Umwelt | UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch im Lötschental im Einsatz

Einsatz zum Schutz der Amphibien

Schutz der Amphibien. Die Grasfrösche werden von F. Steffen und M. Freiburghaus von Hand in ihr Laichgewässer transportiert.
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Schutz der Amphibien. Die Grasfrösche werden von F. Steffen und M. Freiburghaus von Hand in ihr Laichgewässer transportiert.
Foto: zvg

Quelle: WB 0

Ferden. Seit Anfang April machen sich zahlreiche Grasfrösche von ihrem Winterlager auf die Wanderung zu den Laichplätzen in der ARA Ferden. Damit beim eindrücklichen Naturschauspiel die Talstrasse nicht zur unüberwindbaren und tödlichen Barriere für die Tiere wird, müssen die Amphibien von Hand in ihr Laichgewässer transportiert werden.

Die Stiftung UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch hat zusammen mit der Dienststelle für Wald und Landschaft des Kantons Wallis und der Gemeinde eine geeignete Person gesucht und gefunden. Dank dem Einsatz können zahlreiche Frösche – an Spitzentagen sind es bis zu 1000 Tiere – in ihr Laichgewässer überführt werden.

Das Goltschried im Lötschental ist eine der wenigen Amphibienzugstellen im Oberwallis. Über die Kantonsstrasse zwischen Goppenstein und Ferden wandern hier alljährlich Anfang Frühling Tausende Grasfrösche auf dem Weg zu ihrem Laichgebiet. Um Kollisionen mit Verkehrsteilnehmern zu verhindern, wird durch das Amphibienschutzprojekt Ferden an dieser Stelle seit 2014 jeweils ein mobiler Schutzzaun installiert. Diese Auffangeinrichtungen müssen täglich kontrolliert und ausgewertet sowie die Amphibien zum Laichgewässer transportiert werden. In Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Wald und Landschaft sowie der Gemeinde Ferden hat das Managementzentrum für die Begleitung nun mit Franz Steffen eine motivierte und naturverbundene Person gefunden. «Ich führe täglich eine Liste, wie viele weibliche und männliche Frösche ich transportiere. An kalten Tagen ist dies zuweilen nur eine Handvoll Frösche. An Spitzentagen habe ich aber auch schon über 700 Frösche transportiert», erzählt Steffen von seinen Erfahrungen. Weiter unterstützt er das Amphibienschutzprojekt mit gezielten Beobachtungen, damit die Herkunft der Frösche sowie ihr Wander- und Laichverhalten im Lötschental besser verstanden werden können. Auch bestehen Hinweise aus der Bevölkerung, dass neben der Amphibienwanderung in Ferden auch solche in Wiler und Kippel vorkommen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen insbesondere dazu beitragen, dass von den beteiligten Parteien (Gemeinde, Kanton, KARCH und Einwohner) gemeinsam eine längerfristige und sinnvolle Lösung für die Amphibienzugstelle gefunden werden kann. Amphibien zählen zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen der Schweiz, wobei sämtliche Arten geschützt sind. Von den 20 einheimischen Arten sind 14 auf der «roten Liste» aufgeführt. Weiter gilt es, einen geeigneteren Lebensraum für die Tiere im Lötschental zu finden, da sich die ARA als Laichgewässer nur beschränkt eignet. Die Amphibienwanderung wird voraussichtlich noch bis Ende April andauern.

wb

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