Streit über Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative spitzt sich zu
Grosse Differenzen zwischen Gebirgskantonen und Landschaftsschutz
Nach Annahme der Zweitwohnungsinitiative ist deren Umsetzung nach wie vor ein grosser Streitpunkt.
Foto: zvg
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz droht mit dem Referendum gegen das Zweitwohnungsgesetz und beklagt die Missachtung des Volkswillens durch die Bergkantone.
Eineinhalb Jahre nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative mehren sich laut «NZZ am Sonntag» die Anzeichen, wonach das Stimmvolk zu diesem Thema erneut zur Urne gebeten wird.
Gegenüber der Zeitung droht Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz aufgrund der Eingabe der Regierungskonferenz der Gebirgskantone zum Gesetzesentwurf ein Referendum an.
Die Gebirgskantone würden in ihrem Papier katastrophale Vorschläge machen, sagt Rodewald gegenüber «NZZ am Sonntag». «Wenn diese in das Gesetz aufgenommen werden, haben wir am Schluss eine schlimmere Situation als vor der Abstimmung», wird der Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zitiert.
Rodewald nennt die Forderungen der Gebirgskantone als «klar verfassungswidrig». Diese würden dem Volkswillen widersprechen und der weiteren Zersiedelung des Berggebiets Tür und Tor öffnen.
Uneinig sind sich die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und die Bergkantone unter anderem in der Frage, ob und wie Wohnungen, die zum Zeitpunkt der Abstimmung bestanden haben, zu Zweitwohnungen umgenutzt werden können. Umstritten sind weiter die Kriterien für sogenannte touristisch bewirtschaftete Wohnungen.
Fadri Ramming, Generalsekretär der Gebirgskantone, weist die Vorwürfe von Raimund Rodewald zurück. Es sei normal, dass die Interessen der Gebirgskantone eingebracht würden, sagt er gegenüber der «NZZ am Sonntag». Die Kritik, wonach die Gebirgskantone die Initiative aushöhlen würden, weist er als «polemisch» zurück.









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