Abenteuer | 3000 Kilometer auf dem Stand-Up-Paddle

Von Quelle zu Quelle: Paddeln fürs Trinkwasser

Am Start: Thomas Oschwald auf dem See beim Rhonegletscher.
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Am Start: Thomas Oschwald auf dem See beim Rhonegletscher.
Foto: zvg

Thomas Oschwald will 3000 Kilometer zu Fuss, aber vor allem auf dem ­Wasser zurücklegen.
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Thomas Oschwald will 3000 Kilometer zu Fuss, aber vor allem auf dem ­Wasser zurücklegen.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Der Abenteurer und Primarlehrer Thomas Oschwald paddelt in den kommenden Wochen auf Rhone und Rhein, um auf sauberes Trinkwasser aufmerksam zu machen. Der Start seiner Expedition erfolgte an der Rhonequelle.

Es ist ein grosses Abenteuer, das Thomas Oschwald aus Flums am 1. August begonnen hat. Mit seinem Stand Up Paddle will der 40-Jährige über die Gewässer Europas von der Rhone- bis zur Rheinquelle reisen. «Die Idee dazu kam mir im letzten Jahr, als ich zu Fuss von der Schweiz zum westlichsten Punkt von Europas Festland gelaufen bin», sagt Oschwald. «Damals nahm ich mir vor, dass mein nächstes Projekt auch einen gewissen inhaltlichen Aspekt haben sollte. So kam ich auf das Thema Trinkwasser.»

Wasser aus dem Fluss

Mit seiner rund 3000 Kilometer langen Fahrt auf Rhone, Saône, dem Atlantik und schlussendlich dem Rhein will Oschwald dabei gleich mehrere Aspekte des Themas Trinkwasser beleuchten. «Einerseits will ich zeigen, dass man selbst in Europa an vielen Orten viel Aufwand betreiben muss, um an sauberes Wasser zu kommen», so der Abenteurer beim Gespräch kurz nach dem Start seiner Expedition am Rhonegletscher. «Hier oben im Goms kann ich noch ohne Weiteres Wasser aus dem Fluss trinken. Je länger meine Reise aber dauern wird, desto mehr Aufwand muss ich betreiben, um auf abgefülltes ­Wasser verzichten zu können.» Deshalb führt Oschwald ein Filtersystem mit. «Damit kann ich zwar den gröbsten Schmutz und Bakterien aus dem Wasser filtern, bei den Chemikalien sieht es jedoch anders aus», sagt er. «Ich mache mir auch deshalb keine Illusionen. Ich werde sicher mit Verdauungsproblemen zu kämpfen haben.» Während ­seiner Reise werde er sich immer weiter vom sauberen Wasser der Quellen im Wasserschloss Schweiz entfernen. «Erst wenn ich dann zum Rhein gelange und diesen hochpaddeln werde, wird sich auch die Wasserqualität wieder verbessern», sagt der Abenteurer.

Reise ins Ungewisse

Bevor es aber mit dem Stand-up-Paddeln losgehen konnte, hiess es für Thomas Oschwald erst einmal laufen. «Ich habe zwar mein Stand-up-Paddel beim See am Rhonegletscher kurz hervorgeholt und bin auf dem See gepaddelt», sagt er. «Der Rotten ist jedoch bis Chippis kaum zu befahren, ­weshalb ich die ersten Kilometer meiner Reise zu Fuss zurücklegen werde.» Danach geht es mit dem Paddel Richtung Genfersee, die Rhone hinunter. Bei der Saône dann wird Oschwald sich Richtung Norden wenden. «Ab hier muss ich zum ersten Mal gegen die Strömung ankämpfen» sagt er. «Wie das sein wird, kann ich nicht sagen. Es ist halt auch eine Reise ins ­Ungewisse.» Dies wird dann auch am Atlantik der Fall sein. «Es wird sich zeigen, wie gut ich durch den Ärmelkanal paddeln kann, vieles wird vom Wetter abhängen», sagt der Mann aus Flums im Kanton Glarus. «Immer wenn ich nicht auf dem Wasser weiterkomme, muss ich zu Fuss gehen. Deshalb ist es auch schwer zu sagen, wie lange meine Reise dauern wird. Angesetzt sind im Moment zwei bis drei Monate.»

Reisen und Unterrichten

Über seine Erfahrungen während der Reise berichtet Oschwald ­regelmässig auf seiner Internet­seite. Zudem sollen die gemachten Erlebnisse auch in seine Arbeit als Primarlehrer einfliessen. «Ich möchte die gemachten Erfahrungen meinen Schülerinnen und Schülern vermitteln», sagt Thomas Oschwald. «Es wäre schön, wenn die jungen Leute so sauberes Trinkwasser wieder mehr schätzen lernen würden.» Gleichzeitig wolle er den Kindern vermitteln, wie wichtig es sei, auch einmal das gewohnte Umfeld zu verlassen, um neue Wege kennenzulernen. Zudem verfolgt Oschwald mit seiner Expedition ein karitatives Ziel. «Ich hoffe während meiner Reise Spenden sammeln zu können, die dann Menschen zugute kommen, welche nicht von einer zentralisierten Wasserversorgung profitieren können», sagt der Abenteurer. Ein richtiges Spendenziel hat Oschwald dabei nicht, obwohl er sich über einen Betrag um die 1500 Franken freuen würde. «Wenn ich mit meiner Expedition nur einem einzigen Menschen helfen kann, indem dieser Zugang zu lebensnotwendigem Trinkwasser erhält, habe ich mein Ziel schon erreicht», sagt Oschwald, der sich derzeit auf den Gewässern in Frankreich ­befindet, um seinem Ziel entgegenzupaddeln.

Martin Meul

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