Mobilität | Nutzerzahlen nicht so hoch wie erhofft

Fahrgemeinschaften haben im Wallis Potenzial

Das Potenzial für Mitfahrgelegenheiten ist im Wallis vorhanden. (Symbolbild)
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Das Potenzial für Mitfahrgelegenheiten ist im Wallis vorhanden. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch 2

Während zwei Jahren gab es in zwei Regionen des Wallis die Möglichkeit, das Mitfahrnetzwerk PubliRide zu nutzen. Hinter dem Pilotprojekt, das Ende Juni abgeschlossen wird, standen PostAuto, der Kanton Wallis und die Chablais-Region.

Zwei Jahre nach Einführung beenden die beteiligten Partner das Pilotprojekt PubliRide Wallis Ende Juni 2017 wie geplant. Die Nutzung von PubliRide lief folgendermassen ab: Mithilfe der flinc-App auf dem Smartphone oder auf der entsprechenden Webseite suchte oder offerierte man Mitfahrangebote. Bei einer Übereinstimmung erhielt man automatisch Vorschläge für die gewünschte Strecke und Fahrzeit. Zusätzlich zu Mitfahrangeboten wurden auch öV-Verbindungen angezeigt.

Das Angebot gab es für die Gemeinde Vionnaz (PubliRide Vionnaz) sowie für das Gebiet der vier Gemeinden Ayent, Arbaz, Grimisuat und Savièse (PubliRide Lienne-Morge). PostAuto, der Kanton Wallis und die Chablais-Region führten das Projekt gemeinsam durch.

Fahrgemeinschaft als Ergänzung

Eine zentrale Erkenntnis des Projektes ist, dass es im Wallis ein gewisses Potenzial für Fahrgemeinschaften gibt. Nach der zweijährigen Testphase waren die Nutzerzahlen zwar nicht so hoch wie erhofft (PubliRide Lienne-Morge: 208 registrierte Mitglieder / PubliRide Vionnaz: 81 registrierte Mitglieder). Besonders prädestiniert für eine Fahrgemeinschaft sind die Verbindungen aus den vier Gemeinden Savièse, Grimisuat, Ayent und Arbaz nach Sitten.

Zudem kann diese Art von geteilter Mobilität einen Beitrag leisten, um stark befahrene Hauptverkehrsachsen zu entlasten. Im Mai beispielsweise haben die Nutzer von PubliRide Lienne-Morge 330 Angebote und 591 Anfragen für eine Fahrgemeinschaft gemacht – und das fast ausschliesslich werktags. Dies sind pro Tag im Durchschnitt elf Angebote und 20 Anfragen für einen Mitfahrdienst.

Eine Frage der Zeit

Allerdings wurde auch klar, dass der Aufbau eines Mitfahrnetzwerkes Zeit braucht und dass einige Gemeinden wohl zu klein sind, damit der Betrieb einer solchen Plattform langfristig erfolgreich ist. Zudem ist eine intensive und regelmässige Bewerbung erforderlich, um genügend Beteiligte zu gewinnen.

Die Partner des Mobility Lab haben beim Labor für urbane Soziologie der ETH Lausanne eine Studie in Auftrag gegeben, um die Erkenntnisse aus dieser Testphase zu verwerten. Unter anderem wird untersucht, welche Erwartungen die Nutzer von PubliRide hatten, welche Erfahrungen sie gemacht haben, was die Erfolgsfaktoren für Fahrgemeinschaften sind und welche Alternativen zum öffentlichen Verkehr bestehen. Auf Basis dieser Ergebnisse evaluieren Sitten und der Kanton Wallis in Zusammenarbeit mit PostAuto Möglichkeiten für ein neues Mitfahrangebot.

pd/map

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Kommentare

  • Markus Imbodu, Visp - 73

    Wenn ich den Abendstau an der Kantonstrasse durch Visp sehe ist das Potenzial MASSIV Gross - 80% der Fahrer ALLEINE mit dem Privatauto Lokal unterwegs...

    • Arthur Heinzmann, Visp - 32

      Mich würde ernstlich mal interessieren, wieso immer alle nur und ausschliesslich vom Stau durch Visp reden. Vielleicht sollte man irgendwann einmal versuchen um dieselben Zeiten durch Brig zu kommen. Rückstaus bis nach Eyholz.... macht nix, ist ja nicht Visp ;-)

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