Nachgefragt | Brig-Glis

Eine Neuauflage des «Walliser Totentanz»

Der Basler Autor Werner Ryser.
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Der Basler Autor Werner Ryser.
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Quelle: RZ 0

Der vergriffene historische Roman «Walliser Totentanz» erscheint frisch lektoriert in einer Neuauflage. Der Basler Schriftsteller und Autor Werner Ryser (68) gibt Auskunft.

Ryser lässt in seinem historischen Roman eine Epoche von Pest, Hexenverfolgungen und politischen Ränkespielen im Wallis des ausgehenden 14. Jahrhunderts wieder auferstehen.

Herr Ryser, Sie haben einen historischen Roman geschrieben. Wieso spielt die Handlung gerade im Wallis?

Seit 20 Jahren besitze ich ein Ferienhaus in Münster im Goms. Schon als Kind habe ich meine Ferien im Wallis verbracht. Als 12-Jähriger habe ich über den Konflikt zwischen Kardinal Matthäus Schiner und dem Volkstribun Georg Supersaxo gelesen. Diese Geschichte hat mich so fasziniert, dass ich mir damals vorgenommen hatte: Darüber will ich irgendwann einen Roman schreiben. Die Zeit um 1500 ist eine der spannendsten und interessantesten Epochen der Walliser Geschichte.

Im Buch verbinden Sie Ereignisgeschichte mit dem Schicksal der kleinen Leute.

Durch Zufall stiess ich auf eine kleine Notiz in einer Dorfgeschichte, die über das Schicksal der Schwestern Elsa­, Anna­ und Maria Capelani berichtet, die 1575 in Ernen als Hexen verbrannt wurden. Das ist historisch verbürgt. Das Schicksal der drei Mädchen berührte mich und ich beschloss, daraus eine Erzählung zu machen. Ich nahm mir die Freiheit, diese Handlung 100 Jahre vorzuverlegen. Der Roman beginnt vor den Burgunderkriegen und endet etwa 50 Jahre später zur Zeit der Schlacht bei Marignano 1515.

Wie ist das Verhältnis zwischen Wahrheit und Fiktion in Ihrem Buch?

Die Hauptperson im Roman, die Kräuterfrau Magdalena, ist Fiktion. Bei den historischen Personen legte ich gros­sen­ Wert auf Detailtreue. So sind zum Beispiel die Dialoge von Kardinal Schiner teils wortwörtlich aus den Quellen übernommen worden. Ich habe für den Roman neun Jahre lang recherchiert.

Frank O. Salzgeber

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