Anke Schüffler | Erste Wechseljahreberaterin im Wallis

Hilfe für Frauen in den Wechseljahren

Die Wechseljahre bedeuten für viele Frauen, dass sich der Fokus im Leben verändert.
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Die Wechseljahre bedeuten für viele Frauen, dass sich der Fokus im Leben verändert.
Foto: Petra Bork/pixelio.de

Quelle: RZ 0

Wenn Frau in die Wechseljahre kommt, kann das einige Herausforderungen mit sich bringen. Hilfe gibt es dann bei der ersten Wechseljahreberaterin im Wallis, Anke Schüffler.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit und sie kommen nicht über Nacht. Sie sind eine Einladung an uns Frauen, uns in den Veränderungen, die sich in Körper, Geist und Seele vollziehen, neu zu erfahren. So kann die Umstellung bis zu 15 Jahre dauern», sagt Anke Schüffler, die erste Wechseljahreberaterin im Wallis. «Die Veränderung des weiblichen Körpers, der Wechsel im Hormonhaushalt beginnt bereits lange vor der letzten Menstruation und dauert über die Menopause hinaus an.»

Schleichender Prozess

«Viele Frauen merken zunächst gar nicht, dass sie in die Wechseljahre kommen», erklärt Schüffler. «Man merkt nur, dass man vielleicht anders denkt, dass sich der Körper verändert.» Gebe es dann keine Menstruation, zum Beispiel weil die Gebärmutter entfernt wurde, so bestehe die Möglichkeit, dass Frau verunsichert sein könne, weil sie zwar merke, dass sich etwas ändere, ihr der Grund dafür aber nicht klar sei.

Nicht nur die Hormone

«Wechseljahre bedeuten daher nicht nur, dass sich der Hormonhaushalt ändert. Viele Frauen stellen sich in dieser Zeit existenzielle Fragen, zum Beispiel: Wie ist meine Partnerschaft, trennen oder bleiben, habe ich Lust, wieder in meinen Beruf einzusteigen oder Lust auf eine neue Ausbildung?», führt Schüffler aus. Gepaart mit den anderen Symptomen der Wechseljahre wie zum Beispiel Hitzewallungen, Schweissausbrüche, vaginale Trockenheit oder Stimmungsschwankungen könnten die Wechseljahre daher zu einer Herausforderung werden, die man aber auch als Chance und Einladung betrachten könne, in welcher Frau sich nun nicht mehr auf Kinder konzentrieren müsse, sondern den Fokus vermehrt auf sich selbst richten könne.

Mehr Möglichkeiten

Die Frage, wie der nächste Lebensabschnitt des Lebens gestaltet werden soll und somit auch die Herausforderung für die Frauen, hat in den letzten Jahren zugenommen, findet die Expertin. «Einerseits ist die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen von ihren Partnern heute geringer», sagt sie. «Andererseits spielt die demogra­fische Entwicklung eine grosse Rolle.» So sei der Lebensabschnitt nach den Wechseljahren heute viel länger als noch vor einigen Jahren, da die Lebenserwartung gestiegen sei, führt Anke Schüffler aus. «Heute kann man gut mit Ende 40 nochmals eine Ausbildung machen und dann noch einige Jahre im neuen Beruf arbeiten», sagt sie. «Gleiches gilt auch für neue Beziehungen, die nochmals jahrzehn­telang dauern können. Die Entscheidungen, die eine Frau heute in den Wechseljahren trifft, können sehr lang andauernde Auswirkungen haben, schliesslich ist 50 das neue 40.» Bei diesen Entscheidungen und Herausforderungen steht Anke Schüffler nun als Beraterin zur Seite. Als erste Person im Wallis hat sie vor Kurzem die Ausbildung zur Wechseljahreberaterin abgeschlossen.

Lebenssituation entschlüsseln

«Viele Frauen sind in ihrer neuen Lebensphase erst einmal alleine mit ihren Fragen und Unsicherheiten», sagt Schüffler weiter. «Soll ich Hormone nehmen, und wenn ja, welche? Welche Vor- und Nachteile haben diese und was gibt es sonst für Möglichkeiten?» Ihre Hauptaufgabe als Wechseljahreberaterin beschreibt Schüffler denn auch wie folgt: «Es geht darum aufzuschlüsseln, was woher kommt. Kommen zum Beispiel die Zweifel an der Beziehung von der hormonellen Umstellung oder ist die Beziehung wirklich nicht mehr gut?» Den Ärzten fehle häufig die Zeit, um solche Fragen detailliert zu klären, führt die Expertin aus. «In der Beratung geht es darum, dass man die richtige Herangehensweise für die entsprechende Herausforderung findet.» So gebe es auch viele Alternativen zu den bekannten Hormonpräparaten, um die körperlichen und psychischen Symptome wie Schweissausbrüche und dergleichen abzumildern, erklärt die Wechseljahreberaterin. «Natürlich arbeite ich dabei mit Ärzten zusammen.» Als Wechseljahreberaterin versuche sie jedoch, zusammen mit der Klientin, ein ganzheitliches Bild von Lebenssituation, Beschwerden, Wünschen zu entwerfen und dann mit ihnen entsprechende Massnahmen zu ergreifen, fasst Anke Schüffler ihre Tätigkeit zusammen.

Martin Meul

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