Lonza-Präsident Rolf Soiron nach dem Franken-Schock:

«Schmerzliche Anpassungen bei dauerhafter Parität»

Lonza-Werke in Visp.
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Lonza-Werke in Visp.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch /zen 18.01.15 12
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Verharrt der Euro dauerhaft bei Parität, sieht Rolf Soiron, Präsident der Lonza-Gruppe, schwere Zeiten auf die Industrie in der Schweiz zukommen. Nach «Visp Challenge» könnte der Standort Visp erneut vor einer Rosskur stehen.

Die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank, die Euro-Untergrenze aufzuheben, kam auch für die Lonza, die im Werk Visp knapp 2000 Personen beschäftigt, völlig überraschend. In einer kurzen Stellungnahme einige Stunden nach Bekanntwerden der zukünftigen Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank am Freitag, liess Lonza-Mediensprecher Dominik Werner verlauten, dass «Lonza einen natürlichen Hedge zum Euro und Dollar hat. Ein schwächerer Euro wird sich vor allem negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes in Visp auswirken, da über 90 Prozent der Produkte in den Export gehen, zu einem guten Teil auch in den Euro-Raum.»

Auswirkungen noch nicht absehbar

Der Euro-Mindestkurs sei für den Standort Visp eine wichtige Massnahme, um kompetitiv zu sein. «Ein stabiler Wechselkurs erlaubte auch eine zuverlässige Planung. Die effektiven Auswirkungen können erst abgeschätzt werden, wenn sich der Wechselkurs wieder auf einem bestimmten Niveau stabilisiert hat.»

In der «SonntagsZeitung» äussert sich nun Rolf Soiron besorgt zur Zukunft von Lonza und zur Schweizer Industrie im Allgemeinen. Verharre der Euro dauerhaft bei Parität, sieht Rolf Soiron schwere Zeiten auf die Schweiz zukommen. «Dann wird es in der Schweiz zu sehr, sehr schmerzlichen Anpassungen kommen, und zwar in allen Industrien», sagt Soiron. «Das fängt bei der Exportindustrie, dem Detailhandel und dem Tourismus an, geht dann zu den Zulieferern und der Inlandindustrie - bis hin zu den öffentlichen Betrieben!»

Weitere Senkung der Kostenbasis bei Lonza Visp?

Nach Einschätzung der NZZ vom Freitag steht die stark in der Schweiz verankerte Lonza mit einem Franken-Kosten-Anteilen von 30 Prozent und beträchtlicher Exportaktivität bei einer dauerhaften Fortsetzung der Frankenstärke vor neuen Herausforderungen. «Dann müssen Programme zur Senkung der Kostenbasis ins Auge gefasst werden. Bevor sich der Wechselkurs nicht stabilisiert hat, wird man nichts unternehmen.»

Im schlechtesten Falle wird damit den Lonza-Werken in Visp nach der Rosskur «Visp Challenge» eine weitere Sparübung bevorstehen. Die Arbeiterschaft trug mit verlängerten Arbeitszeiten in diesem Kostensenkungsprogramm bereits dazumal entscheidend dazu bei, dass die Lonza-Werke wettbewerbsfähig bleiben. Ob erneute Kosteneinsparungen ein weiteres Mal ohne wesentlichen und schmerzlichen Personalabbau bewirkt werden, kann, wird sich zeigen müssen.

18. Januar 2015, 14:07
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Kommentare

  • Hemi - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Das war ja klar. Die Bonzen ganz oben füllen sich weiter die Taschen und der einfache Arbeiter wird auf die Strasse gestellt. Dieser Soiron soll endlich verschwinden.

    antworten

  • Schichtler - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Noch mehr Anpassungen? Das heisst dann dass wieder diejenigen entlassen werden, die richtig arbeiten und die Bürogummis, bei denen einer arbeitet und 2 zuschauen, dürfen bleiben...

    antworten

  • Hans - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Rolf Soiron 70 jähriger Multimillionär und ewiger VR sollte langsam abtreten,statt mit ständig wiederholenden Drohungen gegen die Lonza Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen.

    antworten

  • Pascal - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Franz, Sie argumentieren ja gar nicht, Sie behaupten. Das ist ein Unterschied. Ich unterstelle Ihnen, dass Sie nicht viel Ahnung von der Verbindung zwischen der Hochfinanz und der schweizer Politik haben. Bereits im Jahr 2011 sagte die SVP das die Einführung des Mindestkurses gefährlich sei (Freysinger). Und 1/3 der schweizer Bevölkerung als dumme Kälber zu bezeichnen finde ich fragwürdig.

    antworten

    • Franz - vor 11 Jahre ↑0↓0

      Ich möchte ihnen noch empfehlen folgende Texte zum Thema zu lesen:
      1. Von Ex-UNCTAD Chefökonom Heiner Flassbeck http://www.flassbeck-economics.de/die-schweiz-kapituliert/
      2. Nobelpreisträger Paul Kaufman http://www.nytimes.com/2015/01/16/opinion/paul-krugman-francs-fear-and-folly.html
      http://krugman.blogs.nytimes.com/2015/01/16/regime-change-in-switzerland/
      Die sind kompetenter als ich.

    • Franz - vor 11 Jahre ↑0↓0

      Der Mindestkurs hat dafür gesorgt, dass die Schweizer Wirtschaft wettbewerbsfähig blieb und hat tausende Arbeitsplätze bewahrt. Die plötzliche Aufhebung des Mindestkurses ist ein Dolchstoss für die Exportwirtschaft und den Tourismus. Dieser Entscheide kann eine Deflation und eine Rezession auslösen. Die SNB spielt mit Arbeitsplätzen.

  • Pascal - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Sehr geehrter Franz, wenn man vom Thema keine Ahnung hat empfiehlt es sich zu schweigen.

    antworten

    • Pascal - vor 11 Jahre ↑0↓0

      Wir haben vielleicht nicht die gleiche Meinung. Aber anstatt mir gleich Unwissenheit zu unterstellen sollten Sie vielleicht besser argumentieren.

  • Petsch - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Man hatte 3 Jahre Zeit sich anzupassen! Das Gejammere nervt einfach nur. Die andere Seite ist: Viele Importprodukte wurden dadurch künstlich verteuert - gerade in letzten 3 Wochen war der USD über einen Franken!

    antworten

  • Franz - vor 11 Jahre ↑0↓0

    Für diesen Schlamassel können sich die Lonza-Arbeiter bei der SNB, Herr Jordan und der neoliberalen Parteien SVP und FDP bedanken. Und trotzdem werden viele von Ihnen im Herbst wieder SVP wählen. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.

    antworten

    • Franz - vor 11 Jahre ↑0↓0

      Ich verweise auf den ehemaligen UNCTAD Chef Ökonomen Heiner Flassbeck: http://www.flassbeck-economics.de/die-schweiz-kapituliert/

      Ich hoffe der ist qualifiziert genug.

    • Pasci - vor 11 Jahre ↑0↓0

      Där Franz het kei Ahnig!!!

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