Lonza baut Stellen in Visp ab | Update: «Stark gefährdeter Industriestandort Wallis»
Walliser Regierung bedauert Entscheid
Am Standort Visp ist die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt - die Gewerkschaft Syna fordert Massnahmen.
Foto: zvg
Für den Kanton Wallis sind die Abbaupläne der Lonza in Visp bedauerlich. Die Gewerkschaft Syna verlangt bei allfälligen Kündigungen unverzüglich Informationen.
Der Chemiekonzern Lonza mit Hauptsitz in Basel und einem Werk in Visp plant einen Stellenabbau, der vornehmlich durch natürliche Fluktuationen und einen Einstellungsstopp in gewissen Bereichen vonstatten gehen soll. Die Gründe hierfür liegen an der Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Visp aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses, der Anfang Jahr von der Schweizerischen Nationalbank durchgegeben worden ist.
Walliser Regierung bedauert Entscheid
Die Walliser Regierung sei von Lonza informiert, dass im Werk Visp 90 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie der kantonale Informationsdienst meldet. Der Kanton bedauert diesen Entscheid, der nicht zuletzt auf die Frankenstärke zurückzuführen sei und nimmt Kenntnis von der Aussage, dass der Abbau in den nächsten drei Jahren ohne Entlassungen über natürliche Abgänge aufgefangen wird.
«Das Departement für Volkswirtschaft, Energie und Raumentwicklung (DVER) wird die im Juni angekündigte Einführung von Massnahmen zugunsten des Industriestandorts Wallis vorantreiben.» Bereits in einer Mitteilung von Ende Juni meldete der Kanton, dass man daran sei, ein Förderprogramm auszuarbeiten, welches die Bedeutung des Industriesektors für die kantonale Wirtschaft anerkenne und die Ausbildung in diesen Bereichen fördert.
«Bereits x-te Restrukturierungsmassnahme»
Die Gewerkschaft Syna reagiert in einer Mitteilung verhalten auf den Stellenabbau in Visp und schreibt, dass die Massnahme bereits die «x-te Restrukturierungsmassnahme» in den letzten Jahren.» Dies bedeute für die betroffenen Arbeitnehmer eine ungeheure Belastung.
«Restrukturierungsmassnahmen dürfen nicht dauernd auf Kosten der Arbeitnehmenden durchgeführt werden.» Syna verlangt, sollte es dennoch zu Kündigungen kommen, dass die Gewerkschaften unverzüglich informiert werden und dass die Bedingungen des vorhandenen Sozialplanes auch für diese Arbeitnehmer gültig sind und fordert, dass alles unternommen werde, damit der Stellenabbau verhindert werden könne und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Schlechte wirtschaftliche Voraussetzungen
Es zeige sich je länger je mehr, dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen schlechter werden und der Industriestandort Wallis stark gefährdet sei. «Zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze in Visp und im Wallis muss alles unternommen werden. Die schweizerische Nationalbank muss ihren Entscheid korrigieren und den Eurokurs stabilisieren und stärken», schreibt Syna weiter.
Die verantwortlichen Kantonalen Stellen hätten alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, dass die Rahmenbedingungen für Industriebetriebe auch in Zukunft bestmöglich seien. Sie werden aufgerufen, den gesetzgeberischen Spielraum zu nutzen und auch Einfluss auf die schweizerische Nationalbank zu nehmen. E«s darf nicht geschehen, dass in 10 oder 20 Jahren unsere heutigen Arbeitsplätze ausgelagert werden, weil bei uns die Produktionskosten zu hoch sind und unsere Behörden zu spät reagiert haben.»
«Stellenabbau bedeutet mehr Stress und höhere Arbeitsbelastung»
Der Sektor Industrie der Unia Sektion Oberwallis nimmt die Aussagen zum geplanten Stellenabbau mit Besorgnis zur Kenntnis. Der starke Franken zwinge nun auch die Lonza am Standort Visp zu Massnahmen. Dass dieser Abbau als «stiller Stellenabbau» durchgeführt werden soll, also mithilfe eines Einstellungsstopps und dem natürlichen Abgang von Angestellten, sei kein Grund zur Beruhigung.
«Auch ein solcher kann Risiken in Bezug auf zunehmende Arbeitsbelastung und Stress zur Folge haben. Wenn künftig 90 Arbeitsplätze fehlen, stellt dies auch für die Volkswirtschaft im Oberwallis eine grosser Rückschritt dar», schreibt Unia in der Stellungnahme.
rul








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Kommentare
Petsch - ↑26↓11
Es gibt Alternativen - aber man muss halt über den Tellerrand schauen. Wir leben in einer Dienleistungsgesellschaft - hier hat unser Wallis soviel Potenzial, siehe z.B SBB in Brig wo das Kundencenter ist. Hier wohnen und arbeiten heisst Lebensqualität - aber solange der
Blick nur auf die Lonza und die marode Landwirtschaft in der Lokalen Politik zählt, wird sich wenig ändern.
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Klara Zenruffinen - ↑13↓22
Zu einfach dieses kurzsichtige Bedauern. Der Kanton hätte vor Jahren weitsichtig die richtigen Weichen für die Zukunft der walliser Wirtschaft stellen müssen anstelle eine Abschottungspolitik aktiv zu unterstützen.
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Hans - ↑21↓10
Wir wohl langsam Zeit nach Alternativen zu suchen - welche es wahrscheinlich nicht gibt..
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