Politik | Wer wird Spitzenkandidat der SP in Brig-Glis?

In Brig-Glis steht der SP ein heisser Frühling bevor

Der Kampf um den SP-Sitz im Stockalperschloss dürfte spannend werden.
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Der Kampf um den SP-Sitz im Stockalperschloss dürfte spannend werden.
Foto: MENGIS MEDIA

Quelle: RZ 0

Tritt die SP in Brig-Glis für die Stadtratswahlen mit einem Mann oder einer Frau an der Spitze der Liste an? Mit Werner Jordan und Claudia Alpiger zeigen nämlich zwei Spitzenkandidaten Ambitionen. Eine heisse Nominationsversammlung steht bevor.

Bei den Wahlen vor vier Jahren hatte die SP in Brig-Glis einen schweren Stand. Nur knapp wurde Carlo Schmidhalter damals für die Genossen in den Stadtrat gewählt. Der SP-Mann vereinte am wenigsten Stimmen auf sich, der «rote» Sitz wackelte.

Wie im Taubenschlag

Doch statt Stabilität folgte bei den Brig-Gliser Genossen das grosse Flattern. Denn in der laufenden Legislatur verlor die SP ihr personelles Zugpferd. Carlo Schmidhalter gab sein Amt im Stadtrat aus persönlichen Gründen auf, Laura Kronig rückte für ihn nach. Doch auch die junge Hoffnungsträgerin der Partei hielt sich nicht lange im «Schloss». Weil sie einen Job in der Bundesverwaltung annahm, musste auch sie ihren Sitz im Rat wieder räumen. Es folgte Werner Jordan, der dritte SP-Vertreter in nicht einmal vier Jahren. Personell ging es in der vergangenen Legislatur bei der Brig-Gliser SP zu und her wie im Taubenschlag.

Der Scheidepunkt

Im Nachhinein könnte sich gerade der Abgang von Laura Kronig als einschneidender Moment entpuppen. Denn: Wäre die 36-jährige Stadträtin geblieben und hätte auch im Herbst wieder kandidiert, so wäre der SP in der Simplonstadt vermutlich einiges an Querelen erspart geblieben. Als amtierende Stadt­rätin und Frau wäre den Genossen die Nominierung von Kronig als Spitzenkandidatin wohl ziemlich leicht gefallen. Mit einer jungen Frau an der Spitze der Parteiliste hätte die SP bei den Wahlen für einen derzeit nur mit Männern besetzten Stadtrat zudem auch überparteilich punkten können. Doch nun ist alles anders. Denn für Kronig rückte Ende des letzten Jahres Werner Jordan ins «Schloss» nach.

Jordan will noch mal

Damit sitzt für die selbst erklärte Frauenpartei nun doch wieder ein Mann im Stadtrat und dieser gedenkt nicht, sein Wirken im Schloss als kurzes Intermezzo zu betrachten. «Für mich ist klar, dass ich mich für eine weitere Amtszeit als SP-Stadtrat zur Verfügung stelle», sagt Werner Jordan. «Ich bin erst seit Kurzem im Stadtrat und würde diese spannende Arbeit gerne weiterführen.» Darum, so der SBB-Mann und
Behinderten-Lobbyist, habe er auch sein Amt als Grossrat zu Verfügung gestellt, «damit ich
mich neben meinem Job und
meinen Hobbys voll und ganz auf die Aufgaben im Stadtrat von Brig-Glis konzentrieren kann».

Auch Alpiger mit dabei

Doch Jordan ist mit seinen Ambitionen nicht allein. Denn auch die Vizepräsidentin der SP Oberwallis und Verfassungsrätin Claudia Alpiger bekundet durchaus Interesse, für die SP Einsitz im Stadtrat zu nehmen. «Ich stehe für eine Kandidatur zur Verfügung», bestätigt sie. Damit zeichnet sich für die «Roten» in der Simplonstadt ein Dilemma ab. Entweder sie nominieren im Mai ihren amtierenden Stadtrat als Spitzenkandidaten oder sie setzen auf eine junge und ambitionierte Frau. Dieses Argument führt Claudia Alpiger denn auch für sich ins Feld. «Obwohl ich Werner Jordan den Sitz nicht wegnehmen will, bin ich überzeugt, dass es im Stadtrat von Brig-Glis wieder eine weibliche Vertretung braucht», erklärt sie. Was auch immer die Genossen in Brig-Glis tun werden, ihre Lösung wird auch immer für Missstimmung sorgen. Das Zurückbinden eines amtierenden Stadtrats mit Ambitionen für eine weitere Amtszeit wäre ein Tabubruch, zumal Werner Jordan die Unterstützung der grauen Eminenz der SPO in der Person von Peter Bodenmann geniesst. Auf der anderen Seite die Vizepräsidentin der SP Oberwallis zur Stimmensammlerin zu degradieren, würde die hinlänglich bekannte Politik der Frauenförderung seitens der SP infrage stellen.

Gespräche führen

Viel Arbeit also für den Präsidenten der Ortspartei Johann-Josef Jossen. «Wir sind im Moment dabei, die Strategie für die Wahlen im Herbst zu erarbeiten», sagt Jossen. «Wie genau diese aussehen wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Aber wir haben bereits Gespräche mit valablen Kandidaten geführt und eruieren auch die Zusammenarbeit mit anderen Partnern, nach dem Vorbild der Verfassungsratswahlen.» Welche Rolle die Grünen dabei spielen, liess Jossen offen. Auch wenn noch vieles unklar ist, eines scheint sicher: Der SP steht in Brig-Glis ein heisser Frühling bevor.

Martin Meul

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