Landwirtschaft | Beim Pestizideinsatz in den heimischen Rebbergen

Missachten Walliser «Gift-Helis» die Vorschriften?

Ein Pilot der Air-Glaciers besprüht einen Rebberg in der Nähe von Siders (Archivbild).
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Ein Pilot der Air-Glaciers besprüht einen Rebberg in der Nähe von Siders (Archivbild).
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

In der Schweiz werden tonnenweise Pestizide eingesetzt. So auch in den Walliser Weinbergen, wo Helikopter laut einer Studie bei Sprühflügen regelmässig gegen die Vorschriften verstossen.

Jährlich kommen in der Schweizer Landwirtschaft nach Angaben des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) 2200 Tonnen Pestizide zum Einsatz. Und das obwohl sich der Bund ursprünglich zum Ziel gesetzt habe, die Giftmenge bis 2005 auf 1500 Tonnen zu begrenzen, schreibt der «SonntagsBlick». Die Folge seien massive Überschreitungen der Grenzwerte in Bächen, welche sich im Einzugsgebiet der Landwirtschaft befinden.

Die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft unterliegt dabei entsprechenden gesetzlichen Vorschriften. Im Walliser Rebbau werden diese gemäss der Zeitung häufig ignoriert. So überfliegen Spritzhelikopter regelmässig Bäche, Strassen und angrenzende Wälder, ohne die Spritzdüsen zu schliessen. Dies zeige eine Studie von Vision Landwirtschaft Schweiz, die SonntagsBlick vorliege.

Mindestabstand systematisch missachtet

Der vorgeschriebene Mindestabstand zu Gewässern, Strassen und Gebäuden werde bei Pestizidflügen mit dem Helikopter nicht eingehalten. «Die durchgeführte Erhebung zeigte, dass der reduzierte Mindestabstand systematisch missachtet wird», zitiert die Zeitung aus der Studie. Die Autoren von Vision Landwirtschaft schätzen, dass dadurch ein Vielfaches der erlaubten Menge an Pestiziden in die Umwelt gelangt.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), das die Korridore für die Heli-Flüge festlegt, verweist auf die klaren Vorschriften. Im Wallis müssen dabei Abstände von mindestens zwanzig Meter eingehalten werden. «Stellen Kontrolleure fest, dass die Vorschriften missachtet werden, kann Air-Glaciers gebüsst oder die Bewilligung entzogen werden», so Nicole Räz vom Bazl. Das Heliunternehmen seinerseits beteuert auf Anfrage der Zeitung, sich an die Vorschriften zu halten.

pmo

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