen eurer Wolle weggeworfen werden, wieviel Kontingente zum Import von Lammfleisch versteigert werden, wie die Milch und Käseproduktion quersunbentioniert werden und wieviel mehr Geld ihr durch Wolfsrisse bekommt im Gegensatz zum Metzger;-) Auch denn Hobbyschäfern welche noch kein Bauer machen, sondern in erster Linie Lonzianer sind.

    • Bauer - 3511

      Und von wo hast du diese daten? Offiziel oder nur aus stammtischgerede? Wäre froh über eine quellen angabe!

  • Kati Ley - 2147

    Schweizer Schafzüchter im Wallis verlieren jedes Jahr etwa 4'000 Tiere welche WEIL UNBEAUFSICHTIGT elendlich verenden. Schafe sind reine Subventionsmaschinen, weder Wolle noch Fleisch noch Milch bringen Ertrag so wird mit Direktzahlungen und Versicherungsgeld ABGESAHNT. Der Aufschrei von Schafzüchtern wenn ihre Schafe mal nicht über eine Falaise stürzen sondern von Wölfen gerissen werden ist jedes Jahr ein Schauspiel ohnegleichen. Das die Schweiz mit den über-subventionierten Schafen noch zur Errosion der Alpen beiträgt ist ein anderes Faktum welches auch Biologen bestätigen. Schweiz braucht mehr Wildtiere um Touristen anzuziehen nicht mehr Kühe welche Hochmoore vernichten und Schafe welche zur Errosion beitragen. Der CH-Steuerzahler muss aufhören Schafzucht zu subventionieren.

    • Osgi - 3112

      Laut deinem Namen hast du auch irgendwo in den Schweizer Alpen ALPRECHTE oder ANTEILE die deine Vorfahren kaufen mussten mit hart erarbeitetem Geld ?????

  • Elmar von Zürich - 1644

    Wenn die Schafe von den GUT geschützten Alpen zurück auf die Herbstweide kommen, sollten Sie am Abend wenn es dunkel wird im Stall sein. Die Hühner kann man in der Nacht auch nicht draussen lassen, wegen dem Fuchs.

  • Silvia - 1850

    Wahrheit ist das, was der Mehrheit dient, sprich der Schäferlobby dient. Richtig durch Vorgabe geschützte Weiden ? Wieso eigentlich gehen nicht mal die mit den Zeitungsberichten befassenden Journalisten auf Platz und berichten Wahrheitsgetreu was wirklich konform war und was nicht.

  • Tom - 2183

    Na zu denn 2000 durch Krankheit, Abstürze, oder sogar durch verloren gehen... Ein Klacks...
    Und natürlich ist es auch Schade um diese 187 Tiere. Schade mussten diese Tiere durch teilweises mitverschulden der eigenen Besitzer sterben.

    • Tom - 159

      @Oberländer: richtig wie du schreibst: Es gab eine Zeit.... Gab ist immer noch Vergangenheit und nicht Gegenwart;-)

    • Peter - 1131

      @Oberländer: Schreib nicht so ein Stuss. Schwaznasenschafe sind ein Zuchtergebnis und kommt so rein natürlich eigentlich gar nicht vor. Und Haustiere sind in der Natur ohne Mensch nicht überlebensfähig, sondt wären sie von Natur aus mit Abwehrmechanismen ausgerüstet. Logisch auch für ein Oberländer.

    • Oberländer - 6215

      Ach ja! Woher nehmen sie die Zahl 2000?! Solchen Stuss kann nur von einem Wolfbefürworter kommen. Fragen sie mal Paul Julen in Zermatt, welcher 400 Schafe im Berggebiet sommert, wie viel Schafe er jährlich verliert? In Sachen Statistiken sind die Wolfbefürworter unglaubwürdig. Nur so nebenbei, jedes Schwarznasen Schaf, dass dem Wolf zum Opfer fällt ist eines zu viel. Es gab eine Zeit, waren die Schwarznasen am aussterben und waren geschützt. Wurde dieser Schutz aufgehoben? Sie haben also gegenüber dem Wolf Existenzberechtigung!

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