Europa League | Angespannte Stimmung beim FC Sitten vor dem Spiel in Liverpool

Zerreissprobe statt Festakt

Die Truppe von Didier Tholot bei einer Trainingseinheit im Anfield Stadion am Mittwoch.
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Die Truppe von Didier Tholot bei einer Trainingseinheit im Anfield Stadion am Mittwoch.
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch/Si 30.09.15 2
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Nach dem Sieg im Europa-League-Startspiel gegen Rubin Kasan reist der FC Sitten als Leader der Gruppe B nach Liverpool. Doch ausgerechnet vor dem grössten internationalen Auftritt seit fast 20 Jahren sind die Walliser in einem Stimmungstief.

An die Nacht vom 31. Oktober 1996 an der Anfield Road erinnern sie sich auch in Liverpool zum Teil heute noch. Der FC Sitten war zu Gast in den 1/16-Finals des Cups der Cupsieger. Die Walliser führten dank Christophe Bonvin und Frédéric Chassot 2:0 und 3:2, schieden aber nach vier Gegentoren in den letzten 25 Minuten doch noch aus. Aber sie waren das erste Gästeteam, dem in Liverpool im Europacup drei Tore gelang. Sie wurden vom Liverpooler Publikum mit einer Standing Ovation verabschiedet. Es war trotz letztlich deutlichem Ausscheiden eine der Sternstunden in der Sittener Klubgeschichte.

Wie der FC Sitten sich am Donnerstag von der Anfield Road verabschiedet, ist nicht abzuschätzen. Durch die Hintertür? Mit fliegenden Fahnen? Mit stehenden Ovationen? In grenzenlosem Jubel? Alles scheint möglich. Der FC Liverpool ist derzeit nicht unerreichbar für die Walliser. Zumal wenn diese in der Lage sind, im entscheidenden Moment über sich hinauszuwachsen wie im Cupfinal gegen den FC Basel (3:0) oder im Startspiel zur Europa League gegen Rubin Kasan (2:1).

Die Frage ist aber, ob der FC Sitten derzeit überhaupt fähig ist, sein bestes Niveau abzurufen. Denn die Walliser sind gerade mal wieder in eine Krise geschlittert, die nicht bloss auf dem Boden der schlechten Resultate gediehen ist. Vielmehr ist bei den Sittenern die Stimmung grundsätzlich angespannt. Statt eines Festaktes zum Geniessen wird der Auftritt an der legendären Anfield Road zu einer Walliser Zerreissprobe.

Nach dem unerwarteten 0:1 am letzten Sonntag gegen Vaduz war Präsident Christian Constantin der Kragen geplatzt. «Die Spieler müssen sich eigentlich schämen, Lohn zu beziehen, polterte CC los. "Eigentlich ist keiner würdig, in Liverpool das Trikot des FC Sion zu tragen", so Constantin weiter. Angezählt ist jetzt auch der Trainer Didier Tholot. Es ist davon auszugehen, dass sich der Franzose nur mit einer guten Leistung in Liverpool oder einem Sieg in St. Gallen am Sonntag im Amt halten kann.

Gänzlich unpassend kommt für die Walliser Fussball-Gemeinde der Streit zwischen Constantin und dem Clan von Topskorer Moussa Konaté. Via dem Westschweizer Boulevardmedium "Le Matin" werfen die Afrikaner dem Sittener Präsidenten vor, eine vereinbarte Gehaltserhöhung nicht zu gewähren. Constantin verweist auf den Vertrag, der eine Aufbesserung der Bezüge erst zum Zeitpunkt einer Verlängerung vorsieht. Constantin ist wütend, Konaté schmollt.

Aus sportlicher Sicht ist nebensächlich, ob nun Constantin geizig oder Konaté in seiner Forderung unverschämt ist. Tatsache ist, dass der Stürmer aus dem Senegal in den letzten drei Pflichtspielen kein Faktor mehr war und gegen Münsingen, die Grasshoppers sowie Vaduz ohne Tor blieb, nachdem er zuvor gegen Rubin Kasan doppelt erfolgreich gewesen war.

Ungeachtet der Walliser Baisse reden sie in Liverpool mit Respekt auch von der aktuellen Ausgabe des FC Sion. "Dieses Team kann das Spiel des Gegners sehr gut unterbinden. Es ist perfekt organisiert und verfügt mit Fernandes und Konaté über zwei Spieler mit grossem Talent", sagte Liverpools Trainer Brendan Rodgers. Es ist am Walliser Offensiv-Duo, zu zeigen, dass diesen Worten 19 Jahre nach Bonvin, Chassot & Co. mehr als blosse Gastfreundschaft zu Grunde liegen.

Liverpool - Sitten. - Donnerstag, 21.05 Uhr (SRFzwei). - SR Vincic (Sln).

Mögliche Aufstellungen:

Liverpool: Mignolet; Touré, Gomez, Sakho; Ibe, Allen, Milner, Moreno; Lallana; Origi, Ings.

Sitten: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Kouassi, Salatic; Assifuah, Fernandes, Carlitos; Konaté.

Stefan Wyss
30. September 2015, 20:25
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Kommentare

  • Carmen Braun - vor 11 Jahre ↑5↓9

    Das Beste für den FC Sion ist ein sofortiger Rücktritt des selbsternannten Napoleons.

    antworten

    • Stefan - vor 11 Jahre ↑11↓5

      Warum? Weil er die verwöhnten und verweichlichten Profis aus der Komfort-Zone holt?

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